Rotkäppchen in der Großstadt – Lehrerfortbildung zu Grimms Märchen

Am 28. Mai begrüßte die Internationale Jugendbibliothek etwa 60 Grund- und Mittelschullehrer*innen zur Fortbildung des Arbeitskreises Lese- und Literaturförderung des Schulamts München. Bereits seit 1998 besteht der AK Lese- und Literaturförderung, der auf Initiative der Internationalen Jugendbibliothek gegründet wurde und seitdem jährlich eine Fortbildung zur Literaturvermittlung auf Schloss Blutenburg gibt.

Bei dem diesjährigen gemeinsamen Projekt mit dem Arbeitskreis Lese- und Literaturförderung drehte sich alles um Neuinterpretationen der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm. Weiterlesen

Kevin Brooks feiert 60. Geburtstag in der Internationalen Jugendbibliothek

Die Stiftung Internationale Jugendbibliothek und die dtv Verlagsgesellschaft luden am Donnerstag, 11. April anlässlich des 60. Geburtstags des britischen Autors Kevin Brooks in das Schloss Blutenburg. Kevin Brooks zählt zu den radikalsten und interessantesten Stimmen der britischen Jugendliteratur. Mit seinem viel beachteten Debütroman „Martyn Pig“ betrat er 2002 die literarische Bühne und feierte daraufhin mit Büchern wie „Lucas“, „Kissing the Rain“, „The Road of the Dead“ oder „IBoy“ nationale und internationale Erfolge. Sein Roman „Bunker Diary“ wurde kontrovers diskutiert, in „Naked“ taucht er in seine eigene Vergangenheit in der Londoner Punkszene der 70er Jahre ein. Vor kurzem kam sein neuer Roman „Dogchild“ (Deutsch: „Deathland Dogs“) auf den Markt, den er bei zwei Veranstaltungen in Schloss Blutenburg vorstellte. Weiterlesen

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Ein Rückblick auf die zweite Runde des Tandemprojektes der Internationalen Jugendbibliothek: „Wer bist du?“

Maganda, das klingt harmonisch, das klingt weich, das schmeichelt der Zunge. Das Wort sieht auch angenehm aus, in sorgsamer Schrift mit dickem violettem Filzstift auf einem kleinen Kärtchen notiert. Dieses Prachtexemplar haben wir zusammen mit Zungenbrechern wie škafiškafnjak und Lautmalerischem wie tarllabuq aus unserer Wortschatzkiste gefischt, um damit zu spielen. Maganda klingt nach einem großen, sanften Tier. Oder doch eher nach einer leckeren Frucht? Škafiškafnjak erinnert an Schaschlik. Tarllabuq reimt sich auf Erdrutsch und Quatsch. Was die Wörter wohl wirklich bedeuten und aus welcher Sprache sie sein mögen? Das ist erst mal ganz egal.

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Foto: Juliana Krohn

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Interkulturalität, Migration und Flucht in der Literaturvermittlung

Fortbildungsrückblick

img_2401Am 20.10.2016 waren wir zu Gast in Augsburg auf einer Fachtagung für Literatur- und Medienpädagogik mit dem Schwerpunkt „interkulturelle Erziehung“. Ziel unseres Vortrags mit Workshop zum Thema „Interkulturalität, Migration und Flucht in der Literaturvermittlung. Praxisbeispiele und Buchtipps aus der Internationalen Jugendbibliothek“ war es, Dozenten für Literatur- und Medienpädagogik an bayerischen Fachakademien für Sozialpädagogik über die Arbeit der Internationalen Jugendbibliothek in Bezug auf Interkulturalität und Mehrsprachigkeit zu informieren. Weiterlesen

Das enhanced E-Book ist da!

Abschlusskommentar zum Projekt E-Book selbstgemacht.

Es ist soweit! Das enhanced E-Book der 8ng der Münchner neuhof Schulen ist fertig. Die letzten Wochen waren nochmals sehr arbeitsintensiv, denn der letzte Feinschliff benötigte mehr Zeit als gedacht. Weiterlesen

IP DIP DOO, WER BIST DU?

