En boktroll på tur

Unsere Expertin für deutschsprachige und skandinavische Kinder- und Jugendliteratur, Ines Galling, besuchte die Høgskule på Vestlandet in Bergen und die Nordisk Barnebokkonferanse (NBBK) in Stavanger – ein Nachbericht.

Ich bin oft in Norwegen unterwegs, doch in den beiden Küstenstädten Bergen und Stavanger war ich schon seit längerem nicht. Deswegen war es natürlich extraschön, dort zu Gast zu sein: Bergen begrüßte mich zwar mit dem nicht unüblichen Regen, doch der neue Campus Kronstad, wo die Hochschule des Westlandes ihr Quartier bezogen hat, beeindruckte trotzdem:

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Bergen | Foto: IJB

Auf einem verlassenen Industrieareal errichtet, hat man die alten Gebäude zum Teil in den Neubau integriert und so tolle Veranstaltungsräume wie den „Fyrrommet“ geschaffen – mit loderndem Kamin und einladenden Sofas. Dort über die Geschichte und Aufgaben der IJB zu sprechen, war natürlich premium. Gekommen waren u. a. Studierende des Masterstudiengangs Kinder- und Jugendliteratur, Lehrende und Bibliothekare. Das Interesse an unserer Arbeit war groß – und es kam auch die Idee auf, vielleicht bald wieder eine Ausstellung von uns zu leihen: Vor einiger Zeit zeigten die Bergenser nämlich unsere Wanderausstellung „In 80 Karten um die Welt“ – und jetzt hatten sie die Ausstellung anlässlich meines Besuchs doch tatsächlich noch mal aufgebaut. Das war natürlich nicht nur premium, sondern megapremium! Weiterlesen

Hotdog und Halve Hahn

Die Dänen kommen! Genauer gesagt, neun von ihnen – Daniel Zimakoff und Ida-Marie Rendorff, Josefine Ottesen, Annette Herzog und Katrine Clante, Mette Finderup, Kenneth Bøgh Andersen, Søren Jessen und Louis Jensen. Diese Autorinnen, Autoren und Illustratorinnen sind die Gäste der Internationalen Kinder- und Jugendbuchwochen, die im Mai in Køln, nein: Köln stattfinden. Sie richtet die SK-Stiftung Köln schon seit über 20 Jahren aus, jedes Jahr mit einem anderen Gastland. Mit Dänemark, dessen Hotdogs sich perfekt mit dem Halve Hahn kombinieren lassen (irgendwie scheinen die doch auch sowieso etymologisch verwandt zu sein…?), schließt sich nun der nordische Kreis, denn die anderen – Schweden, Finnen, Norweger und Isländer – waren schon da.

So ist man in Köln zwar schon sehr erfahren im Umgang mit den Wikingern, doch wenn die „Italiener des Nordens“, wie die Dänen innerskandinavisch gern genannt werden, anrücken, bedarf das dann doch noch einmal einer gesonderten Vorbereitung.

Und aus diesem Grund fand am 25. März 2015 in Köln ein Seminar für Lehrerinnen, Lehrer, Bibliothekarinnen und Bibliothekare statt. Zu ihm hatte mich Uschi Schröter von der der SK-Stiftung eingeladen, um dort etwas zur dänischen Literatur- und Lebensart zu erzählen. Bereits im Vorfeld hatten wir gemeinsam die Autorenauswahl besprochen und weil das sehr gut geklappt hat, habe mich sehr darauf gefreut, sie in Köln zu besuchen (und auch, weil ich – die gebürtige Westfälin… – zuvor erst einmal in Köln war und nix kannte außer das Museum Ludwig…).

Die Reise ging zwar etwas kuddelmuddelig los („dieser Zug fällt aufgrund technischer Probleme aus“), doch das bedeutete auch: Es kann nur besser werden. Und das wurde es. Das Seminar war gut besucht; so aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer habe ich selten erlebt. Und dabei gab es schon einen kleinen Informationsoverkill – schließlich ging es nicht nur um das einzigartige dänische Bibliothekssystem (jede Schule hat eine eigene Bibliothek!) und die Geschichte der dänischen Kinder- und Jugendliteratur inkl. ihrer vielen Highlights – HC Andersen, Egon Mathiesen, Ole Lund Kirkegaard –, sondern natürlich auch um die eingeladenen Autorinnen und Autoren und ihren Büchern. Ihnen galt das größte Augenmerk, damit das Publikum überlegen konnte, wen sie in ihre Schule oder Bibliothek einladen möchte. Allerdings fiel die Auswahl dann doch nicht so leicht, schließlich bieten die Autoren und ihre Bücher einfach „alles“. Es gibt Fantastik und actionreiche Lausbubengeschichten, sozialkritische Dystopien und Coming-of-Age-Texte, Experimentelles und Grenzüberschreitendes, visuelle Literatur und auch süffiges, lustiges Lesefutter. Grübel, grübel – lieber „Tripp, Trapp, Trümmer“ oder „Hullerix“? Oder doch eine Superheldengeschichte?

Mein Rat: Alle! Denn wie heißt es doch so schön: Viel hilft viel – und das gilt insbesondere in der Literatur. Also, liebe Kölnerinnen und Kölner, lasst euch die dänischen Schmankerl nicht entgehen – es lohnt sich ganz sicher! Und weil ich nun zwar endlich den Dom besichtigt, doch weder Hotdog noch Halve Hahn gegessen habe, komme auch ich bestimmt noch mal wieder – der Westfälin aus Bayern hats im Rheinland nämlich außerordentlich gut gefallen!

Ines Galling2015-03-25 16.56.55

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