Wettbewerb zum Welttag der Poesie!

Am 21. März 2017 ist Welttag der Poesie!

Aus diesem Anlass möchten wir gerne auf unseren Arche Kinder Kalender-Wettbewerb für Kinder von 6-12 Jahren hinweisen:

Schnappt euch ein leeres Blatt Papier und lasst eure Fantasie darauf tanzen. Schreibt ein Gedicht und malt ein Bild dazu. Ob mit Buntstift, Kreide, Wasserfarben oder als Collage – alles ist erlaubt! Wichtig ist, dass die Seite im Format Din A4 und im Querformat ist. Anregungen zur Gestaltung findet ihr z.B. im Arche Kinder Kalender 2017. Dort gibt es auch eine entsprechende Vorlage in der Kalenderwoche vom 25.September – 1. Oktober.

Gerne könnt ihr auch eure Geschwister oder Freunde fragen, ob sie die Seite gemeinsam mit euch gestalten wollen – vorausgesetzt sie sind nicht älter als 12 Jahre!
Vermerkt bitte eure/n Namen, Alter und Adresse auf der Rückseite des Blattes und schickt das fertig illustrierte Gedicht an:

Stiftung Internationale Jugendbibliothek
Mein „Arche Kinder Kalender“ – Gedicht
Schloss Blutenburg
81247 München

Die fünf schönsten Blätter werden auf der Homepage der Internationalen Jugendbibliothek veröffentlicht. Die Gewinner erhalten außerdem je einen Arche Kinder Kalender 2018. Einsendeschluss ist der 1. Dezember 2017.

Eine Rücksendung der Einsendungen ist leider nicht möglich.

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Wenn die Großen mit den Kleinen…

Die Wanderausstellung zu Michael Ende, reist wie unsere 10 weiteren Wanderausstellungen um die ganze Welt, doch gerade ist sie passenderweise in der Michael-Ende-Schule in Raubling. In der Projektwoche beschäftigten sich zwei Klassen intensiv mit der Ausstellung und dem Autor. Wir freuen uns, dass wir durch den nachfolgenden Bericht einen Einblick in das Rahmenprogramm zu unserer Austellung bekommen konnten. Weiterlesen

Es war einmal Indianerland: Videotagebuch der 9c aus der Situlischule

Die Schüler der Klasse 9c der Mittelschule an der Situlischule haben zusammen mit ihrer Lehrern Annabelle Staples den Roman “Es war einmal Indianerland” von Nils Mohl gelesen und ihre Eindrücke in einem Videotagebuch festgehalten. Täglich wurden auf der Facebook-Seite des Festivals ihre neuen Leseeindrücke per Video geteilt. Eigene Kompetenzen der Schüler, wie der Umgang mit sozialen Netzwerken und das Bearbeiten von Videos wurden von den Schülern mit eingebracht. Und das Beste daran: über Facebook konnten die Schüler so vorab mit dem Autor Nils Mohl in Kontakt treten, der die Videos kommentiert hat. Bei der Lesung beim White Ravens Festival wurde der Autor dann noch interviewt und als Überraschung besuchte Nils Mohl am Tag drauf die Klasse in ihrer Schule. Dabei entstand der letzte Eintrag im Videotagebuch gemeinsam mit Autor und Klasse.

Verdientermaßen hat dieses wunderbare Projekt beim Wettbewerb „Kinder zum Olymp! Schulen kooperieren mit Kultur“ in der Kategorie Literatur gewonnen! 

Nils Mohl goes Import Export – Eindrücke von Gastblogger Andrei C. (18)

Als ich durch die Eingangstür der Veranstaltung gekommen bin, dachte ich mir erst, dass hier eine Disco stattfinden wird und keine Lesung. Die Leute kauften Bier und redeten in vielen Sprachen miteinander.

