Kinderbücher aus der arabischen Welt

Am Dienstag, 7.Mai, luden die Internationale Jugendbibliothek und die Stadtbibliothek Am Gasteig zu einer ganz besonderen Veranstaltung mit einer literarisch-musikalischen Reise durch die arabischsprachige Kinderliteratur! Weiterlesen

“Tell us about Momo” – video competition winner Khaled Cholha visits the International Youth Library

Samir Éditeur, Goethe-Institute Lebanon and Assabil started the video competition „Raconte-nous Momo !“ in cooperation with the IYL on the occasion of the publication of Michael Ende’s Momo in Arabic. They invited young people from 10-14 years to talk about Momo in a 2-min video in Lebanon and Jordan. A Jury composed by Amira Elmasry (Goethe-Institut), Cathy Khattar (Assabil) and Ebtihal Shedid (translator of Momo in Arabic) chose 7 finalists: Shared on the social media channels, Khaleds video was the most liked and shared and he won the first prize: A trip to the Bavarian capital Munich! Weiterlesen

Kevin Brooks feiert 60. Geburtstag in der Internationalen Jugendbibliothek

Die Stiftung Internationale Jugendbibliothek und die dtv Verlagsgesellschaft luden am Donnerstag, 11. April anlässlich des 60. Geburtstags des britischen Autors Kevin Brooks in das Schloss Blutenburg. Kevin Brooks zählt zu den radikalsten und interessantesten Stimmen der britischen Jugendliteratur. Mit seinem viel beachteten Debütroman „Martyn Pig“ betrat er 2002 die literarische Bühne und feierte daraufhin mit Büchern wie „Lucas“, „Kissing the Rain“, „The Road of the Dead“ oder „IBoy“ nationale und internationale Erfolge. Sein Roman „Bunker Diary“ wurde kontrovers diskutiert, in „Naked“ taucht er in seine eigene Vergangenheit in der Londoner Punkszene der 70er Jahre ein. Vor kurzem kam sein neuer Roman „Dogchild“ (Deutsch: „Deathland Dogs“) auf den Markt, den er bei zwei Veranstaltungen in Schloss Blutenburg vorstellte. Weiterlesen

Ehrenmitgliedschaft der japanischen Kaiserin Michiko

Anlässlich der Ehrenmitgliedschaft der japanischen Kaiserin Michiko in der Stiftung Internationale Jugendbibliothek fand am Mittwoch, den 10. April 2019 in der japanischen Botschaft in Berlin die feierliche Übergabe der Urkunde statt. Stellvertretend für die Kaiserin nahm der japanische Botschafter Takeshi Yagi die Urkunde entgegen. Neben Erich Kästner und Astrid Lindgren ist Kaiserin Michiko das dritte Ehrenmitglied der Bibliothek.

Urkundenübergabe in der japanischen Botschaft in Berlin

Zur Feierstunde fanden sich neben der Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey auch namhafte Repräsentanten der Berliner Buch- und Bibliotheksszene sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft ein.

Vorgeschichte:
Schon seit über dreißig Jahren ist Kaiserin Michiko der internationalen Kinder- und Jugendliteratur sehr verbunden. Anfang der 1990er Jahre übertrug sie 80 Gedichte des bekannten japanischen Kinderlyrikers Michio Mado ins Englische und machte ihn damit einer breiten internationalen Öffentlichkeit bekannt. Sie verfasste eigene Geschichten für Kinder und besuchte auf Auslandsreisen wann immer möglich Kinder- und Jugendbuchbibliotheken, darunter auch die Internationale Jugendbibliothek in München im Jahr 1993. Mit Jella Lepman, der Gründerin der Internationalen Jugendbibliothek, teilt Kaiserin Michiko die Überzeugung, dass Kinderbücher einen wertvollen Beitrag für gegenseitiges Verständnis zwischen Menschen und Kulturen leisten.

Im Frühjahr 2018 gewährte Kaiserin Michiko der Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, Dr. Christiane Raabe, eine persönliche Audienz im Kaiserpalast. Tief beeindruckt von der aufrichtigen Verbundenheit der Kaiserin mit der internationalen Kinder- und Jugendliteratur und ihrer spürbaren Nähe zu den Ideen Jella Lepmans, ersuchte Dr. Raabe im Namen der Stiftung Internationale Jugendbibliothek die Kaiserin, Ehrenmitglied zu werden. Wie das kaiserliche Hofamt ein seiner Pressemitteilung vom 1. Februar 2019 mitteilte, nahm die Kaiserin die Einladung gerne an.

