„Das ist Zauberei!“ Internationale Tagung, Workshops und Werkstattgespräch zur Eröffnung der neuen Wehrgangausstellung

24 Paar Kinderaugen sind auf Adolfo Serra gerichtet. Der spanische Illustrator malt für die Kinder der Jan-Amos-Comenius-Schule zum Abschluss des gemeinsamen Workshops ein Bild. Die Kinder schauen skeptisch auf die einfachen Striche auf dem weißen Blatt: „Was soll das denn sein?“ Adolfo macht einige Schattierungen und plötzlich sieht es jeder. „Vorher waren es Striche, jetzt ist es ein Wald! Das ist Zauberei!“, rufen zwei Erstklässlerinnen begeistert, „Er ist ein Zauberer!“ Ja, das ist er, Adolfo Serra, der spanische Illustrator, der in Deutschland vor allem für sein wortloses Bilderbuch Rotkäppchen bekannt ist – genauso wie alle anderen Illustratoren und Illustratorinnen, die anlässlich der Eröffnung der neuen Wehrgangausstellung „Bunt ist es hinter den sieben Bergen. Illustrationen zu Grimms Märchen aus sieben Jahrzehnten“ im Mittelpunkt standen. Am 28. Februar und am 1. März 2019 stand Schloss Blutenburg ganz im Zeichen der Grimmillustration. Neben dem Workshop von Serra, gab es einen Workshop von der Illustratorin Katrin Stangl, ein Illustratorengespräch und eine internationale wissenschaftliche Tagung die unter dem Titel „Europa illustriert die Grimms. Internationale Tagung zur aktuellen europäischen Märchenillustration“ durchgeführt wurde.

Elf internationale Literaturforscher kamen unter der Schirmherrschaft von der Universität Tübingen, der Universität Antwerpen und der Stiftung Internationale Jugendbibliothek auf Schloss Blutenburg zusammen, um sich vor gemischtem Publikum über die europäische Grimmillustration auszutauschen. Wissenschaftler aus Frankreich, Österreich, England, Polen, Spanien, etc. haben das Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation in der aktuellen Märchenillustration unter die Lupe genommen, den Einfluss der Übersetzer auf die Bildkunst hervorgehoben und gezeigt, dass der unbegrenzte Interpretationsraum der Märchenillustration die Künstler des 21. Jahrhundert immer noch dazu anregt sich diesem „alten Stoff“ anzunehmen.

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Die Tagungsreferenten (c) IJB

Dies bestätigten auch die zu einem Werkstattgespräch eingeladenen Illustratoren Adolfo Serra, Katrin Stangl und Binette Schroeder. Sie redeten über ihr Schaffen, über die Märchen, die sie als Kinder geprägt haben, über die Schadenfreude der Kinder, wenn die Bösewichte leiden müssen und darüber, warum Binette Schroeder drei Jahre brauchte um ihrer Prinzessin im Froschkönig ein Gesicht zu geben.

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Illustratorengespräch (c) IJB

Wer dieses Prinzessinnengesicht sehen wollte, konnte dies im Anschluss  der Diskussion, während der Eröffnung der neuen Wehrgangausstellung „Bunt ist es hinter den sieben Bergen“ tun. Dort werden noch bis zum 29. September 2019 Grimmillustrationen aus sieben Jahrzehnten aus dem deutschsprachigen Raum gezeigt. Wer wollte konnte sich anschließlich die Werke von Adolfo Serra, Binette Schroeder und Katrin Stangl signieren lassen. Und den leuchtenden Augen der Zuschauer zufolge, als die Illustratoren ihrer Unterschrift noch ein handgemaltes Bild beifügten, haben viele Erwachsene genau wie die Kinder aus dem Workshop gedacht: „Das ist Zauberei!“

Élodie Malanda

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