Schreibwerkstatt für junge Autorinnen und Autoren

Rückblick auf das Jahr 2012

Die neu etablierte Schreibwerkstatt für junge Autorinnen und Autoren startete am 10. Januar 2012 und fand im vergangenen Jahr insgesamt elf Mal statt, mit zehn regulären monatlichen Treffen und einem ganz­tägi­gen Termin im Juli vor der Sommerpause. Unter der Lei­­tung von Beate Schä­fer tau­schen sich junge Autorinnen und Autoren über eigene Projekte aus­­, erweitern das persönliche Spek­trum durch neue Textformen und Herangehens­weisen und vertiefen im kritisch-unterstützenden Gespräch ihre Reflexions- und Kommu­ni­kations­fähigkeit über litera­ri­sche Texte.

Auch zwischen den Treffen steht die Gruppe in engem Austausch. Ne­ben regelmäßigen Kontakten mit der Werkstattleiterin steht das gemeinschaft­li­che Gespräch via Internet. . Auf Facebook und in einem selbst organisierten Forum tauschen die eilnehmer eigene Texte und Schreibanregungen aus, geben einander schriftlich Feedback und diskutieren in Eigenregie Schreibthemen.

Zehn Schreibende nehmen regelmäßig an der Werkstatt teil, überwiegend Mädchen im Alter zwi­­schen siebzehn und neunzehn. Zum Teil haben sie gerade ihr Studium begonnen, zum Teil machen sie im kom­menden Jahr Abitur. Eine Teil­­nehmerin absol­viert nach dem Realschulabschluss ein frei­williges so­ziales Jahr. 2013 sollen  mindestens zwei neue Plätze besetzt werden, vorzugsweise mit jüngeren Schrei­ben­den.

Insgesamt arbeiten fünf Schreibende an Romanprojekten, vier andere experimentieren mit Er­zählun­gen oder anderen Formen kurzer Prosa. Eine Teilnehmerin kon­zentriert sich derzeit vor al­lem auf Lyrik. Ein Jugend-Fantasy-Roman ist im letzten Jahr in erster Fas­sung fer­tig ge­worden und wird von der Autorin gerade überarbeitet.

Die anfangs mit drei Zeitstunden angesetzten Werkstatt-Treffen sind auf Wunsch der Teilneh­mer auf drei­einhalb Stunden verlängert worden, wobei im Eifer des Ge­sprächs nicht selten vier Stunden daraus werden. Die Treffen finden in der Ausleih­biblio­thek der IJB statt, die sich als ein idealer Ort erwiesen hat: Die Atmosphäre ist anregend, warm und persön­lich; der Raum bietet gu­­te Möglichkeiten für Grup­pen­arbeit, für individuelles Ar­bei­ten bei Schreib­übungen vor Ort und auch für Aktionen mit mehr Platz­bedarf.

Die regulären Treffen teilen sich – idealtypisch vereinfacht – in drei Blöcke:

1. Besprechen der „Hausaufgabe“ vom letzten Mal mit Lese- und Feedbackrunde

2. Werkstattarbeit an einem vorher festge­legten grö­ßeren Schreibprojekt einer Teilnehmerin, zu dem vor­ab Auszüge ver­schickt wur­den (konzeptionelle Bespre­chung und Textarbeit)

3. gemeinsame Schreib­übung vor Ort, meist ausgerichtet auf ein handwerkliches Thema

Im Zusammenspiel von Hausaufgabe, Schreib­übung während der Werkstatt und gezielten Schwer­­punk­ten bei der Projektbesprechung lassen sich Themen wie Erzählperspek­tive, Figu­ren­zeich­nung, Rück­blen­den, erzählerische Ökono­mie, Exposéschreiben, Überarbei­ten etc. beleuchten.

Vor Beginn der eigentlichen Werkstatt gibt es die Möglichkeit einer „Schreibsprechstunde“: Wer möch­te, kann das laufende Projekt im Zweiergespräch mit der Werkstattleiterin bereden und erhält so ein individuelles Schreibcoaching.

Ein Termin außer der Reihe fand im Oktober statt: Stimmtrainerin und Theaterpädagogin An­drea Funk gab Impulse für einen guten Einsatz der eigenen Stimme und für persönliche Präsenz und Aus­strahlung beim Vorlesen und bei etwaigen Auftritten –ein wichtiger Schritt, um vom eher nach innen gekehrten Schreiben zum selbstbe­wussten Prä­­­sentieren eigener Texte zu kom­men.

Der ganztägige Julitermin war als gemeinschaftliches Event zum Schuljahresende dem klassischen kreati­ven Schreiben gewidmet – eine vertiefte Schreib­­session vor Ort, mit einem Schreib- und Wahr­nehmungsspaziergang rund um die Blutenburg und spielerischen Elementen, die zum Auspro­bie­ren neuer Textformen anregen, spontane, unver­kopfte Kreativität fördern und das Schreiben zum Gruppenereignis werden lassen.

Auch auf dem White Ravens Festival der IJB war die Schreibwerkstatt präsent: Aus acht zum Thema „weißer Rabe“ geschriebenen Texten wurden drei ausgewählt und von den Au­to­rin­nen bei der Eröffnung des Festivals vorgetragen – für alle der erste öffentliche Auftritt in größerem Rahmen.

JungeAutorenWRF

Besonderen Erfolg hatte gegen Ende des Jahres Sophia Klink, die zum bundesweit ausge­schrie­benen Tref­fen junger Auto­ren nach Berlin ein­ge­laden wur­de. Sie erhielt dort fünf Tage lang In­put in intensiven Workshops  und trat in der Ab­schluss­le­sung im Festspielhaus mit den ande­ren Gewin­nern vor großen Publikum auf. Ihr Bewer­bungs­text  mit dem Ti­tel „Hun­­dert Gramm Butter“ wird in einer Antho­logie der Ber­li­ner Festspiele veröffentlicht, die im Februar 2013 erscheint.
Alex Königsberger kam mit ihrer Erzählung „Awake“ bei dem Internet-Wettbewerb „Hier schreiben wir“ auf den dritten Platz. Ein Gedicht und ein modernes Märchen von Mirjam Papperitz wurden bei  Internet-Aus­schrei­bungen ausgezeichnet. Teilnehmerinnen der Gruppe traten auch bei der offenen Lese­­büh­ne Freising auf, die von Werkstattmitglied Maxi Wei­nin­ger mitorganisiert wird.
Ausblick auf 2013
Im neuen Jahr wird die Werkstatt wie bewährt fortgesetzt. Zwei von insge­samt elf Treffen sind als ganze Workshop-Tage geplant. Ein wichtiger Schritt in diesem Jahr wird sein, die gemeinsame Arbeit zu präsentieren und die bisher über­wiegend im Stillen stattfindende Werk­statt publik zu machen. Im November findet in der IJB eine große Leseparty statt, bei der einem überwiegend jugend­lichen Publikum in lockerem Rahmen und mit wechselnden Präsenta­tions­formen die unterschiedlichen Schreibergebnisse vorgestellt werden.
Beate Schäfer
Januar 2013

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Die Lesung mit So­phia Klink ist nachzuhören bei litradio.net. www.litradio.net/artikel/artikel/treffen-junger-autoren-2012-preistraegerlesung-teil-1.html.   Hintergrundinfos zum Treffen junger Autoren gibt es auf der Website der Berliner Festspiele unter www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/bundeswettbewerbe/treffen_junger_autoren/ueber_festival_tja/aktuell_tja/start_tja.php und unter www.bmbf.de/de/12579.php
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