Die Kunst des Geschichten Erzählens

Hermann Schulz oder die Kunst des Geschichten Erzählens

Mit Hermann Schulz auf Lesereise zu gehen, war wie das Eintauchen in eine unendliche Geschichte. Er erzählte auf der Fahrt, beim Warten auf den Zug, beim Essen und natürlich besonders bei den Lesungen für die erwartungsvoll lauschenden Schulklassen aus Prien am Chiemsee, Lappersdorf, Karlstadt, Zellingen und Freising.Als Einstimmung auf die Lesungen aus seinen beiden Fußballbüchern „Mandela & Nelson“ erzählte Hermann Schulz von seinen Erlebnissen in Afrika – allen voran die Geschichte von ihm und seinem Sohn, wie sie auf einer Autoreise zum Viktoriasee mitten in Tansania im Schlamm der regennassen Straße steckenblieben. Fünf herumstehende junge Afrikaner halfen ihnen aus der Patsche und wollten dafür ungewöhnlicherweise etwas haben. Den 50-Dollar-Schein schlugen sie jedoch aus. Für die Ein-Dollarscheine für jeden von ihnen bedankten sie sich glücklich. Natürlich wollte Hermann Schulz von ihnen wissen, warum sie sich mit diesem „schlechten Geschäft“ zufrieden gaben. Einer der Männer erklärte ihm, dass sie den Ein-Dollar-Schein nur als Beweisstück bräuchten, wenn sie in ihren Familien und bei ihren Freunden die Geschichte von den „schlechten deutschen Autofahrern“ erzählen würden, die im Schlamm stecken geblieben waren. Die lustige Geschichte mit effektvollem Höhepunkt erzählen zu können, war ihnen deutlich wichtiger als die 50 Dollar, die in Tansania etwa drei Monatsgehältern entsprachen.

Copyright: Waltraud Tilly

Copyright: Waltraud Tilly

Bei den Lesungen aus „Mandela & Nelson“, „Das Länderspiel“ und „Das Rückspiel“, las Hermann Schulz besonders genüsslich die Passagen, in denen die gegenseitigen Vorurteile und Clichés der afrikanischen und deutschen Jugendfußballteams humorvoll ad absurdum geführt werden.

Sein neues Buch „Warum wir Günter umbringen wollten“ taucht in eine ganz andere Welt ein, nämlich in die Jahre nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland. Aus einer dramatischen Szene hatte eine Schülergruppe sogar ein eigenes kleines Theaterstück improvisiert, das sie vor der Lesung auf die Bühne brachte.

Hermann Schulz führte mitreißend vor, wie schwierige Themen aus dem Geschichts- und Länderkunde-Unterricht zu spannend erzählten, berührenden literarischen Geschichten werden können. Die Schüler und Schülerinnen bedankten sich mit großer Aufmerksamkeit und begeistertem Applaus.

Jutta Reusch
Leitung bibliothekarische Dienste

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s