Die Gäste der Illustratorentage, Teil III: Claude K. Dubois

© Eric Englebert

© Eric Englebert

Claude K. Dubois wurde 1960 in Verviers, Belgien geboren. Sie lebt mit ihrem Mann, ebenfalls Illustrator, und ihren beiden Töchtern auf dem Land. Sie studierte Illustration in am Institut Saint-Luc in Lüttich, Belgien, wo sie jetzt dieses Fach auch unterrichtet. Sie hat bisher über 30 Kinderbücher illustriert, ihre Bücher wurden in 15 Ländern herausgegeben.

Bei unseren Illustratorentagen und der Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Menschlichkeit“ ist sie vertreten mit ihrem Buch „Akim rennt“. Sie selbst sagt über dieses Buch: „Akim rennt ist das Buch, welches für mich am meisten zählt. Und wahrscheinlich das, das bei den Lesern am längsten nachhallt.“

Das Bilderbuch „Akim rennt“ (Moritz-Verlag) wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2014.

Die Illustratorin kann man am Donnerstag, 8. Oktober 2015 in einem Illustratorengspräch für Kinder und Erwachsene kennenlernen. Cover_Akim rennt

Die Gäste der Illustratorentage, Teil II: Damijan Stepančič

DNedeloer 1969 geborene Damijan Stepančič ist im Moment der vielbeschäftigste und bekannteste Illustrator Sloweniens. Nach seinem Abschluss an der Academy of Fine Arts and Design in Ljubljana konzentrierte er sich ausschließlich aufs Zeichnen. Für ihn bietet die Illustration mehr Ausdrucksmöglichkeiten als jedes andere Medium. Viele der Bücher, die er Illustriert hat, waren für den „Original Slowenian Picture Book Award“ nominiert. 2011 war er mit dem „Ankerbuch“ im White Ravens Katalog der Internationalen Jugendbibliothek vertreten. Die große Warmherzigkeit seiner Illustrationen und zeichnerische Charakterisierung der jeweiligen Erzählsituationen haben ihm zahlreichen Preise und Nominierungen eingebracht. (u.a. Nomination for ALMA 2013 und 2014)

Bei den Illustratorentagen – von Flucht, Anderssein und Vorurteilen ist er mit dem Buch „Ali te lahko objamem močno?“ vertreten, das sich mit dem Verhalten gegenüber Fremden beschäftigt.

Comer_Danijan Stepacic

„Guten Tag, lieber Feind!“ auf dem „Arsenal Book Festival“ in Kiew

Aufgrund der aktuellen politischen Lage in der Ukraine und ihrer Auswirkung auf die Lebenswelt von Kindern ist das Goethe-Institut in Kiew auf unsere Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Menschlichkeit“ aufmerksam geworden. In Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt in Kiew wurden die Ausstellungsplakate ins Ukrainische übersetzt, um die Buchauswahl und die Inhalte im Rahmen des „Arsenal Book Festivals“ präsentieren zu können. Ein Interview mit Frau Raabe zum Projekt gibt es hier zu finden. Weiterlesen

Guten Tag, lieber Feind: Grüße nach Kiew

Vom 22.04. – 26.04.2015 findet in Kiew in der Ukraine das Arsenal Book Festival statt. Zwei unserer Kolleginnen stellen dort die Internationale Jugendbibliothek vor und berichten über Workshops zu unserer Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind“. Im Vorfeld dieser Veranstaltung wurde unsere Direktorin Frau Dr. Christiane Raabe für das ukrainische Literaturportal „Chytymo“ interviewt.

Vielen Dank, liebe Kateryna Iesikova, für die nette Zusammenarbeit!

1. Wie entstand die Idee des Projekts? Wodurch wurde diese Idee verursacht?

Das Thema Bilderbücher für Frieden und gegen Krieg, Ausgrenzung, Hass und Gewalt beschäftigt unser Haus schon seit vielen Jahren. Die Internationale Jugendbibliothek ist nach dem Zweiten Weltkrieg als Werk der Versöhnung und Völkerverständigung entstanden. Kinderbücher als Botschafter für Frieden, Freiheit und Weltoffenheit zu sammeln und zu vermitteln, war und ist ein wichtiger Auftrag unserer Bibliothek. In diesem Geist steht auch die Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Menschlichkeit“. Bereits 1996 stellten wir eine Auswahl von Bilderbüchern zu dem Thema für einen internationalen Kongress in Indien unter dem Thema „Peace and Tolerance“ zusammen. Das Interesse an den Büchern war so groß, dass daraus eine erste kleine Ausstellung entstand, die seither mehrfach überarbeitet und aktualisiert wurde.

Dach Zuletzt haben wir die Ausstellung im letzten Herbst inhaltlich und gestalterisch komplett überarbeitet. Sie sollte ein Beitrag zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 werden, hat aber durch die weltpolitischen Entwicklungen, vor allem durch den Krieg in der Ukraine, im Irak, Syrien und Jemen eine beunruhigen Aktualität bekommen.

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„Feuerprobe“ überstanden – LMU-Studierende zeigen was sie können!

Im Rahmen des Seminars „Krieg und Frieden im Bilderbuch“ erhielten 12 Studentinnen der LMU München die Möglichkeit, einen Workshop zur Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind“, die derzeit bei uns gezeigt wird, eigenständig zu erarbeiten und durchzuführen. Mittels der Methode „Stationenarbeit“ wurde der Workshop zu dem Bilderbuch „Der dritte Bär“ gestaltet, an dem 22 Kinder einer zweiten Grundschulklasse teilgenommen haben.

