Kevin Brooks feiert 60. Geburtstag in der Internationalen Jugendbibliothek

Die Stiftung Internationale Jugendbibliothek und die dtv Verlagsgesellschaft luden am Donnerstag, 11. April anlässlich des 60. Geburtstags des britischen Autors Kevin Brooks in das Schloss Blutenburg. Kevin Brooks zählt zu den radikalsten und interessantesten Stimmen der britischen Jugendliteratur. Mit seinem viel beachteten Debütroman „Martyn Pig“ betrat er 2002 die literarische Bühne und feierte daraufhin mit Büchern wie „Lucas“, „Kissing the Rain“, „The Road of the Dead“ oder „IBoy“ nationale und internationale Erfolge. Sein Roman „Bunker Diary“ wurde kontrovers diskutiert, in „Naked“ taucht er in seine eigene Vergangenheit in der Londoner Punkszene der 70er Jahre ein. Vor kurzem kam sein neuer Roman „Dogchild“ (Deutsch: „Deathland Dogs“) auf den Markt, den er bei zwei Veranstaltungen in Schloss Blutenburg vorstellte. Weiterlesen

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Ein Rückblick auf die zweite Runde des Tandemprojektes der Internationalen Jugendbibliothek: „Wer bist du?“

Maganda, das klingt harmonisch, das klingt weich, das schmeichelt der Zunge. Das Wort sieht auch angenehm aus, in sorgsamer Schrift mit dickem violettem Filzstift auf einem kleinen Kärtchen notiert. Dieses Prachtexemplar haben wir zusammen mit Zungenbrechern wie škafiškafnjak und Lautmalerischem wie tarllabuq aus unserer Wortschatzkiste gefischt, um damit zu spielen. Maganda klingt nach einem großen, sanften Tier. Oder doch eher nach einer leckeren Frucht? Škafiškafnjak erinnert an Schaschlik. Tarllabuq reimt sich auf Erdrutsch und Quatsch. Was die Wörter wohl wirklich bedeuten und aus welcher Sprache sie sein mögen? Das ist erst mal ganz egal.

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Foto: Juliana Krohn

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Interkulturalität, Migration und Flucht in der Literaturvermittlung

Fortbildungsrückblick

img_2401Am 20.10.2016 waren wir zu Gast in Augsburg auf einer Fachtagung für Literatur- und Medienpädagogik mit dem Schwerpunkt „interkulturelle Erziehung“. Ziel unseres Vortrags mit Workshop zum Thema „Interkulturalität, Migration und Flucht in der Literaturvermittlung. Praxisbeispiele und Buchtipps aus der Internationalen Jugendbibliothek“ war es, Dozenten für Literatur- und Medienpädagogik an bayerischen Fachakademien für Sozialpädagogik über die Arbeit der Internationalen Jugendbibliothek in Bezug auf Interkulturalität und Mehrsprachigkeit zu informieren. Weiterlesen

Das enhanced E-Book ist da!

Abschlusskommentar zum Projekt E-Book selbstgemacht.

Es ist soweit! Das enhanced E-Book der 8ng der Münchner neuhof Schulen ist fertig. Die letzten Wochen waren nochmals sehr arbeitsintensiv, denn der letzte Feinschliff benötigte mehr Zeit als gedacht. Weiterlesen

IP DIP DOO, WER BIST DU?

Ein Tandemprojekt mit Neuankömmlingen und Gymnasiasten

Fünf Mal haben wir uns im Juni und Juli in der Bibliothek des Kurt-Huber-Gymnasiums in Lochham getroffen. Wir, das waren zwölf Schülerinnen und Schüler aus den siebten Klassen des Gymnasiums sowie aus der Übergangsklasse der benachbarten Volksschule Lochham: Ahmed, Anđela, Anne, Elham, Eliyas, Emilia, Ester, Farzad, Olivia, Rina, Yelda, Matthis – und dazu Beate Schäfer und Tina Rausch, die beiden Leiterinnen des Schreibprojekts. Ebenfalls mit dabei, zumindest in unseren Gedanken, war Luna Al-Mousli: Ihr auf Deutsch und Arabisch verfasstes Buch „Eine Träne. Ein Lächeln. Meine Kindheit in Damaskus“ diente als Inspirationsquelle für unser Schreiben und Denken.

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Bei der Präsentation auf dem White Ravens Festival

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„Feuerprobe“ überstanden – LMU-Studierende zeigen was sie können!

Im Rahmen des Seminars „Krieg und Frieden im Bilderbuch“ erhielten 12 Studentinnen der LMU München die Möglichkeit, einen Workshop zur Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind“, die derzeit bei uns gezeigt wird, eigenständig zu erarbeiten und durchzuführen. Mittels der Methode „Stationenarbeit“ wurde der Workshop zu dem Bilderbuch „Der dritte Bär“ gestaltet, an dem 22 Kinder einer zweiten Grundschulklasse teilgenommen haben.

