Geschichte/n erzählen – Wissenschaftliche Tagung

17. Februar 2017, 10 – 17.30 Uhr
Geschichten erzählen und Geschichte erzählen
Hans Baumann – Jugendbuchautor, Dichter und Übersetzer
Tagungsflyer

Hans Baumann (1914-1988) war einer der erfolgreichsten Jugendbuchautoren der Nachkriegszeit. Bis in die 80er Jahre veröffentlichte er mehr als 100 Kinder- und Jugendbücher und übersetzte zudem Gedichte, Fabeln und kanonisierte Texte vornehmlich aus dem Russischen. Zeitlebens blieb er als Verfasser von nationalsozialistischen Indoktrinations- und Kampfliedern jedoch umstritten.

Der literarische Nachlass von Hans Baumann wird seit 2015 mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Autographen-Portal Kalliope erschlossen. Ab Juni 2017 wird das Nachlassmaterial im Lesesaal der Internationalen Jugendbibliothek für Forschungen und Recherchen vollständig zur Verfügung stehen. Anlässlich der Erschließung dieses literarisch, kulturpolitisch und zeitgeschichtlich interessanten Nachlasses widmet sich eine wissenschaftliche Tagung dem Werk Hans Baumanns.

Programm
Zwischen Stabilisierung und Aufstörung?
Hans Baumann und das Erzählen von Geschichte(n)
Prof. Dr. Carsten Gansel

Historisches Erzählen in Hans Baumanns Jugendromanen:
Traditionslinien, Brüche, Gattungen
Prof. Dr. Gabriele von Glasenapp

Erinnerungen eines Literaturhistorikers an die
Zusammenarbeit mit Hans Baumann
Prof. em. Winfred Kaminski

Der Blick auf das Fremde in Hans Baumanns Jugendromanen
und –sachbüchern
Dr. Michael Schmitt

Der ‚Typus‘ Hans Baumann – zur Karriere eines Schriftstellers
im Nationalsozialismus
PD Dr. Wilhelm Haefs

Erinnerungen eines Verlegers an die Zusammenarbeit mit
Hans Baumann
Hans-Joachim Gelberg

Die Tagung ist kostenfrei.
Anmeldung unter: anmeldung@ijb.de

Tagungsflyer

Weihnachtsgeschenk für die Internationale Jugendbibliothek

Dringend notwendige Reinigungs- und Sanierungsarbeiten im unterirdischen Büchermagazin auf Schloss Blutenburg können endlich abgeschlossen werden. Das Bundesfamilienministerium fördert die Maßnahme mit einer einmaligen Zuwendung von 150.000 Euro. Übergabe des Bescheids am 22. Dezember 2016 um 10.30 Uhr durch Bettina Bundszus, Abteilungsleiterin im Bundesministerium.

Die Internationale Jugendbibliothek verfügt über einen weltweit einzigartigen Bestand von über einer halben Million internationaler Kinder- und Jugendbücher in mehr als 130 Sprachen aus vier Jahrhunderten mit teils unikalen Buchausgaben. Zu den Kernaufgaben und Verpflichtungen der Internationalen Jugendbibliothek gehört es, diesen Buchbestand zu pflegen und dauerhaft zu erhalten, denn er ist die Basis für die Realisierung aller weiteren kultur- und bildungspolitischen Aufgaben der Bibliothek. Zu diesem Zweck wurden zwischen 2010 – 2016 dringend notwendige Reinigungs-und Sanierungsarbeiten durchgeführt.

Aufgrund eines nicht ideal auf die Bücher abgestimmten Raumklimas im unterirdischen Magazinbereich in der Blutenburg in den 1980er und 90er Jahren war der sich dort befindende Hauptbestand erhöhten Staub-, Sporen- und mikrobiologischen Belastungen ausgesetzt und dringend sanierungsbedürftig. Erste Maßnahmen, wie z.B. die Installation eines neuen Belüftungssystems sowie die Reinigung einzelner Sammlungen, wurden bereits 2010 eingeleitet. Nun konnten die Reinigungs- und Sanierungsarbeiten dank einer großzügigen Zuwendung des Bundesfamilienministeriums nach gut sechs Jahren vollständig abgeschlossen werden. Insgesamt wurden rund 7.660 laufende Regalmeter mit ca. 400.000 Büchern gereinigt. Aneinandergereiht entspricht das in etwa der Entfernung von Schloss Blutenburg zum Hauptbahnhof (Luftlinie).

