ViVaVostok-Heroes!

Berlin feiert mit viva literatura die Kinderliteraturen aus Mittel- und Osteuropa
Irgendwie waren alle Beteiligten bei „viva literatura“ heroes und nicht just for one day. Zwischen David-Bowie-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau und dem ersten Deutschland-Spiel der Fußball-WM auf der Fan-Meile fand in Berlin erstmalig eine große Hommage an die Kinderliteraturen Mittel- und Osteuropas statt.

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Helden? Helden: (1) Da sind zunächst und natürlich die sechs Illustratoren aus Mittel- und Osteuropa, die eine Woche lang Berliner Kinder und Erwachsene mit Workshops, Werkstattgesprächen und Ausstellungen (im Alexanderhaus am Alex noch bis 11. Juli zu sehen!) erfreuten und eine zweitägige Künstlerakademie abhielten; (2) dann vor allem Ulrike Nickel und ihr Superteam von kulturkind e.V., die das Festival für Kinder- und Jugendliteratur aus Mittel- und Osteuropa in zweijähriger Arbeit auf die Beine gestellt haben; (3) und genauso die sechs Berliner Bibliotheken, die für jeden Illustrator eine Patenschaft übernommen hatten und ihre Räume eine Woche lang in Miniateliers für Groß und Klein verwandelten. (4) Dann waren da die deutschen und mittel- und osteuropäischen Verlage, die sich auf dem Buchsalon am Wannsee zum speed dating trafen und sich austauschten.
vivalit3 Olga(5) Und dazwischen meine Moskauer Kollegin Olga Maeots, die einmal etwas über die aktuelle russische Kinder- und Jugendliteratur vortrug und einmal etwas über russische Märchen erzählte, und ich, die Einblicke in verschiedene Kinderliteraturen Mittel- und Osteuropas gab.

Zeichnung von Piret RaudMit Sloweniens Lieblingsillustrator Damijan Stepančič gestalteten Kinder Phantasielandkarten, Piret Raud erzählte bei der Festivaleröffnung in der estnischen Botschaft die Geschichte von Onkel Sven, der nur Spiegeleier kochen konnte und andere Köstlichkeiten schlicht durch Verzehr von Kochbuchseiten zu sich nahm. Von Mari Takacs aus Ungarn konnte man nicht nur lernen, wie man den in einer Pfütze lebenden Wal ihres Kinderbuches „Mirka“ malt, sondern auch, dass man Tuschebilder schnell und praktisch mit einem Fön trocken bekommt. Comicmaler Pavel Čech erzählte im Tschechischen Zentrum Berlins von seiner Leidenschaft für Indianer und Fußball und zeigte einen auf Basis seiner Bücher entstandenen Animationsfilm über den Besuch des Todes bei einem alten Mann. In der Polnischen Botschaft konnte man Katarzyna Boguckas mit coolen Stilelementen der 1950er und 1960er Jahre gespickten Arbeiten zu ihrem Buch „Lala Lolka“ bewundern. Und Zina Surova aus Russland gestaltete zusammen mit der Hamburger Illustratorin Stefanie Harjes Illustrationen im Riesenformat (2×5 Meter!). Die beiden haben gleich die Gelegenheit genutzt, um sich auf ihre gemeinsamen Workshops in Österreich im Herbst 2014 vorzubereiten.

Aber damit nicht genug. Die Künstler hatten in ihrer Heimat bereits das eigens für das Festival angefertigte Gedicht von Kinderlyrik-Darling Arne Rautenberg „Zuhause ist wo ich alles kann“ illustriert und mit Kindern dazu etwas gestaltet. Auch diese Arbeiten sowie die von Berliner Kindern zu dem Gedicht waren und sind in Berlin zu sehen. Wer wissen will, wie und was dabei heraus gekommen ist, sollte sich unbedingt die Festivalpublikation „Wo Zuhause ist“ anschauen.

Nicht nur gab es viel zu sehen und zu bestaunen: War das Festival angetreten, um sechs Kinderliteraturen, über die in Deutschland (noch) nicht so viel bekannt ist, eine Bühne zu bereiten, so war es auch ein wunderbarer und intensiver Austausch und eine Begegnung der Illustratoren untereinander, sowie Kinderbuchmenschen aus Nord, Ost, West, Süd überhaupt. In diesem, besten Sinne: viva literatura!

Katja Wiebe
Slavisches und Baltisches Lektorat / Vivavostok

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