JL 2.0 – Wie lief die Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendlichen?

Der Kern der Pilotstudie „Jugendliteratur und soziale Netzwerke“ war die Kommunikation von Jugendlichen über Jugendliteratur im Social Web anzuregen und eine aktive Projektbeteiligung anzuregen. Damit soll das Potential sozialer Netzwerke für eine kulturelle Bildungsarbeit ausgewertet werden. Im Moment sind wir, direkt nach dem Festival noch in der Auswertung der Studienergebnisse. Allerdings kann an dieser Stelle bereits ein Einblick über die Zusammenarbeit mit Lehrern, Schülern und Jugendlichen geben werden.

Welche Strategien und Vorgehensweisen haben wir genutzt, um Jugendliche zwischen 13-20 Jahren für eine Projektbeteiligung zu gewinnen? Wie sind die Strategien und Vorgehensweisen sind im Nachhinein zu bewerten?

Bekanntmachung über Printprodukte: Bei einer ersten Vorgehensweise, versuchten wir über Printprodukte die Bekanntheit des Projektes zu steigern. Hergestellt und verbreitet wurden Visitenkärtchen mit „Follow the White Raven…“ (mit QR-Code), so wie Abrisszettel „Buchfans 2.0 gesucht“, die Neugierde auf das Projekt wecken sollten. Diese Hilfsmittel sind sowohl digital – auf unseren Social Web Kanälen – als auch postalisch an Jugendzentren, Schulen, Bibliotheken und persönlichen Kontakten gestreut worden.

Wie erfolgreich waren diese Vorgehensweise? Anhand der Anklick-Zahlen auf unseren Blogbeiträgen konnte nachvollzogen werden, dass das Projekt durch diese Versandaktion mehr Bekanntheit erlangt hat und von immer mehr Leuten verfolgt wurde. Kontaktiert haben uns anfänglich allerdings vor allem Interessierte, die altersbedingt nicht mehr oder (mit Ihren Kindern) noch nicht zu der angesprochenen Zielgruppe gehörten. Natürlich waren all diese neuen Kontakte gewinnbringend und die positiven Reaktionen erfreulich. Allerdings hatten wir nach der Verbreitung der Printprodukte noch nicht das Vorhaben mehr Jugendliche für eine direkte Teilhabe zu gewinnen erreicht.

Lehrerfortbildung: Auch in einer Lehrerfortbildung (am 14. Juni) zum Thema „Literarische Vermittlungsarbeit mit Schulklassen“ wurden neben anderen Formen der Vermittlungsarbeit, das Projekt vorgestellt. In verschieden Beispielen bekamen die Lehrer Anregungen dafür, wie und in welcher Form sie mit der Klasse teilhaben können – von Blogbeiträgen, Buchtrailern, Facebook-Diskussionen, oder dem Angebot ein tweet-Up mit einem Autor zu machen. Neugierde aber auch Skepsis und Misstrauen gegenüber dem Thema Social Media war von Seiten der Lehrer gleichermaßen zu spüren.

Persönliche Kontaktaufnahme: So richtig in Gang kam die Beteiligung von Jugendlichen am Projekt über die direkte Kontaktaufnahme mit Lehrern und Schulklassen. Die Lehrer, die bei der Anmeldung zu einer Lesung beim Festival Interesse für eine Projektbeteiligung bekundet hatten, wurden von uns persönlich kontaktiert. Für viele war die Einbindung von Schülern in ein Social Web Projekt und der Beteiligung als Gastblogger etwas ganz fremdes und „abtraktes“. Wir merkten daher schnell, dass für viele Lehrer ganz konkrete Beispiele und Anregungen an Beiträgen und Beteiligungsformen nötig sind. Schönerweise entwickelten sich über persönliche Kontakte, Treffen und Telefonate spannende Beteiligungen am Projekt und wurden konkrete Anregungen von unserer Seite auf interessante und vielseitige Weise umgesetzt.