DSC_0007Nachdem das Bilderbuch mithilfe eines Erzähltheaters vorgestellt und dazu passende Impulsfragen gestellt wurden, wurden die Kinder in Gruppen aufgeteilt und besuchten nacheinander die einzelnen Stationen.

Die erste Station bot den Kindern die Möglichkeit, einen Ausschnitt des Bilderbuchs „Der dritte Bär“ akustisch darzustellen. Nach der inhaltlichen Einordnung der ausgewählten Textausschnitte wurden diese intensiv unter Berücksichtigung der Gefühle, der Geräusche und der Stimmung besprochen. Den Schüler(inne)n wurden Materialien zur Verfügung gestellt, die sie zur akustischen Umsetzung verwenden konnten. Nach einer DSC_0028kurzen Probe wurde die Szene aufgenommen und den Kindern vorgespielt.

An der zweiten Station war Kreativität gefragt. Aufgabe der Schüler und Schülerinnen war es, ein individuelles Ende für die Geschichte zu verfassen. Dafür sammelten sie mögliche Ideen und Einfälle für den Schluss der Geschichte, der im Bilderbuch weitest gehend offen bleibt. Nachdem diese geschrieben wurden, präsentierten die Kinder ihre Ergebnisse und wählten ihre Lieblingsgeschichte aus.DSC_0020

Die dritte Station ermutigte die Schüler(innen) dazu, eigene Beobachtungen und Erlebnisse zum Thema „Ausgrenzung“ und „Umgang mit Fremden“ zu erzählen, auf Basis derer Comics von den Kindern erstellt wurden. Um die verschiedenen Szenen darzustellen, war von den Schüler(inne)n vor allem Perspektivenübernahme und Empathie gefragt. Die gemeinsam erstellten Comics durften die Schüler am Ende mit nach Hause nehmen.

Abschließend wurde der Workshop im Ausstellungsraum der IJB reflektiert und die Kinder teilten ihre gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse mit.

Die Seminarteilnehmerinnen und Dr. Burkard

Die Seminarteilnehmerinnen und Dr. Burkard

„Sag das noch mal, du alter Kakaduquakfrosch!“

Wenn man diese Tage das Schloss Blutenburg besucht, kann es passieren, dass auf einmal wildes Geschrei durch den Schlosshof weht. Wie in Binette Schroeders Buch „Ritter Rüstig und Ritter Rostig“ fliegen die Schimpfworte „wie Drachen durch die Luft“. Man fragt sich, was da wohl vor sich geht.

WS_HeftEine Schulklasse besucht gerade einen Workshop zu der Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Menschlichkeit“. Aber bevor man über Frieden sprechen kann, muss erstmal verstanden werden, wie ein Streit zustande kommt. In dem Workshop „Auf den Tisch gebracht!“ von Anita Heft geht es genau darum. Wie entsteht ein alltäglicher Streit und vor allem was kann ein im Zorn gesagtes Wort anrichten? Zunächst werden die schlimmsten Schimpfwörter, die es gibt, zusammengetragen und dann feierlich verbannt. Jetzt müssen die Kinder kreativ werden und eigene Schimpfworte erfinden. Diese dürfen nicht beleidigend sein, aber trotzdem sollten sie sich dazu eignen mal ordentlich Dampf abzulassen. Und schon geht’s los: abwechselnd schreien sich die Kinder die ausgedachten Schimpfwörter an den Kopf. Das macht Spaß, aber auch wenn es nur lustige Wortverbindungen, á la Elephantenentenfuss, Schnabelesel oder Dödelhai sind, erkennen die Kinder die Wirkung eines Schimpfwortes, wie es auch in dem Buch „Achtung! Bissiges Wort!“ von Edith Schreiber-Wicke dargestellt wird.

WS_BayerdörferSchrickerEtwas ruhiger geht es in dem Workshop „Ratte ist anders, aber nicht böse“ von Andrea Schricker und Hanne Bayerdörfer zu. Zunächst erforschen die Schüler die Ausstellung. Verschiedene Konfliktgeschichten, wie beispielsweise „So war das! Nein, so! Nein, so!“ von Kathrin Schärer oder „Frosch und der Fremde“ von Max Velthuijs, werden erzählt und der Bücherkoffer hält auch noch einige Bücher zum Stöbern bereit. Jeder kennt Streit und kann erzählen wie er entsteht und was dann passiert. Aber was passiert denn genau während und vor allem nach einem Streit? Die Kinder erfinden eine eigene Konfliktgeschichte und nach einigen Proben werden diese kleinen Szenen dem Rest der Gruppe vorgestellt. Sechs kleine Theaterstücke zeigen Streit, Ausgrenzung und Einsamkeit und alle enden mit einem „Lass uns wieder Freunde sein und zusammen Fangen spielen!“ und schon flitzen alle wieder gemeinsam durch den Raum.WS_SchrickerBayerdörfer

(Sophia Heissbauer)

Nähre Infos zu den Workshops gibt es hier.