Das Blutenburger Sommermärchen

Dieser Sommer ist anders als andere – wir oft haben wir diesen Satz in den letzten Wochen gehört?

Zu oft!
Für das Team der Internationalen Jugendbibliothek stand bereits Anfang Juni (also vor dem meteorologischen Sommerbeginn) fest, dass die Sommermonate definitiv anders werden würden als in den Jahren zuvor, denn eine Idee war geboren: Die Blutenburger Sommerbühne.

Innerhalb von 3 Wochen konzipierte das Team aus Grafik, Presse- und Programmarbeit zusammen mit Verwaltung und Direktion ein buntes Bühnenprogramm für Kinder, Familien und Erwachsene. Künstler wurden angefragt, eine Bühne organisiert, Flyer gedruckt, ein Hygienekonzept erarbeitet und das alles unter Vorbehalt! Niemand konnte wissen, ob Corona uns nicht in letzter Sekunde doch einen Strich durch die Rechnung machen würde.

Doch wir hatten Glück!

Glück mit den Künstlern, die sich über (endlich wieder!) Auftrittsmöglichkeiten freuten, mit dem Publikum, das unendlich dankbar war, das (endlich wieder!) Kultur stattfinden konnte, mit externen Veranstaltern, die erfreut waren, eine Open Air Bühne bespielen zu dürfen und zu guter Letzt: Glück mit dem Wetter!

Vier Mal war unsere Sommerbühne ausverkauft mit großen Namen der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur; Margit Auer („Die Schule der magischen Tiere“), Erhard Dietl („Die Olchis“), Katja Brandis („Woodwalkers“ und „Seawalkers“) und Paul Maar („Das Sams“) und vier Mal konnten wir dem Regen, manchmal gerade so, entgehen.

Schauspieler lasen Kinderbuchklassiker, die Kleinste Bühne der Welt war zu Besuch ebenso das Kindertheater im Fraunhofer, Katharina Ritter erzählte Märchen und Sagen und das Clowneske Theater nahm uns mit auf ihre Reise zum Bücherschatz. Es wurde an Staffeleien gemalt und der japanischen Erzählform Kamishibai gelauscht.

Neben dem Literatur- und Theaterprogramm für Kinder, das tagsüber stattfand, gab es abends ein Konzertprogramm, das von Klassik über Jazz bis Weltmusik reichte. Als Mitveranstalter beteiligten sich neben dem Bayerischen Sinfonieorchester (BRSO), der Konzertveranstalter Kulturgipfel, der Verein Schlosskonzerte Blutenburg und etliche Ensembles. Die Pasinger Fabrik war, wie jedes Jahr im Sommer, ebenfalls zu Gast. In den letzten drei Wochen der Bühne, gab es sogar ein Freiluft Kino mit Klassikern und Neuheiten aus Hollywood.

Vom 12. Juli bis zum 6. September begrüßte die IJB knapp 7000 Besucher an 58 Tagen mit rund 85 Veranstaltungen.

Ja, dieser Sommer war anders in der IJB, aber er war definitiv schön. In diesen unsicheren Zeiten konnten wir als Team ein Stück Kultur bieten, das dankbar angenommen wurde, von Künstlern, Veranstaltern und vor allem dem Publikum.

Wir blicken zurück auf 8 Sommerwochen mit einem bunten Programm und vielen einzigartigen Momenten!

Danke!

Hinweis: Im Text wird für das bessere Leseverständnis die männliche Form genutzt. Selbstverständlich ist damit auch die weibliche Form gemeint.

Blutenburger Sommerbühne vom 12. Juli bis 6. September!

Die Stiftung Internationale Jugendbibliothek bietet im Innenhof von Schloss Blutenburg ein großes Open-Air-Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an

Nachdem die Bayerische Staatsregierung Ende Mai in Aussicht gestellt hat, dass ab Mitte Juni Veranstaltungen im Freien bis zu 100 bzw. mittlerweile bis zu 200 Personen erlaubt sind, hat sich die Internationale Jugendbibliothek kurzfristig entschlossen, die ‚Blutenburger Sommerbühne‘ ins Leben zu rufen.