Beispiele:

Eine der schönsten Beispiele für eine Projektbeiteiligung ist die Zusammenarbeit mit der Lehrerin Annabelle Staples, die mit der 9c der Situlischule (einer Mittelschule) ein Videotagebuch in Vorbereitung zur Lesung mit Nils Mohl machte, das jeden Tag auf der Festival-Facbook-Seite gepostet wurde. Da der Autor selber auf Facebook aktiv ist, konnte so schon vor der Lesung ein direkter Austausch zwischen den jungen Lesern und dem Autor stattfinden. Bei der Lesung in der Internationalen Jugendbibliothek gab es dann ein freudiges „analoges“ Kennenlernen. Zudem führten die Schüler ein Interview, das auch per Video aufgenommen und online gestellt wurde. Der Autor war so begeistert von der Klasse, dass er am nächsten Tag als kleines Dankeschön der Klasse einen ganz persönlichen Besuch im Unterricht abstatte.

Auch mit dem Max-Planck-Gymnasium ergab sich eine fruchtbare Zusammenarbeit. Nachdem der Deutschlehrer Lorenz Reichenbach auf unser Projekt aufmerksam wurde, setzte er sich mit uns in Verbindung, denn wie es der Zufall wollte, behandelte er gerade mit seiner 7. Klasse das Thema Blogs und soziale Netzwerke. Ein besonders Highlight war es für das Webteam in die Schule eingeladen zu werden und im Unterricht über das Projekt zu informieren und mit den Schülern über die Vorteile und Risiken von sozialen Netzwerken wie Facebook zu diskutieren. Im Anschluss an unseren Besuch verfassten die Schüler die verschiedensten und allesamt beeindruckenden Beiträge – von Buchtipps oder Reflektionen zum Thema Soziale Netzwerke.

Mit dem Kurt-Huber-Gymnasium München hatte sich über die engagierte Lehrerin Eva Nonnenbroich ebenfalls eine tolle Projektbeteiligung entwickelt. Bei einem Besuch der von ihr geleiteten Literaturkritik-AG lernten wir die Kids persönlich kennen und konnten uns mit den jungen Literaturexperten austauschen. Viele interessante Buchtipps von Jugendlichen für Jugendliche sind so bereits Wochen vor dem Festival auf dem White Ravens Blog und in den sozialen Netzwerken gepostet worden. Beim Festival selber hatte die Gruppe ein Interview mit der französischen Autorin Anne-Laure Bondoux vorbereitet. Dabei gab es eine schöne innerschulische Kooperation mit dem Französischkurs, der das Interview für die Gruppe auf Französisch führte und zusammen mit der Lehrerin rückübersetzte!

Jugendliche Gastblogger unabhängig von Schulen

Sehr erfreulich ist, dass sich beim Projekt auch unabhängig von Schulklassen Jugendliche am Projekt beteiligt haben. So schrieb beispielsweise Paulina über ihre Eindrücke bei der Lesung mit Jutta Richter. Die jungen Autorinnen zwischen 15-20 Jahren aus der Autorenwerkstatt der Internationalen Jugendbibliothek beteiligten sich mit eigenen literarischen Texten zum Bild des weißen Raben. Und Eleonora (13) die aus Italien kommt und die Bibliothek zusammen mit ihrer Mutter besucht, hat ihre Eindrücke vom Eröffnungsfest in einem Video festgehalten. Einen ganz fleißigen Gastblogger hatten wir mit Andrei Craciunescu (18) gefunden. Er besuchte gleich drei der Veranstaltungen: die Abendveranstaltung mit Uri Orlev und Mirjam Pressler, den Abend im Import Export mit Nils Mohl und eine spanischsprachige Lesung mit Daniel Nesquens. Zu jeder der Veranstaltung schrieb er Blogbeiträge über seine Eindrücke und Gedanken zur Veranstaltung. Bei der spanischen Lesung verfasste er den Beitrag sogar auf Spanisch!

