Nils Mohl goes Import Export – Eindrücke von Gastblogger Andrei C. (18)

Als ich durch die Eingangstür der Veranstaltung gekommen bin, dachte ich mir erst, dass hier eine Disco stattfinden wird und keine Lesung. Die Leute kauften Bier und redeten in vielen Sprachen miteinander.

Der Saal im Import Export; war völlig überfüllt, die Leute mussten teilweise stehen. Den ersten Teil der Veranstaltung übernahm DJ Quirin. Er legte Musik auf, bis dann schließlich Nils Mohl auf der Bühne auftauchte. Für mich, und ich denke für viele andere auch, war die Veranstaltung eine Premiere. Das, was Nils Mohl uns präsentierte, nannte er eine Sitzdisco. Etwas, was ich davor noch nicht kannte.

Am Anfang las er die Kurzgeschichte Birth. School. Work. Death. aus dem Buch: Ich wäre tendenziell für ein Happy End. Gleich fiel mir auf, dass Herr Mohl eine ganz spezielle Art hat zu schreiben. Er benutzte ungewöhnliche Ausdrücke wie schweißköpfige Aliens;, die das Publikum zum Lachen brachten. Auffällig war auch, dass der Autor sehr gut seine Texte lesen kann. Das ist nicht selbstverständlich. Außerdem wird auch viel Umgangssprache verwendet, die den Text einfach und verständlich macht. Nach der Lesung des ersten Buches gab es eine Break, in der alle ihre Getränke nachfüllen konnten. Danach hat Nils Mohl über das Besondere am White Ravens Festival gesprochen. Zum Beispiel, dass das Festival die Möglichkeit gibt, Menschen zu treffen, von denen man nie die Chance gehabt hätte sie wo anders kennen zu lernen. Bei der Lesung aus dem Buch „Es war einmal Indianerland“ wurde dann zwischendurch immer wieder Musik eingespielt wie zum Beispiel Today; von den Smashing Pumpkins. Nils meinte, dass man sein Buch am Anfang nicht so gut verstehen kann und dass man dem Autor einfach bis zum Schluss vertrauen sollte. Anfangs wollte Nils Mohl gar kein Jugendbuchautor sein, das dachte er zumindest. Außerdem wollte er nicht, dass jemand Probleme auf dem Pausenhof bekommt, wenn man eines seiner Bücher bei einem Schüler in der Schultasche gefunden hätte.

Zusammenfassend finde ich, dass der Jugendbuchautor ein sehr humorvoller und sympathischer Mann ist. Zwischen den einzelnen Passagen macht er immer wieder Pausen, um Musik einspielen zu lassen. Er fragt dann das Publikum, ob jemand den Soundtrack kennt. Als das Lied Spoiled von Sebadoh keiner kannte, wollte er dem Publikum etwas musikalische Späterziehung mitgeben. Während der gesamten Lesung hat er 14 Songs einspielen lassen und jedes Mal hat er das Publikum gefragt von wem das Lied sei und wie es heißt. Er meint, dass ihn viele Lieder inspiriert und ihm neue Ideen gegeben haben. Ich denke, dass sich in seinen Büchern ein Hintergedanke verbirgt. Wie er selbst sagt, will er die Welt mit seinen Büchern verbessern. Herr Mohl ist in Hamburg groß; geworden, wo er nach der Schule aber gleich weggegangen ist, um unter anderem in Weimar zu studieren. In seinen Romanen kann man an einigen Stellen sehr deutlich erkennen, dass er sich auf seine Heimatstadt bezieht. Nach der Lesung wird die Musik lauter gemacht und die Sitzdisco verwandelte sich in eine Stehdisco.

Tja, die Sitzdisko war wirklich interessant, so wie auch die kurze Unterhaltung mit dem Autoren (der sich mal einen Stift zum signieren zulegen sollte 😉 )

Birth, School, Work, Death war für mich das Highlight der Lesung. Mit seiner humoristischen Absurdität erinnerte er mich ein wenig an Douglas Adams, während der Stil mit fragmentierter und verkürzter Sprache seinen eigenen Rhythmus fand. Die Musik am besten gleich als i-tunes playlist anlegen!

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