Sie hat für dieses neu konzipierte Open-Air-Format Lesungen und Kindertheateraufführungen organisiert und mehrere Mitveranstalter für ein abwechslungsreiches Konzertprogramm am Abend gewonnen. Mit dem Ziel, in den kommenden Sommerwochen vor allem Kindern und Familien, die in den letzten Monaten ganz besonders von den Einschränkungen betroffen waren, ein attraktives Literatur- und Kulturprogramm anbieten zu können. Entstanden ist ein Programm mit über 70 Veranstaltungen:

Bekannte Autoren wie Margit Auer („Die Schule der magischen Tiere“), Erhard Dietl („Die Olchis“), Katja Brandis („Woodwalkers“ und „Seawalkers“) und Paul Maar („Das Sams“) sind dabei. Schauspieler lesen Kinderbuchklassiker, die ‚Kleinste Bühne der Welt‘, ‚Mini Musik‘ und das ‚Kindertheater im Fraunhofer‘ treten auf, Märchen und Sagen werden erzählt. Und vieles mehr.

Neben dem Literatur- und Theaterprogramm für Kinder, das tagsüber stattfindet, ist abends ein Konzertprogramm geplant, das von Klassik über Jazz bis Weltmusik reicht. Als Mitveranstalter beteiligen sich u.a. der Konzertveranstalter ‚Kulturgipfel‘, der Verein ‚Schlosskonzerte Blutenburg‘ und etliche Ensembles. Die Pasinger Fabrik wird, wie jedes Jahr im Sommer, ebenfalls zu Gast sein. Der Illustrator Quint Buchholz bestreitet einen literarisch-musikalischen Abend; an Jugendliche richtet sich eine Lesung des Carl Hanser Verlags mit Christine Knödler.

Eröffnet wird die Blutenburger Sommerbühne am Sonntag, den 12. Juli vom bayerischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler und der Bestsellerautorin Margit Auer mit einer „Best-of“-Lesung aus ihren Bänden von „Die Schule der magischen Tiere“.

Die Internationale Jugendbibliothek freut sich auf einen abwechslungsreichen Kultursommer für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen!

Das Programm finden Sie hier.
Es wird ständig aktualisiert.

Das IJB Online-Rollenspiel „Geheimnis um die verschwundenen Bücher: Sozialisierung über den Bildschirm hindurch

Die Corona-bedingten Hygieneregelungen haben die sozialen Kontakte von Kindern und Jugendlichen stark eingeschränkt: Die Spielplätze waren über mehrere Wochen geschlossen, Freunde durften nicht mehr besucht werden, sich mit Gleichaltrigen in Gruppen zu treffen und neue Freundschaften zu schließen ist für Kinder und Jugendliche im Moment unmöglich. Dadurch sind die Bewegungsräume von Kindern und Jugendlichen für gemeinsames Spielen und ein soziales Miteinander drastisch beschnitten. Umso glücklicher waren wir, am 11. Juni, Kinder von überall aus Bayern im Rahmen unseres ersten gemeinsamen Online-Rollenspiels zusammenzubringen. 

Dr. Katrin Geneuss, die Entwicklerin des Online-Rollenspiels, forscht an der LMU zur Förderung von sprachlichen und sozialen Kompetenzen durch Rollenspiele. Sie hat für die Internationale Jugendbibliothek das Online- Rollenspiel „Geheimnis um die verschwundenen Bücher“ entwickelt – ein Spiel, bei dem Kinder in die Rollen von verschiedenen Ermittlern, Detektiven und Polizistinnen schlüpfen um, im Team, auf einer Videokonferenz-Plattform, einen geheimnisvollen Diebstahl von Büchern aus der Internationalen Jugendbibliothek aufzuklären.