 

Resümee

Zusammenfassend kann erfreulicherweise festgestellt werden, dass es gelungen ist Jugendliche sowohl über Schulklassen, als auch unabhängig von Schulen für eine aktive Teilhabe am Projekt zu gewinnen. Bei den verschiedenen Vorgehensweisen, die beschriebenen wurden, bleibt festzuhalten, dass gerade bei einer für Lehrer noch fremden und neuen Art der Literaturvermittlung und der oftmals verbreiteten Skepsis gegenüber dem Social Web, der direkte und persönliche Kontakt zu Lehrern unumgänglich ist. Mit der Bekanntmachung des Projekts über Printprodukte und einem allgemeinen Aufruf zur Beteiligung war es daher noch lange nicht getan.

Wir freuen uns über alle Beiträge von Jugendlichen, die im Rahmen des Projekts entstanden ist und möchten uns an dieser Stelle bei allen beteiligten Lehrern, Schulklassen und jugendlichen Gastbloggern herzlich bedanken!

Das Webteam Petra Wörsching und Tanja Leuthe

Nils Mohl goes Import Export – Eindrücke von Gastblogger Andrei C. (18)

Als ich durch die Eingangstür der Veranstaltung gekommen bin, dachte ich mir erst, dass hier eine Disco stattfinden wird und keine Lesung. Die Leute kauften Bier und redeten in vielen Sprachen miteinander.

Der Saal im Import Export; war völlig überfüllt, die Leute mussten teilweise stehen. Den ersten Teil der Veranstaltung übernahm DJ Quirin. Er legte Musik auf, bis dann schließlich Nils Mohl auf der Bühne auftauchte. Für mich, und ich denke für viele andere auch, war die Veranstaltung eine Premiere. Das, was Nils Mohl uns präsentierte, nannte er eine Sitzdisco. Etwas, was ich davor noch nicht kannte.

Am Anfang las er die Kurzgeschichte Birth. School. Work. Death. aus dem Buch: Ich wäre tendenziell für ein Happy End. Gleich fiel mir auf, dass Herr Mohl eine ganz spezielle Art hat zu schreiben. Er benutzte ungewöhnliche Ausdrücke wie schweißköpfige Aliens;, die das Publikum zum Lachen brachten. Auffällig war auch, dass der Autor sehr gut seine Texte lesen kann. Das ist nicht selbstverständlich. Außerdem wird auch viel Umgangssprache verwendet, die den Text einfach und verständlich macht. Nach der Lesung des ersten Buches gab es eine Break, in der alle ihre Getränke nachfüllen konnten. Danach hat Nils Mohl über das Besondere am White Ravens Festival gesprochen. Zum Beispiel, dass das Festival die Möglichkeit gibt, Menschen zu treffen, von denen man nie die Chance gehabt hätte sie wo anders kennen zu lernen. Bei der Lesung aus dem Buch „Es war einmal Indianerland“ wurde dann zwischendurch immer wieder Musik eingespielt wie zum Beispiel Today; von den Smashing Pumpkins. Nils meinte, dass man sein Buch am Anfang nicht so gut verstehen kann und dass man dem Autor einfach bis zum Schluss vertrauen sollte. Anfangs wollte Nils Mohl gar kein Jugendbuchautor sein, das dachte er zumindest. Außerdem wollte er nicht, dass jemand Probleme auf dem Pausenhof bekommt, wenn man eines seiner Bücher bei einem Schüler in der Schultasche gefunden hätte.

Zusammenfassend finde ich, dass der Jugendbuchautor ein sehr humorvoller und sympathischer Mann ist. Zwischen den einzelnen Passagen macht er immer wieder Pausen, um Musik einspielen zu lassen. Er fragt dann das Publikum, ob jemand den Soundtrack kennt. Als das Lied Spoiled von Sebadoh keiner kannte, wollte er dem Publikum etwas musikalische Späterziehung mitgeben. Während der gesamten Lesung hat er 14 Songs einspielen lassen und jedes Mal hat er das Publikum gefragt von wem das Lied sei und wie es heißt. Er meint, dass ihn viele Lieder inspiriert und ihm neue Ideen gegeben haben. Ich denke, dass sich in seinen Büchern ein Hintergedanke verbirgt. Wie er selbst sagt, will er die Welt mit seinen Büchern verbessern. Herr Mohl ist in Hamburg groß; geworden, wo er nach der Schule aber gleich weggegangen ist, um unter anderem in Weimar zu studieren. In seinen Romanen kann man an einigen Stellen sehr deutlich erkennen, dass er sich auf seine Heimatstadt bezieht. Nach der Lesung wird die Musik lauter gemacht und die Sitzdisco verwandelte sich in eine Stehdisco.

