Topographien der Kindheit. Orte und Räume in Kinder- und Jugendliteratur und Medien.

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Welche Schauplätze, Szenerien und Handlungsräume werden in der Kinder- und Jugendliteratur besonders häufig gestaltet und wie werden sie für das Erzählen funktionalisiert? Welche Wechselwirkungen gibt es zwischen Raumdarstellung und Figurenzeichnung oder zwischen Raum- und Zeitkonzept? Welche zeittypischen Auffassungen von Kindheit und Jugend lassen sich – literarisch und symbolisch überformt – in den Texten finden? Wie werden Räume Computerspielen ausgeformt und besetzt? Wie können reale und imaginierte Räume in Kinderspielen aussehen?

Diesen und vielen anderen Fragen ging das Symposium „Topographien der Kindheit“ vom 5. bis 8. Juni an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg nach. Erkundungen und Abstecher wurden dabei in ganz unterschiedliche Richtungen gemacht, was Längsschnitte und Querverweise ermöglichte: Der Bogen spannte sich vom fantastischen bis zum  realistischen Roman, vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart: Im Fokus standen Defoes „Robinson Crusoe“, Walter Benjamins „Berliner Kindheit um Neunzehnhundert“ oder Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“, aber auch die aktuellen Romane „Margos Spuren“ von John Green, „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf oder „Nichts“ von Janne Teller. Besonders anregend war zudem, dass nicht nur Referentinnen und Referenten aus der Literaturwissenschaft zu Wort kamen, sondern auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus anderen Disziplinen.

Das umfassende Programm wurde durch zwei künsterlische Installationen von Studierenden sowie von einer Fortbildung zu Raum-Erkundungen in schulischer Praxis ergänzt – und wartete außerdem noch mit zwei wunderbaren Lesungen auf: Jenny Erpenbeck trug ihren extra für das Symposium verfassten Text „Heimweh nach dem Traurigsein“ vor, in dem sie ihre Berliner Heimat als einen Raum voller kollektiver und persönlicher Wege, Spuren und Erinnerungen inszenierte. Peter Bichsel las im Deutschen Literaturarchiv in Marbach u. a. aus seinen „Kindergeschichten“ und reflektierte im anschließenden Gespräch klug, schelmisch und anrührend über seine Arbeit.  Dr. Ines Galling

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