IYL goes DLD

Featured imageIch hatte das große Glück, einen der begehrten Plätze für die DLD Conference 2015 zu ergattern, der wichtigsten europäischen Konferenz für Internetunternehmen und Investoren, veranstaltet von Hubert Burda Media. Aber warum wollen eigentlich alle dahin? Dass es nicht nur an der Tasche liegen kann, die jeder Teilnehmer dort bekommt, ist schon klar. Aber cool ist sie schon, die Tasche… 😉

Aber worum geht es dann? So viel wusste ich vorher: DLD ist die Abkürzung für „Digital Life Design“ und steht für „Global network on innovation, digitization, science and culture“. Für mich als eine der Social Media-Beauftragten der IJB klingt das auf jeden Fall spannend! Bei einem Blick ins Programm wurde mir dann schnell klar, warum hier jeder hin will: große Namen waren da zu lesen, sehr große sogar: Dr. Hubert Burda persönlich, Dominik Wichmann, ehem. Chefredakteur des SZ-Magazins und des Sterns, Travis Kalanick, Mitbegründer und Unternehmer der Internetfirma Uber, David Marcus, Vice President von Facebook Messenger oder Arianna Huffington, Chefredakteurin der US-amerikanischen online-Zeitung Huffington Post. Auch aus ganz anderen Branchen waren Vertreter zu finden, z.B. der deutsche Virologe Prof. Alexander Kekulé, Komponist Giorgio Moroder aus Südtirol, der französische Philosoph Luc de Brabandere, um nur einige zu nennen. Also ein großes Get-together von Experten und ‚Supernasen‘ aus den verschiedensten Bereichen. Oder sollte das Gerücht stimmen, das einige böse Zungen verbreiten, dass sich hier nur eine Branche selbst feiere?

Vom 18. bis 20. Januar 2015 hatte ich endlich die Gelegenheit, mir mein eigenes Bild zu machen. Soviel gleich vorweg: Mit Selbstbeweihräucherung hat die (nebenbei bemerkt großartig organisierte!) DLD Conference in meinen Augen keineswegs zu tun! Vielmehr ging es um Austausch, zukunftsweisende Impulse und durchaus auch um eine kritische Auseinandersetzung mit den Entwicklungen im Netz. Eines der zentralen Themen, das in diversen Paneldiskussionen interdisziplinär beleuchtet wurde, war „The Internet of Things“ – laut Auffassung vieler Teilnehmer der nächste revolutionäre Schritt, der uns alle erreichen wird. Wir sprechen hier von „intelligenten Gegenständen“ wie z. B. Druckerpatronen, die Füllstanddaten ohne menschliches Zutun an den Zulieferer übertragen. Und sowohl die Forderung nach mehr Regeln im Netz (nicht zu verwechseln mit Verboten oder gar Zensur) als auch die These „Big Data“ sei die neue Umweltverschmutzung erzeugte lebhafte Diskussionen. Natürlich war allen Teilnehmern klar, dass die Entwicklungen im Netz auch „Schattenseiten“ mit sich bringt, ebenso wie die Tatsache, dass eine Berichterstattung und Dokumentation via Twitter oder Facebook allein, keine politischen Ergebnisse hervorbringt (Bsp. Arabischer Frühling). Aber ist „das Internet“ deshalb nur eine Plattform für eine selbstbestimmte, narzisstische Selfie-Generation, die außer Fotos vor Denkmälern und gedeckten Tischen nichts kann? Oder hat es doch einen Mehrwert zu bieten?

Selbstverständlich! Die Entwicklungen im Internet können gewissermaßen als die Industrialisierung des 21. Jahrhunderts bezeichnet werden. Es entstehen ganz neue Arbeitsbereiche, Kommunikation wird gefördert, kreative Plattformen werden geschaffen, der Austausch von Informationen vereinfacht. „Das Netz“ bringt Bildung in entlegene Gebiete und kann helfen, Epidemien einzugrenzen. Es ist Speicher des Weltwissens und Quelle der Information.

Aber was kann eine Spezialbibliothek wie die IJB von den Tipps und Kniffen der freien Wirtschaft für ihre kulturelle Arbeit verwenden? Hier in Kürze die drei wichtigsten Punkte:

● Insiderwissen ist attraktiv! User wünschen sich exklusive Information über mein „Produkt“ oder Unternehmen. Und wenn es auch noch als „dynamischer Inhalt“ in Form von Videos oder interaktiven Grafiken daherkommt: Bingo! Freut Euch also auf Videos von Kollegen, unseren Literaturmuseen und Veranstaltungen!

● Habt Ihr coole Links oder Kontakte? Her damit, denn: Vernetzen! Vernetzen! Vernetzen! In einer lebendigen Nachbarschaft geht’s einfach besser – das ist im „richtigen Leben“ so und das ist in den Sozialen Netzwerken nicht anders. Nur wer gut vernetzt ist, kann sicher sein, dass seine Inhalte geteilt werden!

● Gutes Storytelling mit einem Mix aus Emotion, positiven Gefühlen und Überraschung hält die Leserschaft bei der Stange. Das sollte bei 620 000 Büchern in einem unterirdischen Magazin eines mittelalterlichen Schlosses kein Problem sein!

Ich habe auf jeden Fall jede Mange Anregungen mitgenommen und gehe mit Schwung und aufkrempelten Ärmeln ins neue Jahr.

Petra Wörsching

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