Tja, die Sitzdisko war wirklich interessant, so wie auch die kurze Unterhaltung mit dem Autoren (der sich mal einen Stift zum signieren zulegen sollte 😉 )

Birth, School, Work, Death war für mich das Highlight der Lesung. Mit seiner humoristischen Absurdität erinnerte er mich ein wenig an Douglas Adams, während der Stil mit fragmentierter und verkürzter Sprache seinen eigenen Rhythmus fand. Die Musik am besten gleich als i-tunes playlist anlegen!

Bild

Gegen das Vergessen. Ein Beitrag von Andrei (18) zur Veranstaltung mit Uri Orlev und Mirjam Pressler

Am Dienstag, 17. Juli um 19 Uhr gab es ein Gespräch mit Mirjam Pressler und Uri Orlev moderiert von Prof. Dr. Gabriele von Glasenapp zum Thema „Gegen das Vergessen. Zeitgeschichte und Jugendliteratur.  Unser Gastblogger Andrei Craciunescu hat die Veranstaltung besucht und seine Eindrücke dieser besonderen Veranstaltung augeschrieben. Weiterlesen

Ein selbstgemachter Trailer zu „Es war einmal Indianerland“

Auch bei den bayernweiten Lesungen des Autors Nils Mohl gab es etwas Besonderes: Die Klasse 9b des Werdenfels-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen überraschte den Autor mit einem selbstgedrehten Trailer zum Buch!

Uri Orlev im Interview mit der Klasse 6 F des Gymnasiums Neubiberg

Im Rahmen der Lesung am 17. Juli stellten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 F dem Autor u. a. folgende Fragen, die Frau Pressler dann übersetzte

Wie haben Sie denn damals das Leben im Ghetto erlebt?

Das mag merkwürdig klingen, aber für mich waren das eigentlich die schönsten Jahre, weil ich sie zusammen mit meiner Mutter verbracht habe. Auf der Straße passierten natürlich schlimme Sachen, aber für uns Kinder war es eine Art Abenteuer. In der Zeit nach dem Krieg hatte ich dann immer noch eine Atombombe unter dem Bett.

Hatten Sie wirklich eine Atombombe unter dem Bett?

Nein, es war nur eine eingebildete, aber für mich war sie wirklich da und ich habe ernsthaft darüber nachgedacht, sie zu werfen …

Welches Land bezeichnen Sie heute als Ihre Heimat?

Israel, aber auch noch ein bisschen Polen.

Warum kommen Sie in ein Land, in dem man früher versucht hat, Sie zu töten?

Die Leute, die das versucht haben, sind inzwischen ja nicht mehr da und die Kinder, die ich hier treffe, sind genauso wie alle anderen Kinder auf der Welt. Gleichzeitig ist es mir aber auch wichtig, die älteren Deutschen zu treffen, sie haben nämlich die gleichen Probleme wie ich. Auch die erwachsenen Deutschen fragen sich: Wie konnte uns das passieren?

Welches Buch von den vielen, die Sie geschrieben haben, gefällt Ihnen selbst am besten?

Das ist schwer zu sagen, jedes Buch hat seine eigene Geschichte. Eines davon ist sicher die Insel der Vogelstraße, aber auch die Bilderbücher oder Lauf, Junge, lauf! gefallen mir.

Wollten Sie schon immer Schriftsteller werden?

Nein, ich wollte immer nur stark sein, weil ich der Schwächste in der Klasse war; also Polizist oder Straßenbahnschaffner werden, da mir die Autos dann Platz machen müssen (lacht).

Wie sind Sie Schriftsteller geworden?