Elf Kinder zwischen 8 und 11 hatten sich für die erste Edition vom Rollenspiel vor ihren Bildschirmen versammelt. Sie trugen Detektivhüte, hatten sich Agentenausweise gebastelt und hörten auf Namen wie Detektivin Martinez, Kommissar Zimmermann, Polizistin Li oder Ermittler Svensson. Jedes Kind hatte im Vorfeld einen Steckbrief zu seiner Figur – Name, Herkunftsland, Familienmitglieder, Lieblingsbeschäftigungen – bekommen und konnte seine Rolle mit weiteren Details zur Biographie und dem Arbeitsalltag hinzufügen, um die eigene Figur lebendiger zu machen. Während des Spiels mussten die elf jungen Spürnasen in der Rolle, die sie zugewiesen bekommen hatten, gemeinsam Indizien suchen und Aufgaben lösen. Am Anfang duzte der eine oder andere seine Kolleginnen und Kollegen noch oder fragte die Spieleleiterinnen, ob sie den Steckbrief brauchten. Doch innerhalb kürzester Zeit schlüpften sie perfekt in ihre Rollen, und es gewannen Ermittler Svensson, Detektivin Martinez, Kommissar Zimmermann, Polizistin Li und Co. die Oberhand. Durch den Fall geleitet haben sie Dr. Élodie Malanda, alias Frau Beret, Sekretärin des Oberkommissariats Blutenburg, und Theresa Krien, alias Frau Krien, Mitarbeiterin der Internationalen Jugendbibliothek, die den Diebstahl der Bücher gemeldet hatte. Die beiden zeigten von Zeugen aufgenommene Videos, ließen per Videocall Verdächtigte zur Sprache kommen und moderierten die Diskussionen.

Während des Spiels fiel den Spieleleiterinnen schnell auf, dass die Kids nicht nur knobeln wollten, sondern auch ein großer Redebedarf vorhanden war. Die Diskussionen zwischen den Ermittlern über mögliche Spuren waren viel länger als geplant, so dass sich die Spieleleiterinnen recht schnell dazu entschlossen, die angesetzte Spielzeit notfalls zu überschreiten, um den Spielfluss und die begeisterte Energie der Gruppe nicht unterbrechen zu müssen. Tatsächlich entstand während der angeregten Diskussionen in kleinen Gruppen und im Plenum zwischen den Ermittlern eine Gruppendynamik und ein Zusammenhaltgefühl:  Die jungen Ermittlerinnen und Ermittler mussten sich gegenseitig zuhören und aufeinander eingehen, um im Team die Aufgaben zu lösen. Dieses Gemeinschaftsgefühl wurde sicherlich dadurch verstärkt, dass die teilnehmenden Kids sich in ihren jeweiligen Rollen als Kolleginnen und Kollegen wahrnahmen, mit denen sie ein gemeinsames Ziel und eine gemeinsame Leidenschaft für mysteriöse Fälle teilten. 

Dr. Geneuss, die Entwicklerin dieses Online Rollenspiels, ist überzeugt, dass diese Gruppendynamik und der zwischenmenschliche Kontakt bei den üblichen Onlineangeboten, wie z.B. Home Schooling, noch zu kurz kommt. Sie hat das Spiel bewusst so konzipiert, dass ein Gruppengefühl durch den regen Austausch zwischen den jungen Spürnasen und die kooperativ zu lösenden Aufgaben entsteht und gefestigt wird  Neben der Freude am Spielen und an dem Eintauchen in andere Rollen war es dieses Gruppengefühl, das von den Kindern bei der Feedbackrunde regelmäßig hervorgehoben wurde: „Ich löse zuhause auch gerne kleine Fälle, aber jetzt hat es noch mehr Spaß gemacht, weil wir das im Team gemacht haben.“ erklärte die zehnjährige H. Und beim Verabschieden von den anderen Kindern, die sich anderthalb Stunden vorher noch nie begegnet waren, meinte L.: „Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder“.

Wir, in der Internationalen Jugendbibliothek, hoffen übrigens auch, dass wir die Kids bald einmal wiedersehen können – am liebsten live*, aber bis dahin auch gerne per zoom – das Online-Rollenspiel hat uns ja gezeigt, dass man auch über den Bildschirm hindurch sozialisieren, zusammen spielen und gemeinsam Spaß haben kann!

*Dr. Geneuss hat für uns auch ein Live-Rollenspiel zu Jim Knopf entwickelt, das in nicht-Corona-Zeiten bei uns, vor Ort, von Schulklassen gespielt werden kann. 

(Das Online Rollenspiel soll übrigenns in nächster Zeit wiederholt werden. Bei Interesse, an programm(a)ijb.de mailen.)

Bibliothek und Ausstellungen geöffnet!

Zum Glück hat der Dornröschenschlaf von Schloss Blutenburg keine 100 Jahre gedauert! Seit dem 11. Mai 2020 ist die Internationale Jugendbibliothek wieder geöffnet.