Ein Tandemprojekt mit Neuankömmlingen und Gymnasiasten

Fünf Mal haben wir uns im Juni und Juli in der Bibliothek des Kurt-Huber-Gymnasiums in Lochham getroffen. Wir, das waren zwölf Schülerinnen und Schüler aus den siebten Klassen des Gymnasiums sowie aus der Übergangsklasse der benachbarten Volksschule Lochham: Ahmed, Anđela, Anne, Elham, Eliyas, Emilia, Ester, Farzad, Olivia, Rina, Yelda, Matthis – und dazu Beate Schäfer und Tina Rausch, die beiden Leiterinnen des Schreibprojekts. Ebenfalls mit dabei, zumindest in unseren Gedanken, war Luna Al-Mousli: Ihr auf Deutsch und Arabisch verfasstes Buch „Eine Träne. Ein Lächeln. Meine Kindheit in Damaskus“ diente als Inspirationsquelle für unser Schreiben und Denken.

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Bei der Präsentation auf dem White Ravens Festival

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„Feuerprobe“ überstanden – LMU-Studierende zeigen was sie können!

Im Rahmen des Seminars „Krieg und Frieden im Bilderbuch“ erhielten 12 Studentinnen der LMU München die Möglichkeit, einen Workshop zur Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind“, die derzeit bei uns gezeigt wird, eigenständig zu erarbeiten und durchzuführen. Mittels der Methode „Stationenarbeit“ wurde der Workshop zu dem Bilderbuch „Der dritte Bär“ gestaltet, an dem 22 Kinder einer zweiten Grundschulklasse teilgenommen haben.

DSC_0007Nachdem das Bilderbuch mithilfe eines Erzähltheaters vorgestellt und dazu passende Impulsfragen gestellt wurden, wurden die Kinder in Gruppen aufgeteilt und besuchten nacheinander die einzelnen Stationen.

Die erste Station bot den Kindern die Möglichkeit, einen Ausschnitt des Bilderbuchs „Der dritte Bär“ akustisch darzustellen. Nach der inhaltlichen Einordnung der ausgewählten Textausschnitte wurden diese intensiv unter Berücksichtigung der Gefühle, der Geräusche und der Stimmung besprochen. Den Schüler(inne)n wurden Materialien zur Verfügung gestellt, die sie zur akustischen Umsetzung verwenden konnten. Nach einer DSC_0028kurzen Probe wurde die Szene aufgenommen und den Kindern vorgespielt.

An der zweiten Station war Kreativität gefragt. Aufgabe der Schüler und Schülerinnen war es, ein individuelles Ende für die Geschichte zu verfassen. Dafür sammelten sie mögliche Ideen und Einfälle für den Schluss der Geschichte, der im Bilderbuch weitest gehend offen bleibt. Nachdem diese geschrieben wurden, präsentierten die Kinder ihre Ergebnisse und wählten ihre Lieblingsgeschichte aus.DSC_0020

Die dritte Station ermutigte die Schüler(innen) dazu, eigene Beobachtungen und Erlebnisse zum Thema „Ausgrenzung“ und „Umgang mit Fremden“ zu erzählen, auf Basis derer Comics von den Kindern erstellt wurden. Um die verschiedenen Szenen darzustellen, war von den Schüler(inne)n vor allem Perspektivenübernahme und Empathie gefragt. Die gemeinsam erstellten Comics durften die Schüler am Ende mit nach Hause nehmen.

Abschließend wurde der Workshop im Ausstellungsraum der IJB reflektiert und die Kinder teilten ihre gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse mit.

Die Seminarteilnehmerinnen und Dr. Burkard

Die Seminarteilnehmerinnen und Dr. Burkard

„Sag das noch mal, du alter Kakaduquakfrosch!“

Wenn man diese Tage das Schloss Blutenburg besucht, kann es passieren, dass auf einmal wildes Geschrei durch den Schlosshof weht. Wie in Binette Schroeders Buch „Ritter Rüstig und Ritter Rostig“ fliegen die Schimpfworte „wie Drachen durch die Luft“. Man fragt sich, was da wohl vor sich geht.