Der Saal im Import Export; war völlig überfüllt, die Leute mussten teilweise stehen. Den ersten Teil der Veranstaltung übernahm DJ Quirin. Er legte Musik auf, bis dann schließlich Nils Mohl auf der Bühne auftauchte. Für mich, und ich denke für viele andere auch, war die Veranstaltung eine Premiere. Das, was Nils Mohl uns präsentierte, nannte er eine Sitzdisco. Etwas, was ich davor noch nicht kannte.

Am Anfang las er die Kurzgeschichte Birth. School. Work. Death. aus dem Buch: Ich wäre tendenziell für ein Happy End. Gleich fiel mir auf, dass Herr Mohl eine ganz spezielle Art hat zu schreiben. Er benutzte ungewöhnliche Ausdrücke wie schweißköpfige Aliens;, die das Publikum zum Lachen brachten. Auffällig war auch, dass der Autor sehr gut seine Texte lesen kann. Das ist nicht selbstverständlich. Außerdem wird auch viel Umgangssprache verwendet, die den Text einfach und verständlich macht. Nach der Lesung des ersten Buches gab es eine Break, in der alle ihre Getränke nachfüllen konnten. Danach hat Nils Mohl über das Besondere am White Ravens Festival gesprochen. Zum Beispiel, dass das Festival die Möglichkeit gibt, Menschen zu treffen, von denen man nie die Chance gehabt hätte sie wo anders kennen zu lernen. Bei der Lesung aus dem Buch „Es war einmal Indianerland“ wurde dann zwischendurch immer wieder Musik eingespielt wie zum Beispiel Today; von den Smashing Pumpkins. Nils meinte, dass man sein Buch am Anfang nicht so gut verstehen kann und dass man dem Autor einfach bis zum Schluss vertrauen sollte. Anfangs wollte Nils Mohl gar kein Jugendbuchautor sein, das dachte er zumindest. Außerdem wollte er nicht, dass jemand Probleme auf dem Pausenhof bekommt, wenn man eines seiner Bücher bei einem Schüler in der Schultasche gefunden hätte.

Zusammenfassend finde ich, dass der Jugendbuchautor ein sehr humorvoller und sympathischer Mann ist. Zwischen den einzelnen Passagen macht er immer wieder Pausen, um Musik einspielen zu lassen. Er fragt dann das Publikum, ob jemand den Soundtrack kennt. Als das Lied Spoiled von Sebadoh keiner kannte, wollte er dem Publikum etwas musikalische Späterziehung mitgeben. Während der gesamten Lesung hat er 14 Songs einspielen lassen und jedes Mal hat er das Publikum gefragt von wem das Lied sei und wie es heißt. Er meint, dass ihn viele Lieder inspiriert und ihm neue Ideen gegeben haben. Ich denke, dass sich in seinen Büchern ein Hintergedanke verbirgt. Wie er selbst sagt, will er die Welt mit seinen Büchern verbessern. Herr Mohl ist in Hamburg groß; geworden, wo er nach der Schule aber gleich weggegangen ist, um unter anderem in Weimar zu studieren. In seinen Romanen kann man an einigen Stellen sehr deutlich erkennen, dass er sich auf seine Heimatstadt bezieht. Nach der Lesung wird die Musik lauter gemacht und die Sitzdisco verwandelte sich in eine Stehdisco.

Tja, die Sitzdisko war wirklich interessant, so wie auch die kurze Unterhaltung mit dem Autoren (der sich mal einen Stift zum signieren zulegen sollte 😉 )

Birth, School, Work, Death war für mich das Highlight der Lesung. Mit seiner humoristischen Absurdität erinnerte er mich ein wenig an Douglas Adams, während der Stil mit fragmentierter und verkürzter Sprache seinen eigenen Rhythmus fand. Die Musik am besten gleich als i-tunes playlist anlegen!

