Hotdog und Halve Hahn

Die Dänen kommen! Genauer gesagt, neun von ihnen – Daniel Zimakoff und Ida-Marie Rendorff, Josefine Ottesen, Annette Herzog und Katrine Clante, Mette Finderup, Kenneth Bøgh Andersen, Søren Jessen und Louis Jensen. Diese Autorinnen, Autoren und Illustratorinnen sind die Gäste der Internationalen Kinder- und Jugendbuchwochen, die im Mai in Køln, nein: Köln stattfinden. Sie richtet die SK-Stiftung Köln schon seit über 20 Jahren aus, jedes Jahr mit einem anderen Gastland. Mit Dänemark, dessen Hotdogs sich perfekt mit dem Halve Hahn kombinieren lassen (irgendwie scheinen die doch auch sowieso etymologisch verwandt zu sein…?), schließt sich nun der nordische Kreis, denn die anderen – Schweden, Finnen, Norweger und Isländer – waren schon da.

So ist man in Köln zwar schon sehr erfahren im Umgang mit den Wikingern, doch wenn die „Italiener des Nordens“, wie die Dänen innerskandinavisch gern genannt werden, anrücken, bedarf das dann doch noch einmal einer gesonderten Vorbereitung.

Und aus diesem Grund fand am 25. März 2015 in Köln ein Seminar für Lehrerinnen, Lehrer, Bibliothekarinnen und Bibliothekare statt. Zu ihm hatte mich Uschi Schröter von der der SK-Stiftung eingeladen, um dort etwas zur dänischen Literatur- und Lebensart zu erzählen. Bereits im Vorfeld hatten wir gemeinsam die Autorenauswahl besprochen und weil das sehr gut geklappt hat, habe mich sehr darauf gefreut, sie in Köln zu besuchen (und auch, weil ich – die gebürtige Westfälin… – zuvor erst einmal in Köln war und nix kannte außer das Museum Ludwig…).

Die Reise ging zwar etwas kuddelmuddelig los („dieser Zug fällt aufgrund technischer Probleme aus“), doch das bedeutete auch: Es kann nur besser werden. Und das wurde es. Das Seminar war gut besucht; so aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer habe ich selten erlebt. Und dabei gab es schon einen kleinen Informationsoverkill – schließlich ging es nicht nur um das einzigartige dänische Bibliothekssystem (jede Schule hat eine eigene Bibliothek!) und die Geschichte der dänischen Kinder- und Jugendliteratur inkl. ihrer vielen Highlights – HC Andersen, Egon Mathiesen, Ole Lund Kirkegaard –, sondern natürlich auch um die eingeladenen Autorinnen und Autoren und ihren Büchern. Ihnen galt das größte Augenmerk, damit das Publikum überlegen konnte, wen sie in ihre Schule oder Bibliothek einladen möchte. Allerdings fiel die Auswahl dann doch nicht so leicht, schließlich bieten die Autoren und ihre Bücher einfach „alles“. Es gibt Fantastik und actionreiche Lausbubengeschichten, sozialkritische Dystopien und Coming-of-Age-Texte, Experimentelles und Grenzüberschreitendes, visuelle Literatur und auch süffiges, lustiges Lesefutter. Grübel, grübel – lieber „Tripp, Trapp, Trümmer“ oder „Hullerix“? Oder doch eine Superheldengeschichte?

Mein Rat: Alle! Denn wie heißt es doch so schön: Viel hilft viel – und das gilt insbesondere in der Literatur. Also, liebe Kölnerinnen und Kölner, lasst euch die dänischen Schmankerl nicht entgehen – es lohnt sich ganz sicher! Und weil ich nun zwar endlich den Dom besichtigt, doch weder Hotdog noch Halve Hahn gegessen habe, komme auch ich bestimmt noch mal wieder – der Westfälin aus Bayern hats im Rheinland nämlich außerordentlich gut gefallen!

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Mittendrin statt nur dabei! Das #sck13 in Köln

Am 13. September 2013 fand das stARTcamp Köln statt. Die Herbergsmütter hatten geladen und gut 100 Teilnehmer waren ihrem Ruf gefolgt. Wir wurden nicht enttäuscht:  Nicht nur, dass die Herbergsmütter hervorragende Gastgeberinnen sind, auch die Location – Karl Rahner Akademie – war perfekt gewählt!

Insgesamt vier Räume boten Platz für 20 Sessions – das entspricht einer Session-Power von 900 Minuten! Wie auf jedem stARTcamp stellt sich die Frage, welches die „richtigen“ Sessions sind: Wo setze ich meinen Schwerpunkt? Welchen „Referenten“ kenne ich schon? Welches Thema hat mich schon immer interessiert? Was möchte ich noch lernen? Wer kann etwas empfehlen?

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Sehr schnell wird klar, dass man verzichten muss. Aber – und dies ist ein entscheidender Faktor eines sog. Camps – man kann zwar nicht an allen Sessions teilnehmen, hat aber eben doch die Möglichkeit, quasi alles mitzubekommen. Der Austausch mit anderen Teilnehmern entsteht von ganz allein. Dazu bieten nicht nur die ‚15 Minuten bis zur vollen Stunde‘ Gelegenheit, auch die Mittags- und Kaffeepausen sind immens kommunikativ. Wie schön, dass das Social-Media-Völkchen so schwatzhaft ist! So werden aus den besuchten fünf Sessions gut und gern gefühlte 15 Sessions – nicht bei allem dabei und doch überall mittendrin!

Wie es sich für ein ordentliches stARTcamp gehört, wurde der Tag perfekt dokumentiert: Auf allen Plattformen war ein deutliches ‚sck13-Rauschen‘ zu vernehmen! Und wer sich Zeit zur Nachlese nimmt, ist eben auch im Nachhinein noch mittendrin!

Fazit: Die Teilnahme an einem sog. stARTcamp sei allen wärmstens empfohlen. Wem Networking, Wissens- und Gedankenaustausch und aktives Lernen wichtig sind, der ist hier genau richtig! (Petra Wörsching)