Interview mit Anne-Laure Bondoux

Allgemeine Fragen zum Beruf der Autorin

1)      Wollten Sie schon immer Autorin werden?

Ja, es war mein Traum als Kind und als Jugendliche. Und es war der Traum meines Vaters.

Und warum sind Sie (schließlich) Autorin geworden?

Damit mein Papa stolz sein konnte auf seine Tochter.  – Nein, im Ernst, ein Körnchen Wahrheit steckt schon in meiner Antwort, denn jedes Mädchen möchte doch irgendwo seinem Papa gefallen.

 2)      Wurde Ihr erster Roman gleich veröffentlicht?

Nein, meine ersten drei Manuskripte wurden von den renommierten französischen Verlagshäusern, wo ich sie eingereicht hatte, weil ich so überzeugt war von meiner Arbeit, abgelehnt. Aber heute, wo ich Erfolg habe, kann ich rückblickend sagen, dass es wichtig ist, Misserfolge zu haben. Ebenso wichtig wie Liebeskummer!

Und worum ging es in dem ersten Roman, den Sie veröffentlicht haben?

Es ist ein Science-Fiction-Roman, der in der deutschen Übersetzung „Linus in der Stufenwelt“ heißt. Linus lebt in einer Gesellschaft, in der das Schicksal von Maschinen bestimmt wird, aber er würde sein Leben gerne selbst bestimmen.

 3)      Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Meine Freiheit, zu arbeiten, wann ich will. Und ich treffe gerne meine Leser, weil man durch die Bücher etwas sehr Intensives teilt.

 4)      Haben Sie ein schriftstellerisches Vorbild oder ein persönliches?

Oh ja, mehrere. Ich mag die großen, klassischen französischen Schriftsteller wie z.B. Gustave Flaubert, aber ich habe auch Frauen als Vorbilder, wie z.B. Virginia Woolfe.

Fragen zu dem Roman „Die Zeit der Wunder“

 1)      Wie sind Sie auf die Idee gekommen, „Die Zeit der Wunder“ zu schreiben?

Der allererste Ausgangspunkt war der Wunsch, eine Geschichte über eine Frau mit unzerstörbarem Optimismus zu erzählen. In gewisser Weise ähnle ich Gloria, ich habe mein Mutterherz in diese Figur gelegt.

Kennen Sie einen Menschen, der Vorbild für die Figur Koumail war?

Nein, Koumail ist erfunden, aber es gibt viele kleine Koumails, in vielen Ländern.

 2)      Haben Sie die Länder, durch die Koumails Reise geht, selbst bereist?

Freilich habe ich mich über den Kaukasus informiert, aber ich war nicht dort. Was zählt, ist das Leid der Menschen in einer Kriegsregion, gleichgültig welche Gründe der Krieg hat.

 3)      Gibt es in dem Roman eine Stelle, die Sie persönlich besonders gerne mögen?

Eigentlich mag ich irgendwie alle Stellen, aber eine Stelle, die mich sehr berührt, ist der „Wettbewerb des Unglücks“, das Spiel, das Prudence Koumail vorschlägt und schließlich gewinnt.

4)      Würden Sie heute etwas an Ihrem Buch ändern?

Diese Frage stelle ich mir niemals. Wenn ein Buch gedruckt ist, gehört es dem Leser.

5)      Sprechen Sie eine der Sprachen, in die Ihr Buch übersetzt wurde?

Ich spreche ein bisschen Deutsch…and I speak english…

Lesen Sie die Übersetzungen Ihres Buches?

Die Verleger schicken mir die Übersetzungen zu und ich muss mein Einverständnis geben. Dabei vertraue ich den Verlegern.

Abschließende Fragen

 1)      Mögen Sie eines Ihrer Bücher besonders gerne?

Am liebsten mag ich immer mein nächstes Buch, sonst würde ich es nicht schreiben.

 2)      Gibt es ein Buch eines anderen Autors, das Sie als eines Ihrer Lieblingsbücher bezeichnen würden?

Im Jugenbuchbereich sind es die Bücher eines Kollegen, Jean-Claude Mourlevat, z.B. “Le combat d’hiver”.

 3)      Haben wir Sie etwas gefragt, was Sie noch nie in einem Interview gefragt wurden?

Es tut mir leid, euch das sagen zu müssen: Nein, es ist aber auch nicht so leicht eine Frage zu finden, die noch keiner gestellt hat.

 4)      Möchten Sie uns etwas sagen, was wir Sie nicht gefragt haben?

Ich gebe euch ein Beispiel einer außergewöhnlichen Frage, die mir einmal ein Junge gestellt hat, als er gehört hat, dass ich gerne lange ausschlafe, bevor ich an die Arbeit gehe. Er wollte wissen, ob ich im Schlafanzug arbeite.  Was ich übrigens niemals tue!

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