Die Kinderbibliothek öffnet für die Ausleihe und Rückgabe der Medien zu den regulären Zeiten: Montag und Dienstag 14 –18 Uhr
Mittwoch 9 –18 Uhr
Donnerstag und Freitag 14 –18 Uhr
Corona-Verhaltensmaßnahmen in der „KiBi“

Die AusstellungenDie ganze Welt auf einer Seite. Internationale Wimmelbücher“ in der Wehrgang-Galerie und „Oh wie bezaubernd schön! Illustrierte Briefumschläge von Binette Schroeder“ in der Schatzkammer sind wieder ab Mittwoch, den 13. Mai 2020, zugänglich. Eingang über das Foyer im Herrenhaus auf dem oberen Schlosshof.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 –16 Uhr, Samstag und Sonntag 14 – 17 Uhr.

Museumsshop im Foyer des Herrenhauses:
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 –16 Uhr.

Wir bitten um Verständnis, dass für alle öffentlichen Bereiche Maskenpflicht für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren sowie Einlassbeschränkungen gelten.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr Team der Internationalen Jugendbibliothek

(c) Internationale Jugendbibliothek

 

Auf der Suche nach dem geheimen Code: Eine Webrallye für junge Spürnasen zu Erich Kästner

Help! Wir haben ein Problem: Im Corona-Chaos haben wir den Schlüssel zu unserem Erich-Kästner-Zimmer verloren! Zwar gibt es einen Ersatzschlüssel, doch der ist in einem codegeschützten Safe. Und den Code kennt niemand im Schloss… Jetzt brauchen wir Hilfe von außen, um den Code zu knacken und wieder Zugang zum Erich-Kästner-Zimmer zu bekommen.

das Erich-Kästner-Zimmer ist geschlossen …

Du willst uns helfen? Dann folge den Spuren von Erich Kästner im Internet und finde die Informationen, die zum Code führen.

Du brauchst dafür einen Computer (oder ein Handy/Tablet) mit Internetverbindung, einen Drucker, einen Stift und diese drei Dokumente, die du hier herunterladen kannst:

Herzlichen Dank für deine Hilfe!!!

Dein Team der Internationalen Jugendbibliothek

Eine Webrallye für junge Spürnasen (ab etwa 9 oder 10 Jahren) .

„Finn oder…“ Drei Kettengeschichten mit Silke Schlichtmann

Eine Autorin, der Anfang einer Geschichte, drei Gruppen von jeweils zehn bis vierzehn Kindern, die an zehn Tagen der Reihe nach an dieser Geschichte weitergeschrieben haben: das war unsere Anti-Corona-Koller-Kettengeschichten-Aktion mit Silke Schlichtmann. Jetzt sind die drei Kettengeschichten fertig! in folgenden Videos liest Silke Schlichtmann die drei Geschichten ein:

Hier findet ihr den Anfang der Geschichte:

Wie solls jetzt weitergehen?

In „Finn oder wie das 50 Jahre alte Feddersen-Geheimnis mein Leben letzten Montag komplett auf den Kopf gestellt hat“ muss Finn seine Familie aus den Klauen eines gnadenlosen Entführers befreien und erfährt nebenbei ein dunkles Familiengeheimnis.

In „Finn oder wie Klara und ich an einem einzigen Tag die Liebe kennenlernten und dabei die Welt retteten“ muss Finn, nicht nur seine Familie sondern die bunte Welt retten, die von ewiger Dunkelheit bedroht wird. Gottseidank kann er auf die Hilfe von Klara und einem Kola – einer Art außerirdischen Katze- und auf die Kraft der Liebe zählen…

in „Finn oder wie meine Familie, Klara und ich Potatonien retteten“ gelangen Finn und Klara durch einen seltsamen Spiegel in ein geheinmisvolles Land: Potatonien, das Land in dem halb-Mensch-halb-Kartoffel-Bewohner nur Kartoffel essen und Kartoffelsaft trinken. Doch Potatonien ist von einer Kartoffeldürre befallen, die das Leben aller Potatonier bedroht …. keine Frage, dass Finn, seine Familie und Klara alles tun werde um Potatonien zu retten!