WS_HeftEine Schulklasse besucht gerade einen Workshop zu der Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Menschlichkeit“. Aber bevor man über Frieden sprechen kann, muss erstmal verstanden werden, wie ein Streit zustande kommt. In dem Workshop „Auf den Tisch gebracht!“ von Anita Heft geht es genau darum. Wie entsteht ein alltäglicher Streit und vor allem was kann ein im Zorn gesagtes Wort anrichten? Zunächst werden die schlimmsten Schimpfwörter, die es gibt, zusammengetragen und dann feierlich verbannt. Jetzt müssen die Kinder kreativ werden und eigene Schimpfworte erfinden. Diese dürfen nicht beleidigend sein, aber trotzdem sollten sie sich dazu eignen mal ordentlich Dampf abzulassen. Und schon geht’s los: abwechselnd schreien sich die Kinder die ausgedachten Schimpfwörter an den Kopf. Das macht Spaß, aber auch wenn es nur lustige Wortverbindungen, á la Elephantenentenfuss, Schnabelesel oder Dödelhai sind, erkennen die Kinder die Wirkung eines Schimpfwortes, wie es auch in dem Buch „Achtung! Bissiges Wort!“ von Edith Schreiber-Wicke dargestellt wird.

WS_BayerdörferSchrickerEtwas ruhiger geht es in dem Workshop „Ratte ist anders, aber nicht böse“ von Andrea Schricker und Hanne Bayerdörfer zu. Zunächst erforschen die Schüler die Ausstellung. Verschiedene Konfliktgeschichten, wie beispielsweise „So war das! Nein, so! Nein, so!“ von Kathrin Schärer oder „Frosch und der Fremde“ von Max Velthuijs, werden erzählt und der Bücherkoffer hält auch noch einige Bücher zum Stöbern bereit. Jeder kennt Streit und kann erzählen wie er entsteht und was dann passiert. Aber was passiert denn genau während und vor allem nach einem Streit? Die Kinder erfinden eine eigene Konfliktgeschichte und nach einigen Proben werden diese kleinen Szenen dem Rest der Gruppe vorgestellt. Sechs kleine Theaterstücke zeigen Streit, Ausgrenzung und Einsamkeit und alle enden mit einem „Lass uns wieder Freunde sein und zusammen Fangen spielen!“ und schon flitzen alle wieder gemeinsam durch den Raum.WS_SchrickerBayerdörfer

(Sophia Heissbauer)

Nähre Infos zu den Workshops gibt es hier.

Lehramtsstudierende auf die Probe gestellt

Eine Seminargruppe der Ludwig-Maximilians-Universität hat verschiedene Zugangsweisen zu unserer neuen Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Menschlichkeit!“ erarbeitet, die sie mit Schülern bei uns ausprobieren werden. Sowohl für die angehenden Lehrer als auch für die Kinder ist das ein spannendes Angebot, bei dem jeder etwas lernen kann!

Die Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind!“ zeigt, wie vielseitig und kindgerecht Bilderbücher die Themen Konfliktentstehung, Vorurteile oder kriegerische Auseinandersetzungen aufbereiten können. Denn auch in die Welt von Kindern dringen die Nachrichten aus Krisengebieten und Fluchtgeschichten, die sie dann beschäftigen. Die Ausstellung ermöglicht einen literarischen und künstlerischen Zugang zu diesen Themen, gibt neue Denkanstöße und bietet Raum für Diskussionen.

Aufgrund des wichtigen und interessanten Themen­gebiets hat sich die Seminargruppe sowohl mit der Ausstellung, als auch mit den Büchern intensiv beschäftigt. Bezugnehmend auf eine Auswahl von Bilder­büchern der Ausstellung konzipierten die Lehr­amts­studierenden einen Workshop, der auf die Primar­stufe zugeschnitten ist. Die Schüler durchlaufen dabei verschiedene Stationen, an denen unterschied­liche Sinneskanäle angesprochen und die Kinder so auf mehreren Ebenen für das Thema „Konflikte“ sensibilisiert werden. Im Sinne einer inter­kulturellen Bildung zielt der Workshop auf die Friedens­erziehung und dabei besonders auf die Vermitt­lung von Strategien zur friedlichen Konflikt­lösung ab.