Menschen haben viele Begabungen, laufen, springen, malen. Ich konnte gut Geschichten erzählen und Menschen lieben es, gute Geschichten zu hören.

Warum haben Sie Ihre Erinnerungen aufgeschrieben?

Ein Jahr lang habe ich an den Bleisoldaten geschrieben, die heute aber nicht mehr verlegt werden. Lest einmal die kürzere Fassung davon, die Sandspiele. Ich schreibe dort, wie ich als Kind mit meinem Bruder Soldat gespielt habe, um so den Krieg zu überleben.

Sind Sie noch mit Ihrem Bruder befreundet?

Ja, wir haben ein gutes Verhältnis, aber manchmal nervt er mich auch …

Wie viele Bücher sind es eigentlich, die Sie inzwischen geschrieben haben?

Ca. 34; aber für alle verschiedenen Altersstufen.

Haben Sie auch Bücher auf Polnisch geschrieben?

Nein, nur Gedichte nach meinem Aufenthalt in Bergen-Belsen. Ansonsten habe ich nur Bücher auf Hebräisch geschrieben.

Wir haben im Unterricht Lauf, Junge, lauf! gelesen. Herr Orlev, wie lange haben Sie gebraucht, um dieses Buch zu schreiben?

Das ist eine lange Geschichte. Eines Tages kam eine Lehrerin, die uns über die Shoa unterrichtete, und erzählte, sie habe einen beeindruckenden Mann kennengelernt, groß;, mit langem Pferdeschwanz, der ihr eine Geschichte aus seiner Kinderzeit erzählt habe. Die Lehrerin hat mir gesagt, ich könne daraus ein Buch machen, ich habe den Mann dann in Jerusalem auf einem Parkplatz getroffen. Als er anfing, mir seine Geschichte zu erzählen, habe ich ihn gefragt, ob ich noch einmal wiederkommen und seine Geschichte mit Kassettenrekorder aufnehmen könne, er aber wollte mir die Geschichte gleich erzählen. Wir sind daraufhin zusammen in ein Café; gegangen und er hat mir alles so erzählt, als ob er immer noch der 9-jährige Junge sei. Außerdem bekam ich von ihm ein Band, das er für seine Tochter aufgenommen hatte. Ich habe dann angefangen zu schreiben: Neun Monate lang habe ich den Mann immer wieder angerufen und gefragt: Könnte es so gewesen sein? Er hat sich genau an die guten wie an die schlechten Dinge erinnert. Für mich war das wie eine Ampel an der Straße, die mir sagte, ob ich weitermachen konnte. Was für die Leser heute eher unwahrscheinlich ist, waren gerade die Sachen, die tatsächlich stattgefunden haben; dass der Junge unerwartet seinen Vater im Feld trifft zum Beispiel. Als ich das Manuskript fertig und dem Mann zugeschickte hatte, erzählte mir seine Frau, er sei ganz rot im Gesicht gewesen, als er es bekommen habe, und er habe gesagt, dies sei der schönste Tag in seinem Leben. Für mich war das bei allen Preisen der größte, den ich für das Buch bekommen habe.

Wieviel haben Sie für das Buch erfunden?

Man erinnert sich immer nur an einzelne Teile einer Geschichte, dazwischen habe ich mir schon etwas ausgedacht.

Herr Orlev, warum haben Sie eigentlich die Schule gehasst?

Mögt ihr denn die Schule? (Lacht) Nein? Eben. Erst nachdem ich eine Privatlehrerin hatte, hat mir das Lernen Spaß; gemacht. Einmal hat mich in der Schule ein Lehrer dabei ertappt, dass ich statt Rechnungen zu machen gezeichnet habe. Er hat mich am Ohr geschnackt und mich in eine höhere Klasse geschleppt, er wollte mich einfach beschämen. In manchen Schulen wurden Kinder damals geschlagen. Als ich einmal in Japan war, wurde mir dort erzählt, dass noch auf die Hände geschlagen wird. Wird bei euch noch geschlagen?

Nein.