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Ein Rückblick auf die zweite Runde des Tandemprojektes „Wer bist du?“

Maganda, das klingt harmonisch, das klingt weich, das schmeichelt der Zunge. Das Wort sieht auch angenehm aus, in sorgsamer Schrift mit dickem violettem Filzstift auf einem kleinen Kärtchen notiert. Dieses Prachtexemplar haben wir zusammen mit Zungenbrechern wie škafiškafnjak und Lautmalerischem wie tarllabuq aus unserer Wortschatzkiste gefischt, um damit zu spielen. Maganda klingt nach einem großen, sanften Tier. Oder doch eher nach einer leckeren Frucht? Škafiškafnjak erinnert an Schaschlik. Tarllabuq reimt sich auf Erdrutsch und Quatsch. Was die Wörter wohl wirklich bedeuten und aus welcher Sprache sie sein mögen? Das ist erst mal ganz egal.

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Foto: Juliana Krohn

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PM: James Krüss Preis 2017 geht an Andreas Steinhöfel

Der James Krüss Preis für internationale Kinder- und Jugendliteratur 2017 geht an den Autor Andreas Steinhöfel

Die Begründung der Jury
„Die Mitte der Welt, Dirk und ich, Rico, Oskar und die Tieferschatten: Mit seinen Romanen, die von staunenswerter Leichtigkeit, Originalität und Intensität geprägt sind, nimmt Andreas Steinhöfel seit vielen Jahren einen festen Platz in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur ein. Sein Werk setzt dort Maßstäbe, führt es doch vor, wie durch intensive Arbeit am Material Sprache und im Bewusstsein der erzählerischen Traditionslinien eine ganze Literatur weiterentwickelt werden kann. Nicht nur darin knüpft Steinhöfel an James Krüss an, dessen Protagonist Boy mit seinem Urgroßvater eine produktive Sprachskepsis zeigt, die Steinhöfels Rico zutiefst vertraut ist und dem wir wiederum Wortschöpfungen wie „Fundnudel“ und „Herzgebreche“ verdanken. Auch die Weltoffenheit und Toleranz, die das Werk von James Krüss prägen, ist den Romanen Steinhöfels eingeschrieben, die in zahlreichen übersetzten Ausgaben vorliegen und deren Autor auch als Übersetzer ins Deutsche wirkt. Weiterlesen

James Krüss Preis 2017

In Gedenken an den Autor, Sprachkünstler und Weltbürger James Krüss hat die James Krüss Erbengemeinschaft 2013 den James Krüss Preis ausgelobt. 2017 wird er bereits zum dritten Mal verliehen. Dieser Preis ergänzt das Spektrum an Preisen und Auszeichnungen für Kinder- und Jugendliteratur im deutschsprachigen Raum um einen weiteren Aspekt. Mit der Auszeichnung soll das Werk eines lebenden Kinder- und Jugendbuchautor gewürdigt und gefördert werden, dessen Texte sich durch sprachliche Brillanz, Originalität, fantasievolles Erzählen und Weltoffenheit auszeichnen und darin eine Parallele zum Krüss’schen Werk erkennen lassen. Weiterlesen

James Krüss Preis: Jurymitglied Tilman Spreckelsen

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(c) Birgit Meixner

Tilman Spreckelsen (Jahrgang 1967) studierte Germanistik und Geschichte in Freiburg und ist heute als Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er hat verschiedene Anthologien ediert und ist Herausgeber der ›Bücher mit dem blauen Band‹ bei Fischer. Für seinen ersten Kriminalroman ›Das Nordseegrab‹ wurde er mit dem Theodor-Storm-Preis der Stadt Husum 2014 ausgezeichnet.

Für den James Krüss Preis 2017 ist er erstmalig in der Jury vertreten.

James Krüss Preis: Jurymitglied Ralf Schweikart

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Ralf Schweikart

Ralf Schweikart studierte Germanistik am Institut für Jugendbuchforschung, Soziologie und Kulturanthropologie in Frankfurt am Main. Seit vielen Jahren schreibt er Beiträge und Rezensionen für Publikums- und Fachzeitschriften, ist als Referent tätig und u.a. Jurymitglied bei den Besten 7 und beim Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis.

Für den James Krüss Preis 2017 ist er erstmalig in der Jury vertreten.