Die IJB auf dem stARTcamp Köln

Die Vorfreude war groß, als klar war, dass die IJB beim stARTcamp Köln am 14.9.2012 teilnehmen wird! Natürlich wäre gern das komplette Webteam (Petra Wörsching und Tanja Leuthe) gekommen, doch Urlaub muss ja auch mal sein und so flatterte R2 (Tanja Leuthe) allein los.Gleich vorneweg: Das stARTcamp Köln war für mich ein wunderbarer Tag mit einer Menge Input rund ums Social Web, vielen neuen Kontakten und einer wahnsinnig guten Organisation der drei Herbergsmütter Wibke Ladwig (@sinnundverstand), Ute Vogel (@frauvogel) und Anke van Heyl (@kulturtussi)! Danke!

Gleich bei der Vorstellungsrunde zeichnete sich die enorme Vielfalt ab: Blogger, Journalisten, Kulturschaffende (aus Theatern, Bibliotheken, Museen oder Freiberuflern), Social-Media-Manager… Alle waren angereist, um sich zu dem Thema des Startcamps „Social Web ist schön, macht aber viel Arbeit“ auszutauschen, Vorträge zu halten und zu diskutieren. Diese Vielfalt setzte sich natürlich auch in den angebotenen Sessions fort, so dass ich ganz verschiedene und spannende Themen auswählen konnte. Wie sehen Jobprofile von Social-Media-Managern in Museen aus? Was tut sich im Bereich Social Media in der Museumslandschaft Deutschlands? Wie können Netzwerke gebildet und genutzt werden – z.B.  zwischen verschiedenen Institutionen einer Stadtverwaltung, die im Social Web aktiv sind. Wie kann man verschiedene Social Web Kanäle effektiv verbinden und die Kommunikation optimieren? Gibt es im Gegensatz zu Printmedien mehr oder weniger Glaubwürdigkeit in sozialen Netzwerken? Wenn ihr neugierig geworden seid, könnt ihr hier nachstöbern. Vielen Dank an alle, die in Sessions, in Diskussionen und Gesprächen, oder auch über twitter (#sck12) so spannenden Input gegeben haben!

Mit anfänglichem Herzklopfen hielt ich auch eine eigene Session (meine Erste)! Da es ein spontaner Entschluss war, arbeitet ich ohne vorbereitete Präsentation –  ganz „retro“ mit Flipchart. Der Schwerpunkt lag auf den Erfahrungen die wir im Projekt JL 2.0 mit der Zusammenarbeit und Kommunikation mit Jugendlichen gemacht hatten.

Session_startcamp_oliverschwarz

© Oliver Schwarz


Ziel des Projektes war  mit Jugendlichen über soziale Netzwerke in Kommunikation über anspruchsvolle Jugendliteratur zu treten – mit dem schönen „Nebeneffekt“ das Festival und die Internationale Jugendbibliothek über das Social Web bekannter zu machen.

Nachdem einer kurzen Erläuterung der Rahmengegebenheiten (Pilotstudie, gefördert von der Bayerischen Sparkassenstiftung, Projektbegleitung über Frank Tentler), kam ich zum Kernpunkt der Session. Obwohl wir auch andere Kanäle bespielt hatten, merkten wir in dem Projekt schnell, dass sich die Jugendlichen, v.a. in Deutschland, fast ausschließlich Facebook und Youtube nutzen. Breit angelegte Aktion (online wie offline) zur Bekanntmachung des Projektes waren zwar erfolgreich, führten aber noch nicht zu konkreter Projektbeteiligung von Jugendlichen. Erste eine direkte „offline“ Kontaktaufnahme furchtete umso mehr. Eine Lehrerfortbildung, Telefonate mit Lehrern und ein Besuch in einer Schulklasse führten zu wunderbaren Projektbeteiligungen. Auch bei der Beteiligung von Jugendlichen, die unabhängig von Schulen als Gastblogger über das Festival geschrieben haben, waren persönliche Kontakte hilfreich.

Als wichtig zeigte sich außerdem, dem Misstrauen vieler Lehrer gegenüber Sozialen Netzwerken im Allgemeinen, direkt zu begegnen. Sobald ihnen klar wurde, dass auch wir Gefahren und Risiken für Jugendliche in sozialen Netzwerken sehen und daher gerade Medienkompetenz und verantwortungsvollen Umgang vermitteln wollen, legten die meisten anfängliche Vorbehalte ab. So gingen wir beispielsweise in Klassen und diskutierten direkt mit den Schülern über ihre Erfahrungen mit Facebook und Co.

Besonders interessant und spannend für Jugendliche, war die direkte Partizipation am Projekt: Video-Tagebuch über Facebook, ein Trailer zu einem Buch, Mitmachaktionen (z.B. Foto-Wettbewerbe), eigene Buchtipps, Blogbeiträge über das Social Web oder Interviews mit Autoren. Da Jugendliche soziale Netzwerke auch nutzen, um sich selbst auszuprobieren und sich teilweise auch in ihrer Peer-Group profilieren wollen, reizt viele eine direkte Partizipation (z.B in einem coolen Video) umso mehr.

Besonders zu beachten bei einem Projekt mit Jugendlichen in sozialen Netzwerken ist der Persönlichkeitsschutz. Bei Jugendlichen unter 16 Jahren benötigt es die Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten, bei gezielten Aufnahmen, die online gestellt werden sollen. Ab 18 Jahren entscheiden die Heranwachsenden selbst. Dazwischen gibt es eine „Grauzone“, bei der laut dem Jugendschutzgesetz im Zweifelsfall geprüft werden muss, ob der Jugendliche über die „erforderliche Reife“ verfügt.  Daher sollte man im Zweifelsfall lieber auf Nummer sicher gehen. Genaueres dazu kann beispielsweise auf der Homepage der Jugendämter nachgelesen werden.

Besonders interessant an der Session waren die Fragen und Kommentare der sehr aufmerksamen 🙂 Zuhörer. Angeregt tauschten wir uns darüber aus, inwiefern die sogenannten „Digital Natives“ eben nicht unbedingt Medienkompetenz aufweisen. Also vielen Dank an alle, die teilgenommen haben! (Tanja Leuthe)

Flipchart_startcamp

 

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4 Gedanken zu „Die IJB auf dem stARTcamp Köln

  1. Vielen Dank auch noch von mir. Ich h??re mir auch noch den Podcast an. Denn das Thema interessiert mich brennend. Leider konnte ich als Herbergsmutter die Sessions nicht so besuchen, wie ich gerne gewollt h??tte. Aber daf??r haben wir ja die Doku! Herzliche Gr????e und bis bald einmalAnke

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