Ein voller Erfolg! – Rückblick auf das White Ravens Festival 2016

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Eine Schulklasse auf dem Weg zu einer Lesung in Schloss Blutenburg

Als in Schloss Blutenburg in allen Ecken lauter Beifall ertönte und internationale Kinder- und Jugendbuchautoren an bayerischen Provinzbahnhöfen gesichtet wurden, war klar: Das White Ravens Festival ist in vollem Gange. 2016 richtete die Internationale Jugendbibliothek das Festival für internationale Kinder- und Jugendliteratur bereits zum vierten Mal aus, und das Festivalteam um Dr. Christiane Raabe kann sich über einen Besuchererfolg freuen. Denn zwischen dem 16. und 21. Juli fanden, unter der Schirmherrschaft des des Bayerischen Staatsministers für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Ludwig Spaenle, und mit Unterstützung zahlreicher öffentlicher Geldgeber und privater Sponsoren, sowohl in Schloss Blutenburg, dem Sitz der Internationalen Jugendbibliothek, als auch bayernweit, in Schulen, Bibliotheken und Museen, 90 Veranstaltungen mit fast 9000 Besuchern statt.

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Lesung mit Dorit Linke

Auch in diesem Jahr zeichnete sich das Festival durch eine interessante Zusammensetzung der nationalen und internationalen Festivalgäste aus. Die Internationale Jugendbibliothek hatte 14 Autorinnen und Autoren aus 11 Ländern eingeladen: Haifaa Al Mansour aus Saudi-Arabien, Carla Maia de Almeida aus Portugal, Luna Al-Mousli aus Österreich, Kirsten Boie aus Deutschland, Ulrich Hub aus Deutschland, Ahmed Kalouaz aus Frankreich, Dorit Linke aus Deutschland, Sabine Ludwig aus Deutschland, Benjamin Alire Sáenz aus den USA, Paul Stewart aus Großbritannien, Kätlin Vainola aus Estland, Daria Wilke aus Russland, Anna Woltz aus den Niederlanden und Jesper Wung-Sung aus Dänemark. Die Besucher erwartete ein abwechslungsreiches Festivalprogramm mit Lesungen aus Fantasy- und Familienromanen, heiteren Schul- und Tiergeschichten, aber auch aus gesellschaftspolitischen und philosophischen Werken.

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Daria Wilke (li.) mit ihrer Moderatorin Katja Wiebe (re.) beim Interview auf dem „weißen Sofa“

Wie schon in den Festivaljahren 2010, 2012 und 2014, standen auch 2016 die persönlichen Begegnungen mit den Festivalautoren im Vordergrund.Dass die Beziehung zwischen Autor und Leser ein besondere ist und vor allem bei Lesungen verschiedenste Ausprägungen annehmen kann, machte Amelie Fried in ihrer Keynote zum Festivalauftakt am Samstag deutlich. Nachdem die Autoren an diesem Abend vom Musikerduo „Aus Freindschaft“ (Monika Drasch und Maria Reiter) bayerisch-singend vorgestellt wurden und sich einer spontanen Frage-Antwort-Runde stellen mussten, begann am Familiensonntag ein Lese- und Interviewmarathon, der dem Zuhörer verschiedenste Facetten von Leben und Werk der Autoren nahebrachte. Während im Festzelt spannende Abenteuer von kleinen Rittern, Piraten und einem genervten Kater die Zuhörer in den Bann zogen und an Bastelstationen im Schlosshof die eigene Kreativität gefragt war, gaben die Autoren auf dem „weißen Sofa“ – einem neuen Veranstaltungsformat des Festivals –, Auskunft über ihre schriftstellerische Arbeit und die Geschichten hinter ihren Geschichten.

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Haifaa Al Mansour (re.)und Luna Al-Mousli (Mitte) beim Podiumsgespräch mit Stefan Weidner (li.)

Unter dem Titel „Arabische Kindheiten“ fand am Dienstagabend ein Podiumsgespräch zwischen der saudi-arabischen Filmemacherin und Autorin Haifaa Al Mansour, der aus Syrien stammenden österreichischen Autorin Luna Al-Mousli und dem Islamwissenschaftler Stefan Weidner statt. Die beiden Autorinnen gaben Einblicke in das Aufwachsen in patriarchalisch-konservativen Ländern und erläuterten, wie ihre Erfahrungen ihr Schreiben beeinflussten.

Besonders erfreulich und geglückt waren die Schulklassenlesungen in Schloss Blutenburg und in 54 Schulen, Bibliotheken und Museen außerhalb Münchens, zu denen die Autorinnen und Autoren reisten, um aus ihren Büchern zu lesen und mit den Kindern und Jugendlichen zu diskutieren. Dank origineller Darbietungen und kreativer Beiträge von Schülerinnen und Schülern auf der Bühne im Rahmen einer Lesung – viele Anregungen von der Lehrerfortbildung im Juni wurden hierbei umgesetzt –, stellte sich in etlichen Lesungen eine sehr gute Atmosphäre ein, weil das Eis zwischen den Autoren auf der Bühne und den jungen Zuhörern schnell gebrochen war. Die Kinder bastelten für die Autoren, sangen Lieder, die sie nach der Lektüre der Bücher eines Autors, gemeinsam texteten und einstudierten, oder spielten Szenen aus einem Roman auf der Bühne nach.

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Eine Schulklasse bastelte Lapbooks für eine Lesung mit Sabine Ludwig

Jugendliche übernahmen die Moderation auf der Bühne, stellten sich als Dolmetscher zur Verfügung oder stellten einen Trailer zu dem Buch, aus dem der Autor oder die Autorin lesen sollte, vor. Viele Kinder und Jugendliche waren sehr gut vorbereitet und hatten vorformulierte Fragen dabei.

 

 

Im Rahmen einiger Lesungen wurden auch Literaturprojekte vorgestellt, die im Vorfeld des Festivals an mehreren Schulen durchgeführt wurden. Eine Klasse präsentierte beispielsweise die Ergebnisse des Projekts „E-Book selbst gemacht“, das sie zu dem Buch einer Festivalautorin entwickelt hatten. Weiterhin lasen die Teilnehmer von zwei Schreibprojekten, die die Internationale Jugendbibliothek seit dem Frühsommer mit Gruppen von Gymnasiasten und Jugendlichen aus Übergangsklassen durchführt, Texte vor, die in den Schreibwerkstätten entstanden waren. Für viele Autorinnen und Autoren waren die Beiträge überraschend und sie fühlten sich beschenkt.

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Staatssekretär Bernd Sibler mit einer Schulklasse nach der Lesung mit Kirsten Boie

Staatssekretär Bernd Sibler lobte das White Ravens Festival bei seinem Besuch deshalb auch: „Das ist eine Spitzenveranstaltung, die ihresgleichen sucht.“ Nicht selten hieß es in den Rückmeldungen zum Festival außerdem: „Beim nächsten White Ravens Festival bin ich auf alle Fälle wieder dabei, es ist jedes Mal ein Gewinn!“ Das Team der Internationalen Jugendbibliothek blickt somit auf ein gelungenes Festival zurück. Bis zum nächsten Mal – 2018 geht es weiter! (CR und KS)

 

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