Noch krabbelt, summt und brummt es

Ein Überblick zum Workshopprogramm der Jahresausstellung 2018

So vielfältig wie die Welt der Insekten und Spinnentiere, so vielfältig ist auch das Workshop-Programm, das unser Literaturvermittlungsteam zu der Jahresausstellung „Summende Staatenbauer, pikende Plagegeister. Insekten und Spinnentiere in der Kinder- und Jugendliteratur“ anbietet. Ich, Volontärin in der Programmabteilung, hatte das Vergnügen, alle Workshops zu besuchen, um sie in diesem Blogartikel vorzustellen. Die Ausstellung läuft noch bis Ende Oktober – Sie haben also noch Zeit, Ihre Klasse für einen der kreativen Workshops anzumelden!

Den Anfang machte der Workshop „Gestaltenwandler, Hausbesetzer, Düsenflieger“ mit der Museumspädagogin Anita Heft und einer dritten Klasse. Die Kinder setzten sich rund um einen gelben Kreis und verwandelten sich in Blütenblätter, die sich je nach Lichteinfall öffneten oder schlossen. Nach diesem Einstieg beDSC_0012gaben sie sich auf eine Fantasiereise: Sie wurden immer kleiner, winzig klein, so klein wie Insekten. In ihrer Winzigkeit begegneten sie allerhand Insekten. Jenes, welches ihnen am besten gefiel, sollten sie gut im Gedächtnis behalten. Wieder in ihrer normalen Gestalt, durften sie dieses Insekt festhalten. Wer noch Zeit und Lust hatte, versetzte sich in das kleine Tierchen und schrieb einen Brief an die Menschen – angeregt durch das Bilderbuch „Briefe von Insekten” von Olga Kuvikina. Den Abschluss bildete der Besuch der Ausstellung, wo die Kinder vielen ihrer Insektenfreunden wiederbegegneten.

In „Das große Krabbeln“ mit der Literaturpädagogin Tina Rausch näherte sich eine 3. Klasse dem Thema Insekten über das Schreiben einer eigenen Geschichte. Zunächst wurde über die verschiedenen Eigenschaften von Bienen, Ameisen, SInsekten-Workshop_Tina Rausch_3. Klasse (1)chmetterlingen und Fliegen diskutiert – ganz klar, die Fliege hatte in dieser Runde schlechte Karten. Dann wurde es magisch: Ein Zauberer kam, der alle Kinder in ihr jeweiliges Lieblingsinsekt verzauberte. Wieder zurück in Menschengestalt zeichneten sie dieses Lieblingsinsekt auf die erste Seite ihres Leporellos, in das später die Geschichte geschrieben werden sollte. Nun ging es auf eine Forschungsexpedition in die Ausstellung, um das eigene Insekt zu suchen und genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Kinder sammelten Informationen zu Aussehen, Lebensumgebung und anderen Eigenschaften, die  beim Verfassen ihrer Geschichte über den Tagesablauf ihres Lieblingsinsektes halfen. Wer wollte, durfte seine Geschichte zum Abschluss vorlesen.

Die Journalistin und Medienpädagogin Kaja Godart ging mit den Schülerinnen und Schülern einer 6. Klasse gleich zu Beginn der Schreibwerkstatt„Zu Besuch bei Mister Hüpf und Fräulein Flatter“ in die Ausstellung. Nach einer ersten freien Erkundung der Ausstellungsräume suchten die Kinder ein Insekt aus, um sich dessen besondere Eigenschaften, wie Aussehen, Fähigkeiten, Größe, zu merken. Was sie noch nicht wissen: Dieses Insekt wird der Protagonist ihrer Kurzgeschichte! DSC_0007Aus je einem Buchstaben ihres Namens bilden sie einen beliebigen Gegenstand und einen Ort. Die erste Geschichte dreht sich um das Erwachen des Insekts und seinen Start in den Tag: Ist es eher schläfriger Natur oder beim ersten Sonnenstrahl quickfidel? Was frühstückt es am liebsten? Der zuvor notierte Gegenstand darf in dieser Geschichte natürlich nicht fehlen. Die Fortsetzung handelt von dem Ort: Wie ist das Insekt dort hingelangt? Möchte es dort bleiben oder lieber ganz schnell wieder fort? Auch hier durften die Geschichten vorgelesen werden.

„Biene Maja und ihre Bienenfamilie“ stehen im Fokus des Workshops mit der Kunstpädagogin Andrea Schricker. In der Ausstellung fühlte sie den Erstklässlerinnen und Erstklässler auf den Zahn. Welche Arten von Insekten und Spinnentiere kennen sie bereits? Was sind ihre typischen Eigenschaften und wo befinden sie sich im Kreislauf der Natur? Staunend erfahren die Kinder, dass Insekten schon seit 300 Millionen Jahren existieren und Bienen seit fast 120 Millionen Jahren.Biene Maja in der Nacht_komp2 Mit dem Sachbuch „Bienen“ von Piotr Socha näherte sich die Gruppe diesem besonderen Insekt. Dabei wurde den Kindern auch bewusst gemacht, wie wir Menschen die Bienen gefährden und was wir tun können, um sie zu schützen; ein Insektenhotel aufstellen zum Beispiel. Schließlich hörten die Kinder eine Szene aus Waldemar Bonsels „Biene Maja“, in der Maja ganz allein in der Nacht unterwegs ist und auf eine Grille und eine Elfe trifft. Mit leuchtenden Zuckerwasserkreiden durfte die Klasse selbst aktiv werden und Biene Maja malen, wie sie durch die Nacht über Blumenwiesen streift.

„Die Welt mit anderen Augen sehen“ – genau darum ging es mit der Kulturpädagogin Julia Göllner: Wie nehmen wohl Insekten und Spinnentiere ihre Umwelt wahr? Wie kommunizieren sie? Dem Thema näherte sich die 3. Klasse mit einer kleinen Schnitzeljagd. Jedes Kind bekam einen Ausschnitt aus einem Buch der Ausstellung mit dem Auftrag, dieses Buch ausfindig zu machen. Die große Überraschung: Alle Puzzleteile zusammen ergaben eine Seite aus dem Bilderbuch „Wazn teez?“ von Carson Ellis. Die Kinder waren sich schnell einig, dass die Insekten die Welt nicht so sehen, wie sie im Buch illustriert ist. Denn sie haben Facettenaugen und sehen die Welt wie aus Mosaiksteinen zusammengesetzt. DSC_0030_kompAuch dass Insekten nicht so sprechen, wie es höchst originell in dem Bilderbuch vorgeschlagen wird, leuchtete den Drittklässlern ein. Trotzdem hatten sie große Freude am Übersetzen der fantasievollen Insektensprache. Schließlich entstanden im Malstudio eigene Fantasieinsekten, die in Gemeinschaftsarbeit gezeichnet und gemalt wurden.

Dass Sie jetzt neugierig geworden sind und mit Ihrer Klasse einen der Workshops besuchen möchten, kann ich gut verstehen. Informationen zur Ausstellung und Anmeldung zu den Workshops finden Sie hier.

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Viel Vergnügen beim Geschichtenspinnen und Insektenmalen!

Text: PG

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