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Gegen das Vergessen. Ein Beitrag von Andrei (18) zur Veranstaltung mit Uri Orlev und Mirjam Pressler

Am Dienstag, 17. Juli um 19 Uhr gab es ein Gespräch mit Mirjam Pressler und Uri Orlev moderiert von Prof. Dr. Gabriele von Glasenapp zum Thema „Gegen das Vergessen. Zeitgeschichte und Jugendliteratur.  Unser Gastblogger Andrei Craciunescu hat die Veranstaltung besucht und seine Eindrücke dieser besonderen Veranstaltung augeschrieben. Weiterlesen

Ein selbstgemachter Trailer zu „Es war einmal Indianerland“

Auch bei den bayernweiten Lesungen des Autors Nils Mohl gab es etwas Besonderes: Die Klasse 9b des Werdenfels-Gymnasiums in Garmisch-Partenkirchen überraschte den Autor mit einem selbstgedrehten Trailer zum Buch!

Uri Orlev im Interview mit der Klasse 6 F des Gymnasiums Neubiberg

Im Rahmen der Lesung am 17. Juli stellten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 F dem Autor u. a. folgende Fragen, die Frau Pressler dann übersetzte

Wie haben Sie denn damals das Leben im Ghetto erlebt?

Das mag merkwürdig klingen, aber für mich waren das eigentlich die schönsten Jahre, weil ich sie zusammen mit meiner Mutter verbracht habe. Auf der Straße passierten natürlich schlimme Sachen, aber für uns Kinder war es eine Art Abenteuer. In der Zeit nach dem Krieg hatte ich dann immer noch eine Atombombe unter dem Bett.

Hatten Sie wirklich eine Atombombe unter dem Bett?

Nein, es war nur eine eingebildete, aber für mich war sie wirklich da und ich habe ernsthaft darüber nachgedacht, sie zu werfen …

Welches Land bezeichnen Sie heute als Ihre Heimat?

Israel, aber auch noch ein bisschen Polen.

Warum kommen Sie in ein Land, in dem man früher versucht hat, Sie zu töten?

Die Leute, die das versucht haben, sind inzwischen ja nicht mehr da und die Kinder, die ich hier treffe, sind genauso wie alle anderen Kinder auf der Welt. Gleichzeitig ist es mir aber auch wichtig, die älteren Deutschen zu treffen, sie haben nämlich die gleichen Probleme wie ich. Auch die erwachsenen Deutschen fragen sich: Wie konnte uns das passieren?

Welches Buch von den vielen, die Sie geschrieben haben, gefällt Ihnen selbst am besten?

Das ist schwer zu sagen, jedes Buch hat seine eigene Geschichte. Eines davon ist sicher die Insel der Vogelstraße, aber auch die Bilderbücher oder Lauf, Junge, lauf! gefallen mir.

Wollten Sie schon immer Schriftsteller werden?

Nein, ich wollte immer nur stark sein, weil ich der Schwächste in der Klasse war; also Polizist oder Straßenbahnschaffner werden, da mir die Autos dann Platz machen müssen (lacht).

Wie sind Sie Schriftsteller geworden?

Menschen haben viele Begabungen, laufen, springen, malen. Ich konnte gut Geschichten erzählen und Menschen lieben es, gute Geschichten zu hören.

Warum haben Sie Ihre Erinnerungen aufgeschrieben?

Ein Jahr lang habe ich an den Bleisoldaten geschrieben, die heute aber nicht mehr verlegt werden. Lest einmal die kürzere Fassung davon, die Sandspiele. Ich schreibe dort, wie ich als Kind mit meinem Bruder Soldat gespielt habe, um so den Krieg zu überleben.

Sind Sie noch mit Ihrem Bruder befreundet?

Ja, wir haben ein gutes Verhältnis, aber manchmal nervt er mich auch …

Wie viele Bücher sind es eigentlich, die Sie inzwischen geschrieben haben?

Ca. 34; aber für alle verschiedenen Altersstufen.

Haben Sie auch Bücher auf Polnisch geschrieben?

