Studierende im Praxistest

Ein Gastsbeitrag von Tamara Glockshuber zum Seminar „Außerschulische Lernorte im Deutschunterricht“ in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universtität München und der Internationalen Jugendbibliothek.
„Märchen? Rotkäppchen und der ach so böse Wolf? Das kennen wir doch schon alles!“ Das mögen wohl die ersten Reaktionen sein, wenn das Wort Märchen fällt – und zugegeben, eventuell ging uns Studierende der Deutschdidaktik der LMU der gleiche Gedanke im Kopf umher, als die ersten Vorbereitungen für unseren Workshop anliefen.
In Kooperation mit der Internationalen Jugendbibliothek besuchten wir unter der fachkundigen Führung von Tanja Leuthe zuerst die Ausstellung „So leben sie noch heute“ vor Ort und machten uns davon ein Bild, sowie von den verschiedenen Räumlichkeiten, in denen wir an einem Vormittag unsere Workshops für drei Grundschulklassen abhalten wollten.
Die Ausstellung ist übrigens unbedingt einen Besuch wert. Man wird schon im Treppenhaus von den Grimmschen Märchen begleitet – sei es der nachgebildete Frühstückstisch der Zwerge mit einem angebissenen Keks auf dem Teller oder der ausgestopfte Wolf, der eine Leihgabe der zoologischen Staatssammlung München ist und über alles – und Rotkäppchen – wacht. Insgesamt ist die Ausstellung so herzerwärmend und mit Liebe zum Detail gestaltet, dass man dort sehr leicht die Zeit vergessen kann. Nach einem kleinen Rundgang, bei dem einen die interessantesten Versionen von Märchen über den Weg laufen, kann man es sich mit einem Buch bequem machen und stöbern. Aber wir wollen nicht zu viel verraten, denn wir sind uns sicher, dass ein jeder das Rotkäppchen im Großstadtdschungel von New York oder dem bösen Wolf, der eigentlich gar kein Böser ist, kennenlernen möchte!

In unseren darauffolgenden Seminarsitzungen wurde dann Ideen gewälzt und wieder verworfen und mit der Unterstützung unseres Dozenten Winfried Adam und Tanja Leuthe nahm die Vorbereitung der Workshops konkrete Gestalt an. Schließlich haben wir uns für folgende Workshops entschieden: Gestalten eines Brettspieles, die Verklanglichung eines Märchens, Nachstellen von Märchen mit digitalen Medien und ein Theaterstück, in dem man verschiedenste Märchen in eines packte. Jeweils jede der drei Grundschulklassen kam zusätzlich für eine halbe Stunde in die oben genannte Ausstellung und durfte sie dort mit Hilfe eines Laufzettels erkunden (kleiner fun fact am Rande: ein Highlight der Ausstellung ist ein Knusperhäuschen, in das mit viel Quetschen vier Kinder hineinpassten – wir haben’s ausprobiert).

Bei allen Workshops stand die Kreativität, die Freude am Ausprobieren und das kreative Neuinterpretieren der traditionellen Märchenstoffe ganz oben. Wir waren am Ende des Vormittags alle sehr zufrieden mit unserem Ergebnis und durften freudestrahlende Kinder verabschieden.
Tamara Glockshuber (LA Grundschule LMU)

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