Das Seminar und der Workshop finden unter der Leitung von Dr. Mirjam Burkard (Akademische Rätin am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur) statt.

Termin: Donnerstag, 19. März
Dauer: 9.30 Uhr – 12 Uhr
Zielgruppe: 3. oder 4. Jahrgangstufe
Kosten: kostefrei
Anmeldung unter: programm@ijb.de

Zwei Monster von David McKee erschienen im Sauerländer-Verlag

Zwei Monster von David McKee erschienen im Sauerländer-Verlag

Auf dem Prüfstand: Schüler beurteilen die Buchauswahl der Lektoren

Erwachsene lesen Kinder- und Jugendbücher und entscheiden dann auch noch, welche die Besten sind – können die das überhaupt richtig beurteilen? Um diese Frage zu beantworten, lassen wir nun schon zum fünften Mal in dem Projekt „Gegengelesen – Die Buchempfehlungen The White Ravens im Praxistest“ die Buchauswahl der Lektoren der Internationalen Jugendbibliothek von SchülerInnen gegenlesen.

DSC_0010Die Internationale Jugendbibliothek präsentiert jedes Jahr unter dem Namen „The White Ravens“ einen Katalog mit besonderen Schätzen der Kinder- und Jugendliteratur. In diesem Katalog werden 200 herausragende Neuerscheinungen aus 33 Sprachen kurz vorgestellt. Dieses Register wird von Verlagen, Bibliotheken und Buchhandlungen weltweit als unabhängige, qualitativ wertvolle Empfehlungsliste geschätzt. Dabei wählen die Lektoren die Bücher nach bestimmten Kriterien aus. Dazu gehören zum Beispiel die Relevanz der Themen, die literarische und illustratorische Qualität und ihr innovativer Inhalt oder Design. Kinder und Jugendliche setzen jedoch ganz andere Maßstäbe an die Qualität von Büchern. Sie sollen fesseln, bewegen und vielleicht auch nachdenklich machen.

In dem Projekt „Gegengelesen“ lesen Mittelschüler eine Auswahl der deutsch- und englischsprachigen Bücher und formulieren dazu eigene Rezensionen. Als die eigentliche Zielgruppe ist ihre Meinung zu den Büchern für uns, die Verlage und Autoren besonders interessant. Die Verfasser der besten Texte werden einen Tag lang in die Internationale Jugendbibliothek eingeladen und haben die Möglichkeit sich unter „Experten“ auszutauschen und einen Einblick in die Buchbranche zu bekommen.

Dieses Literaturprojekt, das sich ausschließlich an Mittelschulen richtet, da insbesondere dort Leseförderung vorangetrieben werden sollte, hat zum Ziel bei Schülern das Interesse für Literatur und Spaß am Lesen und Schreiben von Texten zu wecken. Außerdem erfahren die Schüler eine Wertschätzung ihres literarischen Urteils und erleben das Lesen literarischer Texte als eine genuine gesellschaftlich anerkannte und sinnvolle Kulturleistung.

Lehrerfortbildung zum Projekt: 10. Februar 15-17 Uhr.
Anmeldung unter: leuthe@ijb.de oder 089/89121149

Hier die Buchauswahl 2015:

  • Antelmann, Corinna: Der Rabe ist Acht, Mixtvision, München, 2014.
  • Hub, Ulrich; Drewelow, Heike: Füchse lügen nicht, Carlsen, Hamburg, 2014.
  • Rautenberg, Arne; Rassmus, Jens: montag ist mützenfalschrumtag, Peter Hammer, Wuppertal, 2014.
  • Richter, Jutta: Helden, Hanser, München, 2013.
  • Wildner, Martina; Schöffmann-Davidov, Eva: Königin des Sprungturms, Beltz & Gelberg, Weinheim, 2013.
  • Gaiman, Neil; Young, Skottie: Fortunately the milk, Harper, New York, 2013.
  • Scieszka, Jon; Barnett, Mac: Battle Bunny, Siman & Schuster Books for young readers, New York, 2013.
  • Crossan, Sarah: The weight of water, Bloomsbury Publishing, London, 2012.
  • Bennett, Veronica: The broomstick bike, Little Island, Dublin, 2011.