„Es lebe der Osten“ oder ViVaVostok…

…ein neues Förderprogramm für Kinderliteratur aus Mittel- und Osteuropa

Im Sommer 2012 startete das Förderprogramm „ViVaVostok“ der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit der Internationalen Jugendbibliothek München. Dabei ist der an einen Abzählreim erinnernde Name im wahrsten Sinne Programm: „Es lebe der Osten!“ („vostok“: slavisch für „Osten“) – und das in kinderliterarischer Hinsicht. Denn ViVaVostok möchte den spannendsten Kinder- und Jugendbuchautoren aus den Ländern Mittel- und Osteuropas die Tür, damit sie ihre Werke im deutschsprachigen Raum präsentieren können.

Ill: Svjetlan JunakovićWie kam es zu dieser Idee? Nachdem im Jahr 2011 die Robert Bosch Stiftung eine Überblicksstudie über die aktuellen Kinderliteraturen Polens, Russlands, Sloweniens, Tschechiens, Ungarns und der Ukraine angeregt hatte, die dann an der Internationalen Jugendbibliothek entstand, sollte diese Basis mit Leben gefüllt werden: Man kam auf die Idee, Lesungen und Workshops mit Kinder- und Jugendbuchautoren sowie Illustratoren aus den in der Studie präsentierten Kinderliteraturen anzustoßen.

Seit nunmehr einem Jahr unterstützt das Programm Organisatoren von kinderliterarischen Veranstaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die ihrem jungen Publikum Begegnungen mit Kinder- und Jugendbüchern und ihren Verfassern aus Mittel- und Osteuropa ermöglichen möchten. Dabei dringen sowohl Publikum als auch Veranstalter in ein im deutschsprachigen Raum weitgehend unbekanntes Terrain vor: Denn man sucht auf dem deutschsprachigen Buchmarkt zumeist vergeblich nach aktueller Kinderliteratur von dort. Dass sich jedoch viel tut in den noch jungen, postkommunistischen Kinderbuchmärkten zeigt sich vor allem in den Bereichen des Bilderbuchs mit starken, ungewöhnlichen Illustrationsstilen und Themen, in der Kinderlyrik, die in Mittel- und Osteuropa eine überaus vitale und agile Komponente der Kinderliteratur ist, aber auch in humorvollen und hintergründigen Kinderbüchern und thematisch außergewöhnlichen Jugendbüchern.

Interessierte Veranstalter wie zum Beispiel Literaturfestivals, Literaturhäuser oder Bibliotheken erfahren einerseits finanzielle Unterstützung, und können sich andererseits bei der Auswahl ihrer Gäste unter die Arme greifen lassen – zum Beispiel wenn es darum geht, welchen Kinderbuchautor aus jener unbekannten literarischen Region man einladen könnte, damit er gut zum Thema der Lesung, zum Alter des Publikums oder auch zur Veranstaltungsart passt. Diese inhaltliche Beratung sowie die administrative Abwicklung seit 1. August die Internationalen Jugendbibliothek München vor.

Das ViVaVostok-Programm freut sich auf viele weitere Veranstaltungen und hofft, auf diese Weise die kinderliterarische Tür gen Mittel- und Osteuropa weiter aufzustoßen.

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Ein Gedanke zu „„Es lebe der Osten“ oder ViVaVostok…

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