Herzlichen Dank an die Autorin Silke Schlichtmann und an die jungen Autorinnen und Autoren, Nike, Amelie ,Zize, Sophia,Valeria, Kira, Olivia, Julia, Riccardo und Lucrezia, Ann-Sophie, Renana, Antonia, Rujul, Lars, Vinzent, Sonia und Lara, Paul und Lilly, Sophia S.,Carolin, Johannes, Sofia H., Isabella, Charlotte, Gwendolin und Melinda, Sophia-Christina, Charlize, Ela Nur, Helena, Gritt, Laura.

Michael Ende – Erfolgsautor des 20. Jahrhunderts

Rückblick und Dokumentation der Tagung
„Die Lust am freien und absichtslosen Spiel der Phantasie“
Michael Ende – Erfolgsautor des 20. Jahrhunderts bis heute
14. und 15. Februar 2020

 

2019 nannte der Norddeutsche Rundfunk Michael Ende einen Schriftsteller, der Kinderbücher für Erwachsene schrieb. Tatsächlich waren Mitte Februar bei der Michael Ende Veranstaltung in der Internationalen Jugendbibliothek, keine Kinder anwesend, sondern sehr viele Erwachsene. Anlässlich der wissenschaftlichen Erschließung des Teilnachlasses Endes wurde zu einer wissenschaftlichen Tagung geladen und Kinderliteraturforscherinnen und – forscher aus ganz Deutschland, von denen es noch immer zu wenige gibt, waren gekommen um sich mit dem Werk und dem Leben des Autors auseinanderzusetzen. Weiterlesen

literaturCAMP – Eine Rückschau

Am 8./9. Februar 2020 fand zum ersten Mal das literaturCAMP statt. Junge Menschen zwischen 14 und 18 Jahren waren eingeladen, der Frage „Kann Lesen die Welt verändern?“ nachzugehen.
Wer nicht dabei sein konnte kann hier nachlesen, wie das Wochenende gelaufen ist:

Ich finde es ungerecht, dass…

Ungerechtigkeit! Die gibt es in der ganzen Welt, die gibt es tagtäglich – sie ist einfach immer da. Aber was kann man dagegen tun? Kann man denn etwas tun?

Wir probieren es, wie auch sonst als Internationale Jugendbibliothek, mit Lesen. Wir wollten dieses Mal Jugendlichen, die Leser also, zu Wort kommen lassen und ihre Meinungen einfangen. Und so haben wir sie zu einem gemeinsamen Wochenende eingeladen. Zusammen mit der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und dem Literaturhaus München veranstaltete die Internationale Jugendbibliothek am 8. und 9. Februar das erste literaturCAMP. Mit dem Ziel, sich zusammenzusetzen und über Bücher, die Ungerechtigkeiten thematisieren, zu reden, zu schreiben und sich auszutauschen.

Die Themenvielfalt, das Interesse der Jugendlichen und deren Gesprächsbereitschaft lassen sich dabei kaum in Worte fassen. Es ging um die Grenze zwischen moralisch richtig und gesetzlich erlaubt, um Ungerechtigkeit und Vorurteile und um den Unterschied zwischen Ungerechtigkeit und Pech. Es wurde über Sexismus, Rassismus, soziale Diskriminierung und von dem Glück, in einem stabilen Umfeld und in einem reichen Land wie Deutschland aufwachsen zu dürfen, gesprochen.

Dass es aber auch hier in Deutschland nicht immer gerecht zuging (und noch zugeht), zeigte nicht zuletzt Manja Präkels, die Autorin des Romans ‚Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß‘, die am Samstagabend zu einer Lesung ins Literaturhaus gekommen war. Der Roman erzählt, autobiografisch untergelegt, von einer Kindheit und Jugend in der DDR in einem kleinen Kaff nahe Berlins, vom Zusammenbruch der DDR und der Wende, die die DDR-Gesellschaft und die Menschen zutiefst erschütterte und u.a. eine Welle von rechtsradikalem Hass und Terror auslöste.

„Man kann nicht unendlich viel Freundlichkeit in die Welt bringen.“ Sagte die Philosophieprofessorin Christine Bratu, die zusammen mit dem Autor Tobias Elsässer das Wochenende moderierte. Nach dem kommunikationsfreudigen Samstag ging es am Sonntag um das Schreiben, das Erleben, das wirklich etwas verändern und nicht „nur“ darüber reden. Literatur kann uns aufs Glatteis führen und uns aber genau deshalb dazu bringen, andere Perspektiven anzunehmen. Unter diesem Motto lud der Autor Tobias Elsässer zu einem Workshop zum emphatischen Schreiben ein. Christine Bratu dachte mit ihrer Gruppe darüber nach, wo Intimität anfängt und aufhört, während die SZ Journalistin Mareike Nieberding eine andere Gruppe Jugendlicher in die Fußgängerzone schickte, wo sie Passanten interviewten, und später verschiedene journalistische Textformen ausprobierten.