DSC_0007Nachdem das Bilderbuch mithilfe eines Erzähltheaters vorgestellt und dazu passende Impulsfragen gestellt wurden, wurden die Kinder in Gruppen aufgeteilt und besuchten nacheinander die einzelnen Stationen.

Die erste Station bot den Kindern die Möglichkeit, einen Ausschnitt des Bilderbuchs „Der dritte Bär“ akustisch darzustellen. Nach der inhaltlichen Einordnung der ausgewählten Textausschnitte wurden diese intensiv unter Berücksichtigung der Gefühle, der Geräusche und der Stimmung besprochen. Den Schüler(inne)n wurden Materialien zur Verfügung gestellt, die sie zur akustischen Umsetzung verwenden konnten. Nach einer DSC_0028kurzen Probe wurde die Szene aufgenommen und den Kindern vorgespielt.

An der zweiten Station war Kreativität gefragt. Aufgabe der Schüler und Schülerinnen war es, ein individuelles Ende für die Geschichte zu verfassen. Dafür sammelten sie mögliche Ideen und Einfälle für den Schluss der Geschichte, der im Bilderbuch weitest gehend offen bleibt. Nachdem diese geschrieben wurden, präsentierten die Kinder ihre Ergebnisse und wählten ihre Lieblingsgeschichte aus.DSC_0020

Die dritte Station ermutigte die Schüler(innen) dazu, eigene Beobachtungen und Erlebnisse zum Thema „Ausgrenzung“ und „Umgang mit Fremden“ zu erzählen, auf Basis derer Comics von den Kindern erstellt wurden. Um die verschiedenen Szenen darzustellen, war von den Schüler(inne)n vor allem Perspektivenübernahme und Empathie gefragt. Die gemeinsam erstellten Comics durften die Schüler am Ende mit nach Hause nehmen.

Abschließend wurde der Workshop im Ausstellungsraum der IJB reflektiert und die Kinder teilten ihre gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse mit.

Die Seminarteilnehmerinnen und Dr. Burkard

Die Seminarteilnehmerinnen und Dr. Burkard

„Sag das noch mal, du alter Kakaduquakfrosch!“

Wenn man diese Tage das Schloss Blutenburg besucht, kann es passieren, dass auf einmal wildes Geschrei durch den Schlosshof weht. Wie in Binette Schroeders Buch „Ritter Rüstig und Ritter Rostig“ fliegen die Schimpfworte „wie Drachen durch die Luft“. Man fragt sich, was da wohl vor sich geht.

WS_HeftEine Schulklasse besucht gerade einen Workshop zu der Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Menschlichkeit“. Aber bevor man über Frieden sprechen kann, muss erstmal verstanden werden, wie ein Streit zustande kommt. In dem Workshop „Auf den Tisch gebracht!“ von Anita Heft geht es genau darum. Wie entsteht ein alltäglicher Streit und vor allem was kann ein im Zorn gesagtes Wort anrichten? Zunächst werden die schlimmsten Schimpfwörter, die es gibt, zusammengetragen und dann feierlich verbannt. Jetzt müssen die Kinder kreativ werden und eigene Schimpfworte erfinden. Diese dürfen nicht beleidigend sein, aber trotzdem sollten sie sich dazu eignen mal ordentlich Dampf abzulassen. Und schon geht’s los: abwechselnd schreien sich die Kinder die ausgedachten Schimpfwörter an den Kopf. Das macht Spaß, aber auch wenn es nur lustige Wortverbindungen, á la Elephantenentenfuss, Schnabelesel oder Dödelhai sind, erkennen die Kinder die Wirkung eines Schimpfwortes, wie es auch in dem Buch „Achtung! Bissiges Wort!“ von Edith Schreiber-Wicke dargestellt wird.

WS_BayerdörferSchrickerEtwas ruhiger geht es in dem Workshop „Ratte ist anders, aber nicht böse“ von Andrea Schricker und Hanne Bayerdörfer zu. Zunächst erforschen die Schüler die Ausstellung. Verschiedene Konfliktgeschichten, wie beispielsweise „So war das! Nein, so! Nein, so!“ von Kathrin Schärer oder „Frosch und der Fremde“ von Max Velthuijs, werden erzählt und der Bücherkoffer hält auch noch einige Bücher zum Stöbern bereit. Jeder kennt Streit und kann erzählen wie er entsteht und was dann passiert. Aber was passiert denn genau während und vor allem nach einem Streit? Die Kinder erfinden eine eigene Konfliktgeschichte und nach einigen Proben werden diese kleinen Szenen dem Rest der Gruppe vorgestellt. Sechs kleine Theaterstücke zeigen Streit, Ausgrenzung und Einsamkeit und alle enden mit einem „Lass uns wieder Freunde sein und zusammen Fangen spielen!“ und schon flitzen alle wieder gemeinsam durch den Raum.WS_SchrickerBayerdörfer

(Sophia Heissbauer)

Nähre Infos zu den Workshops gibt es hier.

Guten Tag, lieber Feind! Intercultural and shared reading

“If the war really is over,’ I said, ‘if one is to believe in peaceful coexistence, the first messengers of that peace will be these children’s books. Help me with this experiment. I promise you, you’ll never regret it.’”– Jella Lepman, A Bridge of Children’s Books. p.34.

This memory of Jella Lepman’s points to the philosophy which survives in one of her major legacies: the Internationale Jugendbibliothek / International Youth Library in Munich, Germany. Lepman’s vision for the library was borne, at least in part, from her experience of danger and displacement due to war. The current exhibition curated by the library Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Menschlichkeit / Hello, dear enemy! Picture Books for Peace and Humanity takes up these issues, and brings together a collection of picture books which explore conflict, community, and the importance of empathy for others. Weiterlesen