Zur Urkunde:
Wir haben die Illustratorin Binette Schroeder, eine langjährige Freundin unseres Hauses, gebeten, die Ehrenurkunde zu gestalten. Sie entschied sich für eine ungewöhnliche Form: Durch zarte Farben und das Schlossmotiv mutet die Urkunde wie ein Kunstwerk an. Die Wahl auf Binette Schroeder fiel nicht zufällig: Sie war 1993 dabei, als Kaiserin Michiko die Internationale Jugendbibliothek besuchte. Aus der damaligen Begegnung entwickelte sich eine freundschaftliche Verbundenheit beider Persönlichkeiten. Wir hoffen, dass die Kaiserin mit dem Original von Binette Schroeder nicht nur an der Ehrenmitgliedschaft ihre Freude hat, sondern auch an der persönlichen Handschrift, die die Urkunde trägt.

Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft für Kaiserin Michiko

 

 

 

 

 

 

Wir freuen uns außerordentlich über die Mitgliedschaft von Kaiserin Michiko.

 

 

Japanische Kaiserin wird Ehrenmitglied der Internationalen Jugendbibliothek

Nach einer persönlichen Audienz bei Japans Kaiserin Michiko im vergangenen Frühjahr 2018 reichte Dr. Christiane Raabe, Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, im Namen der Stiftung Internationale Jugendbibliothek beim Kaiserlichen Hofamt ein Gesuch auf Ehrenmitgliedschaft der Kaiserin in der Stiftung Internationale Jugendbibliothek ein. Wie das Hofamt nun in seiner Pressemitteilung vom 1. Februar 2019 mitteilt, wird die japanische Kaiserin Michiko die Einladung der Stiftung annehmen. Nach Erich Kästner und Astrid Lindgren wird Kaiserin Michiko damit die dritte Person in dieser Ehrenposition sein.

Schon seit über dreißig Jahren ist die Kaiserin der internationalen Kinder- und Jugendliteratur sehr verbunden. Anfang der 90er Jahre übertrug sie 80 Gedichte des bekannten japanischen Kinderlyrikers, Michio Mado, ins Englische und machte ihn damit einer breiten internationalen Öffentlichkeit bekannt. Nur wenige Jahre später wurde er als erster Autor aus dem asiatischen Raum mit dem Hans Christian Andersen Award für sein Werk ausgezeichnet.

Wann immer möglich besuchte die Kaiserin auf Auslandsreisen zwischen ihren offiziellen Terminen Kinder- und Jugendbuchbibliotheken, darunter auch die Internationale Jugendbibliothek in München im Jahr 1993. Wie schon deren Gründerin Jella Lepman ist Kaiserin Michiko davon überzeugt, dass Kinderbücher einen wertvollen Beitrag für gegenseitiges Verständnis zwischen Menschen und Kulturen leisten. Diese Überzeugung bestimmt auch die Arbeit des Internationalen Kuratoriums für das Jugendbuch (IBBY), ebenfalls eine Gründung Jella Lepmans, für dessen Jubiläumskongress zum 50jährigen Bestehen die Kaiserin im Jahr 2002 die Schirmherrschaft übernahm.

Im Frühjahr 2018 gewährte Kaiserin Michiko der Direktorin der Internationalen Jugendbibliothek, Dr. Christiane Raabe, eine persönliche Audienz im Kaiserpalast. Tief beeindruckt von der aufrichtigen Verbundenheit der Kaiserin mit der internationalen Kinder- und Jugendliteratur und ihrer spürbaren Nähe zu den Ideen von Jella Lepman, ersuchte Dr. Raabe im Namen der Stiftung Internationale Jugendbibliothek die Kaiserin daraufhin, Ehrenmitglied der Stiftung zu werden.

Die Ehrenmitgliedschaft ist symbolisch und beinhaltet keine Verpflichtungen.

Bitte beachten Sie auch die offizielle Pressemitteilung des Kaiserlichen Hofamtes.

Wenden Sie sich für weitere Informationen an:
Carola Gäde
Presse- und Programmarbeit
carolagaede@ijb.de

_____________________________________________________________________

The Empress of Japan becomes
Honorary Member of the International Youth Library

Her Majesty Empress Michiko has been requested by Dr. Christiane Raabe, the Director of the International Youth Library in Munich, Germany, to become an honorary member of the International Youth Library. After due consideration by the Imperial Household Agency, it has been decided that Her Majesty will accept the request. After Erich Kästner and Astrid Lindgren, Empress Michiko will be the third person in this honorary position.