Als ich noch ein Kind war in Polen, musste man sich in die Ecke stellen, bei besonders bösen Sachen musste man sich hinknien. Vorher wurden dann Erbsen auf den Boden geschüttet, damit es besonders wehtat, wenn man darauf kniete.

Wie haben Sie dann Mirjam Pressler kennengelernt?

Ich glaube, wir wissen das beide nicht mehr so genau. Wir kennen uns schon so lange, jedenfalls waren die Übersetzungen der Anlass dafür.

Liebe Frau Pressler, lieber Herr Orlev, wir danken Ihnen ganz herzlich für dieses Interview!

Und auch wir bedanken uns für die tollen Fragen der Schüler und bei Frau Kratz, die mit ihrer Klasse dieses Interview vorbereitet hat!

Bild

Interview mit Anne-Laure Bondoux

Allgemeine Fragen zum Beruf der Autorin

1)      Wollten Sie schon immer Autorin werden?

Ja, es war mein Traum als Kind und als Jugendliche. Und es war der Traum meines Vaters.

Und warum sind Sie (schließlich) Autorin geworden?

Damit mein Papa stolz sein konnte auf seine Tochter.  – Nein, im Ernst, ein Körnchen Wahrheit steckt schon in meiner Antwort, denn jedes Mädchen möchte doch irgendwo seinem Papa gefallen.

 2)      Wurde Ihr erster Roman gleich veröffentlicht?

Nein, meine ersten drei Manuskripte wurden von den renommierten französischen Verlagshäusern, wo ich sie eingereicht hatte, weil ich so überzeugt war von meiner Arbeit, abgelehnt. Aber heute, wo ich Erfolg habe, kann ich rückblickend sagen, dass es wichtig ist, Misserfolge zu haben. Ebenso wichtig wie Liebeskummer!

Und worum ging es in dem ersten Roman, den Sie veröffentlicht haben?

Es ist ein Science-Fiction-Roman, der in der deutschen Übersetzung „Linus in der Stufenwelt“ heißt. Linus lebt in einer Gesellschaft, in der das Schicksal von Maschinen bestimmt wird, aber er würde sein Leben gerne selbst bestimmen.

 3)      Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?

Meine Freiheit, zu arbeiten, wann ich will. Und ich treffe gerne meine Leser, weil man durch die Bücher etwas sehr Intensives teilt.

 4)      Haben Sie ein schriftstellerisches Vorbild oder ein persönliches?

Oh ja, mehrere. Ich mag die großen, klassischen französischen Schriftsteller wie z.B. Gustave Flaubert, aber ich habe auch Frauen als Vorbilder, wie z.B. Virginia Woolfe.

Fragen zu dem Roman „Die Zeit der Wunder“

 1)      Wie sind Sie auf die Idee gekommen, „Die Zeit der Wunder“ zu schreiben?

Der allererste Ausgangspunkt war der Wunsch, eine Geschichte über eine Frau mit unzerstörbarem Optimismus zu erzählen. In gewisser Weise ähnle ich Gloria, ich habe mein Mutterherz in diese Figur gelegt.

Kennen Sie einen Menschen, der Vorbild für die Figur Koumail war?

Nein, Koumail ist erfunden, aber es gibt viele kleine Koumails, in vielen Ländern.

 2)      Haben Sie die Länder, durch die Koumails Reise geht, selbst bereist?

Freilich habe ich mich über den Kaukasus informiert, aber ich war nicht dort. Was zählt, ist das Leid der Menschen in einer Kriegsregion, gleichgültig welche Gründe der Krieg hat.

 3)      Gibt es in dem Roman eine Stelle, die Sie persönlich besonders gerne mögen?

Eigentlich mag ich irgendwie alle Stellen, aber eine Stelle, die mich sehr berührt, ist der „Wettbewerb des Unglücks“, das Spiel, das Prudence Koumail vorschlägt und schließlich gewinnt.

4)      Würden Sie heute etwas an Ihrem Buch ändern?

Diese Frage stelle ich mir niemals. Wenn ein Buch gedruckt ist, gehört es dem Leser.

