Reden – Schreiben – Schwimmen

Der zweite Zwischenbericht zum Projekt „E-Book selbst gemacht“

IMG_1232_geschn„Hatten Sie den Gedanken, selber aus der DDR zu fliehen?“, „Wie hat Sie die DDR geprägt?“ oder „Konnten Sie sich in die Hauptfigur Hanna hineinversetzen?“. Das alles sind Fragen, die die Klasse 8ng der Münchner neuhof Schulen der Autorin Dorit Linke zu dem Leben in der DDR und ihrem Buch Jenseits der blauen Grenze stellen konnte. Weil den Schülerinnen und Schülern die Geschehnisse der DDR nicht aus eigenem Erleben präsent sind und die Thematik deshalb zunächst fremd auf sie wirkt, war eine  Unterhaltung mit jemanden, der in der DDR gelebt hat, wirklich sinnvoll. Dass sich Dorit Linke selbst Zeit nahm, um mit den Schülerinnen und Schülern via Skype zu sprechen, war natürlich toll und ein ungemeiner Gewinn für die Klasse und das Projekt „E-Book selbst gemacht“.

Dies war jedoch nicht das erste Interview, das die Klasse geführt hat. Wie bereits in dem Blogbeitrag Jenseits des gedruckten Buches erwähnt, waren zwei syrische Flüchtlinge zu Gast. Weil dieses Gespräch die Schülerinnen und Schüler ziemlich bewegt hat, sollten den Gedanken danach noch einmal Raum gegeben werden: „Ich hatte zuvor noch nie mit einem Flüchtling Kontakt. Man hat gemerkt, dass sie traurig darüber sind, alles hinter sich lassen zu müssen“, schrieb ein Schüler, ein anderer: „Ich war überrascht, wie offen sie über ihre Erlebnisse gesprochen haben. Ich weiß nicht, ob ich das so könnte, wie sie es getan haben.“ Allgemein schien es für viele interessant  und auch überraschend, dass die beiden Geflüchteten (21 und 24 Jahre) trotz ihrer Biographie viele Gemeinsamkeiten mit ihnen selbst aufweisen. Wie sie selbst wollen die beiden eine Ausbildung machen oder studieren, auf eigenen Beinen stehen, glücklich sein und keine Angst vor der Zukunft haben.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASchließlich haben einige Schüler tatsächlich auch den Klassenraum verlassen, um an den Starnberger See zu fahren: In Jenseits der blauen Grenze schwimmen die Protagonisten Hanna und Andreas durch eine Schnur verbunden (damit sie sich nicht verlieren) 50 km über die Ostsee, um aus der DDR zu fliehen und den Westen zu erreichen. Mit dabei: Wasser und Schokolade als Proviant sowie das Mosaikheft Die schwarze Feluke für ihren Freund Jens, der schon im Westen ist. Die Fluchtsituation eins zu eins nachzustellen, ist natürlich nicht möglich – dennoch: Wieso nicht einmal nachempfinden wie es ist, sich in einen Neoprenanzug zu zwängen und bei schlechtem Wetter (ja, da hatten wir Glück) ins Wasser zu müssen? Drei Schüler wollten es ausprobieren. Es entstanden tolle Aufnahmen und wie das Foto zeigt, durfte auch das Mosaikheft für Jens nicht fehlen.

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Man sieht also, dass in den letzten Wochen bei dem Projekt „E-Book selbst gemacht“ einiges passiert ist. Das enhanced E-Book wächst und wächst: Neben den Erlebnissen, die wir alle aufgezeichnet haben und die sich in irgendeiner Form in dem E-Book wiederfinden lassen, sind viele weitere Inhalte entstanden. So sind beispielsweise ein Großteil der Texte und unser Cover fertig.  Doch zu viel soll nicht verraten werden – nur noch eines: Das Kind hat einen Namen – „Der lange Weg in den Frieden“. Und unter diesem Titel lässt sich das enhanced E-Book dann ab Mitte Juli in vielen E-Book-Stores und im Netz herunterladen. Seid gespannt! (Stefanie Lange)

 

 

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