Literarische Zeugenschaft: Von Unsagbarem erzählen

Im Rahmen des White Ravens Festivals fand am Abend des 23. Juli 2014 im Christa-Spangenberg-Saal ein höchst interessanter literarischer Dialog zum Thema Literarische Zeugenschaft: Von Unsagbarem erzählen statt. Moderiert von der Journalistin und Schriftstellerin Lena Gorelik sprachen der Italiener Fabio Geda und die Georgierin Tamta Melaschwili über die Herausforderungen, die das Schreiben über Krieg, Krisen, Migration und Gewalt stellt. Begleitet wurden sie von ihren jeweiligen Übersetzerinnen, Christiane Burkhardt und Natia Mikeladse-Bachsoliani.

Mittwochabend Buehne

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedas Roman Im Meer schwimmen die Krokodile erzählt die Odyssee eines zehnjährigen afghanischen Flüchtlingsjungen von Pakistan nach Italien und gründet auf der authentischen Lebensgeschichte desselben. Tamta Melaschwili hat dagegen in Abzählen die fiktive Erlebnisse zweier dreizehnjährigen Mädchen in einem Kriegsgebiet beschrieben, wobei sie sich jedoch auch von eigenen Erlebnissen hat inspirieren lassen. Absicht beider Autoren war eine individuelle Geschichte zu präsentieren, die aber universal gelesen werden und den Krieg und die Konflikte aus der Sicht der Kinder und Jugendliche verstehen lassen sollte.

Zur Sprache kamen sowohl inhaltliche als auch stilistische Aspekte und die therapeutische und erzieherische Rolle der Literatur: Literatur als Möglichkeit der Verarbeitung von schmerzlichen und traumatischen Erfahrungen und Literatur als Mittel um in der Öffentlichkeit die Wahrnehmung von Krieg und Migration zu verändern.

Zur Einleitung hatte Frau Dr. Raabe die aus dem Internet gegoogelten tragischen Tagesnachrichten vorgelesen und uns an die vielen Kinder und Zivilisten erinnert, die in diesen Tagen in Gaza und in der Ukraine zu Opfer gefallen sind, um die bedauerliche Aktualität unseres abendlichen Treffens zu beteuern.

Wäre Jella Lepman noch unter uns gewesen, so hätte sie mit tiefem Kummer feststellen müssen, dass seit dem Erscheinen der Konferenz der Tiere vor 65 Jahren die Menschen doch nicht vernünftiger geworden sind. Andererseits hätte sie die Veranstaltung in der Internationalen Jugendbibliothek sehr begrüßt und genossen.

Dem interessierten Publikum wurde nämlich die Möglichkeit gegeben, zwei Autoren aus sehr verschiedenen Ländern im Dialog kennenzulernen, die ihre ähnliche friedenstiftende Gedanken zusammen bekundeten.

Jugendliteratur als völkerverbindendes Mittel at its best!

Anna Becchi
(Anna Becchi hält sich im Rahmen einer Übersetzerstipendiums der Robert Bosch Stiftung in der Internationalen Jugendbibliothek auf)

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