5)      Sprechen Sie eine der Sprachen, in die Ihr Buch übersetzt wurde?

Ich spreche ein bisschen Deutsch…and I speak english…

Lesen Sie die Übersetzungen Ihres Buches?

Die Verleger schicken mir die Übersetzungen zu und ich muss mein Einverständnis geben. Dabei vertraue ich den Verlegern.

Abschließende Fragen

 1)      Mögen Sie eines Ihrer Bücher besonders gerne?

Am liebsten mag ich immer mein nächstes Buch, sonst würde ich es nicht schreiben.

 2)      Gibt es ein Buch eines anderen Autors, das Sie als eines Ihrer Lieblingsbücher bezeichnen würden?

Im Jugenbuchbereich sind es die Bücher eines Kollegen, Jean-Claude Mourlevat, z.B. “Le combat d’hiver”.

 3)      Haben wir Sie etwas gefragt, was Sie noch nie in einem Interview gefragt wurden?

Es tut mir leid, euch das sagen zu müssen: Nein, es ist aber auch nicht so leicht eine Frage zu finden, die noch keiner gestellt hat.

 4)      Möchten Sie uns etwas sagen, was wir Sie nicht gefragt haben?

Ich gebe euch ein Beispiel einer außergewöhnlichen Frage, die mir einmal ein Junge gestellt hat, als er gehört hat, dass ich gerne lange ausschlafe, bevor ich an die Arbeit gehe. Er wollte wissen, ob ich im Schlafanzug arbeite.  Was ich übrigens niemals tue!

Bild

„Me gusta jugar con las palabras“ – El escritor Daniel Nesquens en el White Ravens Festival

En la sala hay tres clases de Múnich y gente de México, Rumania, Japón y Estados Unidos. Es muy temprano, pero la sala está llena.

Al principio Daniel nos enseña como busca sus ideas para sus libros. También habla mucho con la gente, pregunta algo y deja a las personas preguntarle todo lo que quieren.

Daniel Nesquens es de España, de Zaragoza. Para mí es un hombre muy simpático y divertido. Se ríe todo el tiempo.

Para seguir, Daniel empieza a leer de uno de sus libros.

Después de la lectura, da el micrófono a la gente para que le pregunten algo.

La primera pregunta trata de la crisis financiera. En este momento Nesquens deja de sonreír y dice que es una cosa seria y que la situación en España está muy dura.

Público: “¿Cuántos libros ha escrito?”

Nesquens: “Aproximadamente sesenta libros.”

A Nesquens le encanta trabajar con piezas pequeñas. En sus libros se encuentran solamente capítulos muy cortos. Dice que así se entiende mejor la historia y se puede seguir más fácil. Además le gusta dejar cosas abiertas en sus libros, como un secreto donde se puede ver la solución solamente al final.

Para demostrarnos cómo empezar un texto y escribir la primera frase, nos enseña un juego de palabras. Por ejemplo, una frase empieza solamente con la letra “Y”: “Yacs Yantan Yogures”. Lo mismo puede hacerse con la letra “A”: “Alegres Avispas Arrojan Arroz Al Aire Azul”.

Después de este juego de palabras, deja otra vez que la gente le pregunte algo.

Chico: “¿Cuánto tiempo tarda en escribir un libro?”

Nesquens: “Depende del número de páginas y de la situación en la que escribo.”

Su primer libro salió a la venta en 2000, el libro se llama “Diecisiete cuentos y dos pingüinos”. Daniel tardó cinco años en terminarlo.

Daniel también dice que para llegar a ser un buen escritor es muy importante leer muchísimo. Escribir es muy importante para él porque así tiene la posibilidad de fugarse de la seriedad.

Daniel es un seguidor y fan del Real Zaragoza.

La última pregunta es por qué no escribe para mayores. Su respuesta es que los jóvenes no son tan previsibles como los mayores.

Su mensaje para la gente es: La literatura es una pasión y forma parte de nuestra vida.

Texto de nuestro bloguero invitado Andrei Craciunescu

Bild