The Empress has been closely associated with international children’s and youth literature for over thirty years. In the early 1990s she translated 80 poems by the well-known Japanese children’s poet Michio Mado into English, thus making him known to a broad international public. Only a few years later he was the first author from Asia to receive the Hans Christian Andersen Award for his work.

Whenever possible, Her Majesty took the time between her official duties on overseas journeys to visit children’s libraries, including the International Youth Library in Munich in 1993. Like its founder Jella Lepman, Empress Michiko is convinced that children’s books make a valuable contribution to mutual understanding between people and cultures. This conviction also determines the work of the International Board on Books for Young People (IBBY), which was also founded by Jella Lepman and for whose 50th anniversary congress in 2002 the Empress assumed patronage.

In spring 2018, Empress Michiko granted the Director of the International Youth Library, Dr. Christiane Raabe, a personal audience at the Tokyo Imperial Palace. Deeply impressed by the Empress‘ sincere relatedness to international children’s and youth literature and her tangible proximity to the ideas of Jella Lepman, Dr. Raabe invited the Empress on behalf of the Foundation International Youth Library to become an honorary member of the institution.

The honorary membership is symbolic and contains no obligations.

Please also note the press release of the Imperial Household Agency

For further information please contat:
Carola Gaede
Press Department
carolagaede@ijb.de

 

Zwischen Tradition und Experiment: Böckchen, Buchmarkt und Bananen

Reisen ins fette B sind für (zugereiste) Münchnerinnen immer ein Abenteuer – und das ganz besonders, wenn dort ein illustres Trüppchen Norwegerinnen und Norweger auf einen wartet: In Zusammenarbeit mit dem Norwegischen Kinderbuchinstitut, der Kgl. Norwegischen Botschaft und NORLA luden wir anlässlich des norwegischen Gastlandauftritts auf der Frankfurter Buchmesse zum Startschussevent ins Felleshus der Nordischen Botschaften in Berlin ein. Zunächst stand ein ebenso unterhaltsames wie informatives Gespräch der beiden Bildkünstler Stian Hole (u.a. „Garmans Sommer“) und Gry Moursund („Die Böckchen-Bande“) auf dem Plan.

Hier konnte das Publikum u.a. erfahren, dass hinter allen Büchern Stians die Haltung „die Kinder ernst zu nehmen“ steht und warum Gry so gerne Collagen macht: Wenn man zum 198. Mal einen falschen Strich gesetzt hat, ist es doch einfacher, das misslungene Teil auszuschneiden statt immer wieder von vorne anzufangen… Da ist was dran, würde ich sagen!

Nach den beiden Illustratoren gings dann um den norwegischen Buchmarkt, um die sehr besondere Literaturförderung und um Trends und Tendenzen in der aktuellen norwegischen Kinder- und Jugendliteratur: Alles Tod, Siechtum und Traurigkeit? Mitnichten! Es gibt auch viel Humor, Nonsens und Schabernack.

Bei Wein und Lachs (selbstredend) klang der Abend aus – und das illustre Trüppchen flog wieder in den hohen Norden zurück, zumindest bis zum nächsten Mal! Vi sees!

Ines Galling

Ach ja, Bananen spielten keine Rolle. Kommen aber gut in der Überschrift 😉

 

Disappeared books of Socialist Yugoslavia

Report on the rare findings
by Dr. Lilijana Burcar, guest researcher at the International Youth Library
in summer 2018

The central part of my research, which I conducted at the IYL between 1st July and 30th September 2018, focused on poverty in children’s literature and the differences in approaches to this issue between realistic fiction of the former Socialist Federal Republic of Yugoslavia and mainstream Anglo-Saxon children’s literature. I consulted more than 600 books and the findings were not surprising. Unlike their Western counterparts, Yugoslav authors in their socially engaged realist fiction paid special attention to systemic investigation of the root causes of poverty, drawing attention to the structural inequalities and the need for their systemic overcoming. But my research into socially engaged children’s literature of the Yugoslav authors also yielded another, a very worrisome and shocking result. Upon my scouring of the IYL archive, it quickly became apparent that the majority of the holdings the IYL has of Yugoslav children’s literature produced between 1945 and 1989 in general – that is, regardless of the topic it deals with – can be today already classified as precious rarities despite the fact that only twenty-five years have elapsed since the dismantling of the socialist Yugoslavia. This is due to the historical revisionism and deliberate, ideologically-driven retrospective distortion of socialist reality which followed in the wake of the destruction of Yugoslavia after 1991. Historical revisionism is one of the ideological axes of the newly created mini capitalist states in the Balkans. It has rested on an implicit or explicit smear campaign against the achievements of socialism, thus also providing a platform for the justification of the nationalistic enclavisation of the Balkans after 1991. To justify the imposition of the new capitalist order, which is based on the combined promotion of capitalist social relations and nationalism, everything associated with socialism, including children’s literature, has been removed from public libraries (and archives). This happened either en masse overnight, or in some other cases gradually over two decades under the flimsy pretext that libraries are bursting at seams and are supposedly no longer able to accommodate older books for children and young adults while taking on new ones although their production after 1991 has been meagre.

