En boktroll på tur

Unsere Expertin für deutschsprachige und skandinavische Kinder- und Jugendliteratur, Ines Galling, besuchte die Høgskule på Vestlandet in Bergen und die Nordisk Barnebokkonferanse (NBBK) in Stavanger – ein Nachbericht.

Ich bin oft in Norwegen unterwegs, doch in den beiden Küstenstädten Bergen und Stavanger war ich schon seit längerem nicht. Deswegen war es natürlich extraschön, dort zu Gast zu sein: Bergen begrüßte mich zwar mit dem nicht unüblichen Regen, doch der neue Campus Kronstad, wo die Hochschule des Westlandes ihr Quartier bezogen hat, beeindruckte trotzdem:

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Bergen | Foto: IJB

Auf einem verlassenen Industrieareal errichtet, hat man die alten Gebäude zum Teil in den Neubau integriert und so tolle Veranstaltungsräume wie den „Fyrrommet“ geschaffen – mit loderndem Kamin und einladenden Sofas. Dort über die Geschichte und Aufgaben der IJB zu sprechen, war natürlich premium. Gekommen waren u. a. Studierende des Masterstudiengangs Kinder- und Jugendliteratur, Lehrende und Bibliothekare. Das Interesse an unserer Arbeit war groß – und es kam auch die Idee auf, vielleicht bald wieder eine Ausstellung von uns zu leihen: Vor einiger Zeit zeigten die Bergenser nämlich unsere Wanderausstellung „In 80 Karten um die Welt“ – und jetzt hatten sie die Ausstellung anlässlich meines Besuchs doch tatsächlich noch mal aufgebaut. Das war natürlich nicht nur premium, sondern megapremium!

Nach drei Tagen in Bergen, wo ich – yo! – auch Zeit für ein paar klassische Touri-Unternehmungen hatte und u. a. den kleinen Hausberg Fløyen hinaufmaschiert bin, ging es nach Stavanger. Und zwar mit dem Boot: fünf Stunden Kreuzfahrtfeeling deluxe. Mit einem Kaffee am Fenster sitzen und die imposante Landschaft an sich vorbeiziehen lassen: megapremium.

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Von Bergen nach Stavanger | Foto: IJB

Und so ging es weiter. Denn in Stavanger fand vom 6. bis 8. Februar die Nordisk Barnebokkonferanse (NBBK) statt – wo sich in diesem Jahr alles, was im Norden Rang und Namen hat, unter dem Motto „Den visuelle vendingen“ (The visual turn) versammelt hatte:

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Stavanger | Foto: IJB

Über 100 Künstler, Kreative, Forscher, Verlags-, Presse- und Buchmenschen hatten dort einen Auftritt, 300 Leute waren zum Zusehen und Zuhören gekommen. Ich war eingeladen, um über «Nordiske billedbøker sett utenfra» zu sprechen – und in 20 Minuten die essentials unterhaltsam und lockerflockig på norsk zu präsentieren, yo, das war schon litt av en oppgave. Doch den Reaktionen nach zu urteilen lief es aber – genau – premium 😉  Auch sonst war es mehr als megapremium, dieser Füllhorn-Konferenz beiwohnen zu dürfen, denn es gab einfach irre viel zu erleben! Wie macht man Bilderbücher für Blinde? Wie entsteht ein animierter Film auf Basis eines Bilderbuchs? Wie ist es, textlose Bilderbücher zu gestalten? Wie entwickelt man eine interaktive App zum Lernen aller nordischen Sprachen – inklusive Grönländisch? Wie übersetzt man Bilderbücher? Wie steht es um die Bilderbuchkritik? Und selbstverständlich auch: Wieso gibt es eigentlich einen visual turn?

Ebenfalls nicht unter den Tisch fallen darf das Abendprogramm, zumal es ja auf einem selbigem stattfand: Liv Guldbrandsen sprang beherzt neben das Buffet, um ihre Version des Thorbjørn-Egner-Klassikers „Folk og røvere i Kardamomme by“ zu performen. YO!!! Und da sage noch einer, Norweger seien so zurückhaltend und introvertiert…
Randvoll mit Input und beseelt von vielen tollen Begegnungen ging es schließlich nach einer Woche zurück nach Muc. Doch ich komm wieder, keine Frage! Also: På gjensyn!

Ines Galling

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