Und was ist das Ergebnis des Ganzen? Was bringt Jugendliche im Alter von 14- 18 Jahren dazu, ein ganzes Wochenende, über hochpolitische, hoch philosophische und hoch umstrittene Fragen zu diskutieren?

Antworten haben sie parat: Das literaturCAMP bot ihnen Raum, sich über die Themen zu unterhalten, die ihnen wichtig sind. Doch was ebenso bedeutend ist: Hier fanden sie die passenden Gesprächspartner dazu und zwar solche, die sie sonst nicht unbedingt in ihrem sozialen und schulischen Umfeld finden.

Ja, die Welt ist ungerecht! Aber ja – wir können etwas verändern und das nicht zuletzt mit Hilfe der Literatur!

Wer mehr über das literaturCAMP erfahren möchte und darüber was an diesem Wochenende alles Spannendes passierte, ist herzlich eingeladen, auf Instagram alles nachzuerleben.

tk

Eine Kooperation von:kooperationsleiste CAMP

Gefördert von:Förderleiste CAMP

literaturCAMP 2020 – Restplätze frei!

Kann Lesen Deine Welt verändern?
Dieser Frage wollen wir mit Leuten zwischen 15 und 18 Jahren nachgehen.

Im literaturCAMP triffst du auf eine Philosophin, eine Journalistin und einen Autor, die mit euch arbeiten und diskutieren. Im Plenum, in Workshops, auf und vor der Bühne. Es wird geredet, geschrieben, performt.

Lass uns mit Worten Welten bauen. Zwischen Insta-Story, WhatsApp und Youtube. Dort, wo Wirklichkeit und Fiktion aufeinandertreffen und alles Geschichte wird. Auch deine Geschichte.

Wann?
8. und 9. Februar 2020

Wo?
Literaturhaus München

Du bist interessiert? Dann melde dich hier an. Die Teilnahme ist kostenlos.

Programm

Eine Kooperation von:

 

 

Gefördert von:

White Ravens Festival: Bibliotheken Bayerns – Aufgepasst!

Logo ohne Datum

6. White Ravens Festival
für Internationale Kinder- und Jugendliteratur  12. bis 16. Juli 2020 in ganz Bayern

Zum sechsten Mal findet dieses Jahr das White Ravens Festival für Internationale Kinder- und Jugendliteratur statt. Vielfach ausgezeichnete Autorenpersönlichkeiten stehen ebenso auf der Gästeliste wie literarische Neuentdeckungen. Zwölf renommierte Kinder- und Jugendbuchautoren und -Illustratoren aus Deutschland und der ganzen Welt kommen im Rahmen des Festivals nach Bayern.

Alle Bibliotheken in Bayern sind herzlich eingeladen sich für eine Lesung der Autoren zu bewerben, denn neben Veranstaltungen im Münchner Schloss Blutenburg, dem Sitz der Internationalen Jugendbibliothek, planen wir auch wieder Veranstaltungen in ganz Bayern – das heißt für Sie: Auch Ihre Bibliothek kann dabei sein!

Folgende Autorinnen und Autoren freuen sich über Ihre Einladung:

Margit Auer, Deutschland | Yves Grevet, Frankreich | Susan Kreller, Deutschland | Shō Kutsuki, Japan | André Letria, Portugal | Tanja Maljartschuk, Ukraine | Anete Melece, Lettland | Kenneth Oppel, Kanada | Annet Schaap, Niederlande | Benjamin Tienti, Deutschland |Tuutikki Tolonen, Finnland | Alex Wheatle, Großbritannien

Wenn Sie Interesse haben, eine Veranstaltung zu planen, melden Sie sich gerne bei uns, damit wir Ihren Wunsch vormerken können.

Kontakt:
Dr. Élodie Malanda und Theresa Krien
Tel. 089/891211-49
E-Mail: volontariat@ijb.de

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