My research shows that the unexpected rarities that IYL holds with regard to the Yugoslav literature produced between 1945 and 1990 can be divided into several categories and subcategories. The main category, however, includes those children’s books that deal directly with the issue of poverty, with the hard working and living conditions facing the majority of people in capitalism be it an industrial or agricultural sector, and with the issue of socialist revolution that turned this reality upside down. These two major strands of children’s literary production were the first types of books that disappeared from public libraries and their archives overnight. This list of disappeared books is headed by a specific subgenre, which includes those children’s books that deal specifically with the partisan movement and the collective effort to bring about the socialist revolution in an organized fight for a better future. In this respect, Yugoslavia amongst others produced a special series of picture books in which the focus is placed on the most important historical battles between the Yugoslav partisans and the Nazi occupational imperialist army that took place between 1941 and 1945. These were the key battles that went down into the annals of WWII history as decisive battles that took place in the Balkans and had wider implications for the way the events turned out at the end of WWII, of course in favour of the Western allies who therefore eventually started supporting the partisan movement. The IYL has a complete first part of this series, which includes four different titles (Užička republika, Igmanski marš, Bitka za ranjenike and Desant na Drvar). In the republics of former Yugoslavia, these are today indeed a rarity to behold. If you go in search of the entire series, this is a mission condemned to failure. If you go in search of individual titles in the series, it is like going in search for a needle in a haystack, the haystack being all of the former republics of Yugoslavia. For example, Desant na Drvar (The Desant on Drvar) is a picture book with accompanying text that documents the Nazi SS parachuters’ attack against the partisan main military headquarters and its leader Tito. The headquarters was stationed in Drvar at the time of one of the last major offensives in the first half of 1944 in this part of the Balkans. With 15.000 copies printed in Sarajevo in 1974 alone, not a single copy from this batch is today held by any of more than 900 public libraries in Slovenia according to the online Cobiss catalogue that covers public libraries in the entire region. In Serbia, only two copies remain and are both held by the National library, in Macedonia there is one copy that can be viewed only on the premises of the National library’s reading room and the same goes for Bosnia and Hercegovina and Montenegro with only one copy still available for viewing on each of the two libraries’ premises. That makes altogether only 5 copies of the 1974 edition, which carried 15.000 copies, still around in five out of six former republics of Yugoslavia. This makes one housed by the IYL in Munich indeed a rarity.

The above is just one of many, that is, hundreds and hundreds of examples. The era of socialist Yugoslavia was the most prolific period in the history of quality children’s literature production in this part of the world. Its authors, illustrators and publishing houses such as Mladinska knjiga and Školska knjiga enjoyed a world-wide reputation with their works fetching many major international prizes at fairs such as those in Frankfurt and Bologna to say the least about TV series they gave rise to and which also fetched major prizes at film festivals across the globe. Yet all in all, children’s (and YAL) books of all kinds, be it picture books, short stories, school primers and novels associated with the socialist period and on topics of all kinds are being systematically made to disappear. They are being eliminated from public libraries’ holdings, with only a few boutique copies still randomly in place and mostly off limit to the general public. It is therefore imperative for IYL to declare its collection of socialist Yugoslav literature a special collection and to digitalise its holdings on the socialist Yugoslav literature, for at least two thirds of which I managed to establish are rarities. By putting these books online, the IYL would not only give them a new lease of life thus ensuring the continuity of their existence but also possibly put them back into circulation among young readers, their parents, and the rest of the adults and scholars. All of us would most certainly benefit from its comeback in these much troubled and difficult times, no matter how numerically modest the IYL collection might be in its actual size.