Nein, nur Gedichte nach meinem Aufenthalt in Bergen-Belsen. Ansonsten habe ich nur Bücher auf Hebräisch geschrieben.

Wir haben im Unterricht Lauf, Junge, lauf! gelesen. Herr Orlev, wie lange haben Sie gebraucht, um dieses Buch zu schreiben?

Das ist eine lange Geschichte. Eines Tages kam eine Lehrerin, die uns über die Shoa unterrichtete, und erzählte, sie habe einen beeindruckenden Mann kennengelernt, groß;, mit langem Pferdeschwanz, der ihr eine Geschichte aus seiner Kinderzeit erzählt habe. Die Lehrerin hat mir gesagt, ich könne daraus ein Buch machen, ich habe den Mann dann in Jerusalem auf einem Parkplatz getroffen. Als er anfing, mir seine Geschichte zu erzählen, habe ich ihn gefragt, ob ich noch einmal wiederkommen und seine Geschichte mit Kassettenrekorder aufnehmen könne, er aber wollte mir die Geschichte gleich erzählen. Wir sind daraufhin zusammen in ein Café; gegangen und er hat mir alles so erzählt, als ob er immer noch der 9-jährige Junge sei. Außerdem bekam ich von ihm ein Band, das er für seine Tochter aufgenommen hatte. Ich habe dann angefangen zu schreiben: Neun Monate lang habe ich den Mann immer wieder angerufen und gefragt: Könnte es so gewesen sein? Er hat sich genau an die guten wie an die schlechten Dinge erinnert. Für mich war das wie eine Ampel an der Straße, die mir sagte, ob ich weitermachen konnte. Was für die Leser heute eher unwahrscheinlich ist, waren gerade die Sachen, die tatsächlich stattgefunden haben; dass der Junge unerwartet seinen Vater im Feld trifft zum Beispiel. Als ich das Manuskript fertig und dem Mann zugeschickte hatte, erzählte mir seine Frau, er sei ganz rot im Gesicht gewesen, als er es bekommen habe, und er habe gesagt, dies sei der schönste Tag in seinem Leben. Für mich war das bei allen Preisen der größte, den ich für das Buch bekommen habe.

Wieviel haben Sie für das Buch erfunden?

Man erinnert sich immer nur an einzelne Teile einer Geschichte, dazwischen habe ich mir schon etwas ausgedacht.

Herr Orlev, warum haben Sie eigentlich die Schule gehasst?

Mögt ihr denn die Schule? (Lacht) Nein? Eben. Erst nachdem ich eine Privatlehrerin hatte, hat mir das Lernen Spaß; gemacht. Einmal hat mich in der Schule ein Lehrer dabei ertappt, dass ich statt Rechnungen zu machen gezeichnet habe. Er hat mich am Ohr geschnackt und mich in eine höhere Klasse geschleppt, er wollte mich einfach beschämen. In manchen Schulen wurden Kinder damals geschlagen. Als ich einmal in Japan war, wurde mir dort erzählt, dass noch auf die Hände geschlagen wird. Wird bei euch noch geschlagen?

Nein.

Als ich noch ein Kind war in Polen, musste man sich in die Ecke stellen, bei besonders bösen Sachen musste man sich hinknien. Vorher wurden dann Erbsen auf den Boden geschüttet, damit es besonders wehtat, wenn man darauf kniete.

Wie haben Sie dann Mirjam Pressler kennengelernt?

Ich glaube, wir wissen das beide nicht mehr so genau. Wir kennen uns schon so lange, jedenfalls waren die Übersetzungen der Anlass dafür.

Liebe Frau Pressler, lieber Herr Orlev, wir danken Ihnen ganz herzlich für dieses Interview!

Und auch wir bedanken uns für die tollen Fragen der Schüler und bei Frau Kratz, die mit ihrer Klasse dieses Interview vorbereitet hat!

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