Die Michael Ende – Ausstellung in Korea

Noch bis Ende diesen Jahres tourt unsere Ausstellung „Michael Ende – Leben und Werk“ durch ganz Korea. Einen Überblick über die Ausstellungsorte und Termine gibt es hier.

Mit einem Gastbeitrag von Andrea Bach, Leiterin Informations- & Bibliotheksarbeit Ostasien, Goethe-Institut Korea, blicken wir zurück auf den Start dieser Tour in der Nationalen Kinder- und Jugendbibliothek in Seoul, wo sie bis zum 29. Februar 2016 gezeigt wurde.

Ausstellung „Michael Ende – Leben und Werk“ in Korea
Nationale Kinder- und Jugendbibliothek Korea, Seoul
Zeitraum:
6. November 2015 – 29. Februar 2016

Mit der Nationalen Bibliothek für Kinder und Jugendliche in Seoul wurden in den vergangenen Jahren diverse Veranstaltungen durchgeführt. Anknüpfend an die in 2010 gezeigte Ausstellung „Zeitgenössische deutsche Bilderbuchillustration“ kam der Wunsch von Seiten der Bibliothek auf, eine weitere Ausstellung zu präsentieren. Die Entscheidung fiel zugunsten der Wanderausstellung der Internationalen Jugendbibliothek Schloss Blutenburg München (IJB): Michael Ende – Leben und Werk.

Michael Ende ist durch die Übersetzung fast aller seiner Werke dem koreanischen Publikum seit vielen Jahren bekannt. Mit dieser Ausstellung sollte zu seinem 20. Todestag eine Würdigung seiner Person und seines Werkes erfolgen.

Mit der IJB wurde vereinbart, dass statt der deutsch-englischen Sprachfassung der Originalversion in Korea eine deutsch-koreanische Sprachfassung der Ausstellungstafeln präsentiert wird, da das Publikum sich v.a. aus koreanischsprachigen Besuchern zusammensetzen würde und die Verbindung zu Deutschland durch die deutsche Sprache auf den Tafeln gegeben sein würde.

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Bild: Goethe-Institut Korea, Seo-Yong Kim

Die Produktion der Tafeln erfolgte in Korea, so dass auf einen aufwändigen Transport verzichtet werden konnte. Hergestellt wurden die Tafeln von der Seouler Firma, mit der die NLCY seit langem zusammenarbeitet. Auch wurde von deren Designern die Gestaltung des Ausstellungsraums über die Tafelhängung hinaus gestaltet: Figuren aus Endes Werken wurden zwischen den Tafeln an der Wand in gedruckter Form präsentiert. In der Raummitte hing eine Sammlung von Illustrationen von der Decke herab. Der in der Raummitte platzierte Tisch mit Stühlen erinnerte an den im Michael-Ende-Museum in der IJB stehenden Tisch aus seinem ehemaligen Esszimmer.

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Bild: Goehte-Institut Korea, Seo-Yong Kim

Auf den um den Tisch gruppierten Präsentationsregalen wurden deutsche und koreanische Printausgaben von Michael Endes Werken zum Angucken und v.a. zum Lesen aufgestellt. Die deutschen Ausgaben sowie derzeit im koreanischen Buchhandel noch erhältlichen Titel wurden vom Goethe-Institut Korea speziell für die Ausstellung angeschafft und durch eigene Bestände der NLCY ergänzt.

Abspielgeräte für deutsche Hörbücher (koreanische gibt es leider keine) waren ebenfalls installiert. In einem Nebenraum wurde die Verfilmung Momo (hierfür hatte die NLCY die Rechte besorgt) regelmäßig vorgeführt.

Die Präsentation war sehr ansprechend und auch v.a. für Kinder sehr einladend, was sich auch in den Rückmeldungen zeigte.

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Bild: Goehte-Institut Korea, Eröffnung

Die Eröffnung fand am Nachmittag des 6. November statt. Grußworte sprachen die Generaldirektorin der NLCY, Frau Yeo Wee-sook, und der Direktor des Goethe-Instituts Korea und Regionalleiter der Region Ostasien, Dr. Stefan Dreyer. In die Rezeption von Michael Ende in Korea führte Professorin Kim Kyunghee, Abteilung für Deutsche Sprache & Literatur an der Hongik-Universität Seoul ein. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Schülerinnen einer PASCH-Partnerschule des Goethe-Instituts Korea mit Musikschwerpunkt.

An der Eröffnung nahm auch eine Gruppe von 20 Bibliotheken aus ASEAN-Staaten teil, die sich gerade zu einem Fortbildungsaufenthalt an der NLCY aufhielten. Damit die Kolleginnen und Kollegen die Ansprachen verstehen konnten, wurde die Zeremonie in englischer und koreanischer Sprache durchgeführt.

Mit der deutschen Illustratorin Patricia Thoma wurde Anfang Dezember ein Workshop für Kinder organisiert, der auf „Ophelias Schattentheater“ aufbaute. Als Einstieg in die Veranstaltung wurde Ophelias Schattentheater in koreanischer Sprache vorgelesen, die Illustrationen auf eine Leinwand projiziert und durch die Präsentation von Schattentheaterfiguren abgerundet.

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Bild: Goehte-Institut Korea, Andrea Bach

 

Die 25 begeisterten Teilnehmerinnen und Teilnehmer bastelten selbst Schattenfiguren und konnten bei der Wahl der Motive ihre Phantasie spielen lassen. Zum Abschluss wurden alle Figuren den Eltern in einer kleinen Schattentheaterpräsentation vorgeführt.

Damit es auch in den weiteren Ausstellungsmonaten ein Begleitprogramm gab, wurde die Filmvorführung „Die unendliche Geschichte“ auf Wunsch der Bibliothek im Januar 2016 durchgeführt. Hierfür holte das Goethe-Institut die Vorführungsgenehmigung beim Verleiher ein und übernahm die koreanische Untertitelung. Der Kinosaal in der NLCY war mit 30 Besuchern bis auf den letzten Platz besetzt.

Die Ausstellung wurde insgesamt von 5.264 Personen besucht, womit wir von Seiten des Goethe-Instituts sehr zufrieden waren. Die Rückmeldungen der Ausstellungsbesucher waren fast alle positiv:

– der Inhalt der Tafeln ist ausführlich

– es Bücher in der Ausstellung gibt, die in die Hand genommen und gelesen werden können.

– dass deutsche und koreanische Ausgaben miteinander verglichen werden können

– es ein Angebot für Kinder gibt: Kinder können auf vorgedruckten Blättern Figuren aus den Büchern mit Buntstiften ausmalen

– Jugendlichen sind die Werke, v.a. „Momo“, bekannt und deshalb ist die Ausstellung für sie interessant und ansprechend

Es wurde nur bedauert, dass es keine koreanischen Hörbücher gab (bisher sind keine produziert) und dass leider keine Ausstellungsobjekte (z.B. Brille des Autors, sein Füller usw.) gezeigt wurden.

Von März bis Dezember 2016 tourt die Ausstellung durch Korea. Sie wird an 11 Einrichtungen (Bibliotheken und Kulturzentren) im gesamten Land präsentiert. Auch die deutschen und koreanischen Printausgaben gehen mit auf Reisen und können an den einzelnen Orten ebenfalls beim Besuch gelesen werden.

Andrea Bach, Leiterin Informations- & Bibliotheksarbeit Ostasien, Goethe-Institut Korea

Seoul im März 2016

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